Online-ReisetagebuchEnnstaler Traktoren tuckern nach Paris

Josef Weinacht und Franz Wieser sind auf dem Weg in die französische Hauptstadt - mit uralten, selbst hergerichteten Traktoren.

Ennstaler Traktoren in Paris © KK
 

Mit dem Traktor aus dem Ennstal nach Paris und wieder zurück: Das klingt verrückt, ist aber nicht verrückt genug für Franz Wieser und Josef Weinacht. Die beiden Pensionisten aus Lengdorf sind seit Donnerstag mit zwei Traktoren und Wohnwägen unterwegs in die französische Hauptstadt. „Wenn man ein bisserl verrückt ist, schadet es nicht“, lacht Weinacht.

Unterwegs sind die beiden übrigens mit mehr als 50 Jahre alten Fahrzeugen. „Wir haben die Traktoren aber in mühevoller Arbeit hergerichtet“, erklären sie. „Anders würde so ein Vorhaben nicht funktionieren.“ Und warum macht man so etwas? „In der Pension hast du für so etwas Zeit. Wir haben vor zwei Jahren schon eine Reise auf die Insel Krk unternommen und das war super. Jetzt haben wir uns Paris vorgenommen.“

Das Online-Tagebuch gibt es hier....

 

Allerdings mit einem kleinen Umweg, der die Lengdorfer nach Guedelon führt, wo sie vier Tage lang an einer Burg mitbauen. „Da wird mit der Hand und nach altertümlichen Möglichkeiten eine Burg gebaut. Wir sind dabei, eh klar. Das wird sicher spannend.“ Da man nicht weiß, was auf den 2350 Kilometern passiert, sind die beiden Herren in Sachen Werkzeug bestens ausgerüstet. „Wir haben alles dabei, sogar ein Schweißgerät. Die Traktoren sind zwar sehr gut beieinander, aber du weißt nie, was kommt.“

120 Kilometer haben sich die beiden Freunde pro Tag vorgenommen. „Mehr geht sich an einem Tag eh nicht aus“, lacht Weinacht, der betont, dass man mit 25 Stundenkilometern nach Frankreich tuckert.

Ein besonders lustiges Detail: Während man, wie Weinacht betont, im normalen Straßenverkehr als Traktorfahrer oft den Mittelfinger gezeigt bekommt, ist das bei so etwas ganz anders. „Bei der Fahrt nach Kroatien waren es nur Daumen nach oben, die wir bekommen haben. Die Leute waren so freundlich und begeistert von unserer Idee.“

Die Strecke zum Burgbau führt die beiden Ennstaler über München, Vaduz und Zürich nach Guedelon. Danach geht es nach Paris und von dort über Straßburg und Deutschland wieder nach Hause. Das Duo rechnet mit einer Reisedauer von 30 bis 40 Tagen. „Ich bin schon sehr gespannt, wie es uns vor allem in Paris geht. Der Verkehr dort ist der Horror. Schauen wir, wie man auf die Traktoren reagiert.“

In der Stadt der Liebe hat man übrigens einen Termin mit dem österreichischen Botschafter samt Belegschaft vereinbart. „Wenn wir nicht die einzigen mit Traktoren in der Riesenstadt sind, dann definitiv die mit den ältesten.“

Das Online-Tagebuch gibt es hier....

Kommentieren