Neubau bis 2025Aus drei wird eins: Neues Leitspital in Stainach-Pürgg

250 Millionen Euro, 226 Betten: Das neue Leitspital von Liezen entsteht in Stainach-Pürgg. Die alten Standorte werden zu Gesundheits-/Fachärztezentren. Auch ein "Modell" war zu sehen.

Schwarz, Lackner, Drexler, Lackner © Sittinger
 

Das Land Steiermark gab im Schloss Trautenfels in Stainach-Pürgg bekannt, wo das künftige Leitspital im Bezirk Liezen gebaut wird: Es ist Stainach-Pürgg, betrieben von Land Steiermark und Diakonie. Es soll höchstens 250 Milllionen Euro kosten und 226 Betten haben. Angepeilte Eröffnung: im Jahr 2025.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Spitalslandesrat Christopher Drexler. Es würde eine Job-Garantie für alle Bediensteten an allen (alten) Standorten geben.
Für den neuen Standort sprach vor allem: ihn könnten rund 88 % der Bevölkerung innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit erreichen.

Das exakte Areal konnte Drexler nicht nennen, das gilt es erst noch zu finden. Die Finanzierung wäre sichergestellt, ob "klassisch" oder als PPP-Modell, werde noch entschieden.

Auch gegen die Stadt Liezen als Standort sprach eigentlich nichts, meinten die Politiker. In puncto Erreichbarkeit war Stainach-Pürgg eben signifikant besser. Der Standort liegt am Knotenpunkt Trautenfels zwischen der Ennstalbundesstraße (B320) und der Salzkammergutstraße (B145). Dazu liegt der Rettungshubschrauberstützpunkt Niederöblarn - wo der ÖAMTC-Notarzthelikopter Christophorus 14 stationiert ist - in unmittelbarer Nähe.

Landesrätin Ursula Lackner (SPÖ) erläuterte: "Die Standort-Entscheidung wurde nach sachlichen und objektiven Kriterien gefasst." Es ging um Patienten- und Verkehrsströme.

Weitere Fakten: Es wird künftig fünf Gesundheits-/Fachärztezentren in der Region geben. Nämlich drei an den drei alten Spitalsstandorten, zudem in Liezen und - vorerst noch geplant - in Admont.
Drexler: "Im neuen Spital wird es insgesamt ein breiteres Versorgungs-Angebot geben als bisher in allen drei Spitälern."

Schon im Vorfeld sickerten Meldungen durch, dass das Krankenhaus Schladming doch nicht "nur" ein Facharztzentrum wird - das würde den ursprünglichen Plänen des Landes bei der Spitalsreform widersprechen.

Leitspital: Drexler

Aber offenbar haben die Betreiber des Spitals (die Diakonissen) zugesichert, eine unfallchirurgische Einheit - ambulant und stationär - am bestehenden Standort weiter zu betreiben. Das wäre ein deutlich abgespecktes Angebot, würde aber die für die Wintersport-Region besonders wichtige chirurgische Versorgung weiter gewährleisten. Und das könnte Reformgegner und Platzhirsch Jürgen Winter (Schladming) besänftigen. 

Leitspital: Lackner

Für Schmunzeln sorgte im Anschluss ein "Modell" des neuen Hauses: platziert  im Museum auf einer Reliefkarte des gesamten Bezirks Liezen.

Das "Modell" des LKH Foto © Sittinger

Reaktionen

Karl Lackner (VP) und Michaela Grubesa (SP) sagten: "Durch den Standort im Raum Trautenfels wird das zukünftige Leitspital die Gesundheitsversorgung im Bezirk bestmöglich abdecken." Es sei eine weitere deutliche Qualitätsverbesserung für die Liezener.

Lambert Schönleitner (Grüne) meinte: "Das Wichtigste ist, dass die gesamte Gesundheitsversorgung im Bezirk sichergestellt ist". Er warnte vor "teuren Finanzierungstricks". Dereinst hatte das Land "Konstruktionen gewählt, die im Nachhinein viel teurer kamen". 

Albert Royer (FPÖ) befürchtete ,dass die Pläne "zu einer Ausdünnung der Infrastruktur und zu einem Verlust von regionalen Arbeitsplätzen führen" werden. Der SPÖ ("Umfallerpartei") warf er vor, nicht für den Erhalt der Standorte gekämpft zu haben.

Kritik kam auch von der KPÖ an "den Zusperrplänen für die Krankenhäuser in Schladming, Bad Aussee und Rottenmann". 
 

Was bisher geschah

Im Frühjahr 2016 hatte die Kleine Zeitung die Eckpunkte der Spitalsreform geballt enthüllt. Im Sommer 2016 musste allen Seiten nach der Gesundheitskonferenz endgültig dämmern, dass die Standorte Bad Aussee, Schladming und Rottenmann ein Ablaufdatum haben. Ein neues Haus, möglichst am Schnittpunkt für Patienten aus Aussee, Schladming, Trieben (und Donnersbachwald) ist gefragt. Also in der Gegend von Liezen bis Stainach-Pürgg.

Seither wird gerungen und gepokert: Rund um den Dachstein formierte sich bald Widerstand. Rund um Stainach-Pürgg brachten sich Gemeinden und natürlich die Stadt Liezen sich als idealer Standort in Stellung. Im Streit um das neue Leitspital sah man Rottenmann aus dem Rennen.

Noch im April debattierte der Landtag lebhaft, was mit den jetzigen Häusern geschehen solle. Sie werden Gesundheits- bzw. Facharztzentren. Spitalslandesrat Christopher Drexler betonte: 2025 solle es im Bezirk Liezen anstelle der bisherigen Krankenhäuser nur mehr ein Leitspital geben. Es gab Gespräche mit dem Evangelischen Diakoniewerk.

Den Standort ließ Drexler im Landhaus offen. Heute wurde eine Bürgermeisterkonferenz einberufen. Die Antworten auf die Fragen gaben Gesundheitslandesrat Drexler, sowie Landesrätin Ursula Lackner, Klubobmann Karl Lackner und Klubobmann Hannes Schwarz.

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Danke für Ihr Verständnis.

sunny1981
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Kranke Politiker

Drexler ist als Landesrat nicht mehr tragbar, einziger sinnvoller Schritt er tritt zurück und das Ganze wird neu diskutiert

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lukas.toedling
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Beißreflexe gegen Krankenhaus

Dass es im Bezirk Liezen in Zukunft nur mehr ein (großes) Spital geben wird, war schon lange klar. Jetzt wurde der Standort veröffentlicht. Und Reflexartig schreien die laut auf, denen es man ohnehin nicht rechtmachen konnte. Die Liezener Bürgermeisterin beschwert sich darüber, dass es „auf der grünen Wiese“ gebaut wird. Ja wo denn sonst? Auf einer der unzähligen versiegelten, teils brachliegenden Flächen in der Stadt Liezen? Gerade frisch im Amt hat sie schon den Reflex der alten Kaiser geerbt: Alles muss bei uns in der Bezirkshauptstadt sein! Dass Stainach-Pürgg für ein Spital, dass für den ganzen Bezirk gut erreichbar sein soll viel besser geeignet ist, wird dabei ganz ausgeblendet.

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cleverstmk
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Lösung??

Es kommt bei diesen politischen Kapazundern keine Verkehrslösung heraus und die Rettung wird an Stauwochenenden ewig bis ins neue Krankenhaus benötigen.
Aber Hr Lackner und Fr Grubesa haben mit ihrer Aussage ohnehin gezeigt, was man von ihnen halten kann:
ein Argument für das neue Krankenhaus ist die Nähe zum Hubschrauberstützpunkt.
Also bauen wir doch gleich in Graz Thalerhof!!!!

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dawirt100
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Hoffentlich

kommt im gleichen zug dann gleich eine vernünftige Verkehrslösung. Währe doch nur von vorteil oder ?

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DaKritker
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In den vorhandenen Spitäler

hätte man sogenannte Medizinische Fachzentren installieren können. Bedarfs gerechtes Angebot aber nicht in allen drei dieselben Angebote. Eine Zentrale Verwaltung, eine Zentral Küche ein Primar für alle Bereiche usw. Um diese Geld hätte man die bestanden Krankenhäuser zu Spezialklinken aufwerten können. In Oberwart wurde eine neues Krankenhaus gebaut aber die Baukosten überschritten den Rahmen und das wird in Trautenfels auch passieren. Da wir wird wieder Geld ausgegeben was nicht vorhanden ist.

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hansi01
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Zur Standortfrage bitte den WWF, global 2000 die Grünen und Wachtelkönigversteher fragen

Ein möglicher Standort ist abhängig wo Vorgenannte betreffend den vielgesichteten Wachtelkönig die Baugründe freigeben. Ansonsten wird wieder über Jahre unser Steuergeld sinnlos für Planung und Umplanungen verschwendet.

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Stefan123
9
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Gut so ....

Es gibt kein Thema, wo nicht irgendwer sofort alles negativ sieht und alle als Deppen deklariert.
Wir alle zahlen sehr viel in die Gesundheitskassen ein. Trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr.
Wir haben im Vergleich zu anderen Staaten viel zu viele Krankenhausbetten.
Wir müssen die Zukunft absichern. Das geht aber nur, wenn mit einer guten Planung ohne Befindlichkeiten von Ortschaften und Bezirkskaisern vorgegangen wird.
Ja es gehört Mut dazu, aber die Politiker haben es sich sicher nicht zu leicht gemacht!

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Democrat
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+

Seh ich genauso. Großen Respekt an Herrn Drexler. Das sind mal echte Reformen.

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cleverstmk
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Loser und Tauplitz

Am Loser und auf der Tauplitz werden Schilder montiert:
Lt LR Drexler sind Verletzungen, die einen chirurgischen Eingriff erfordern nicht mehr erlaubt.
Im Falle einer beabsichtigten Verletzung bitte auf der Planai Schi fahren

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docholliday
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Sinnloser

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Buero
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kein Livestream?

obwohl das immer super funktionier hat bisher?

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cleverstmk
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BA???

BA schaut zu ohne zu denken:
keine optimale Versorgung mehr am Ort
Notarzt????
200 Arbeitsplätze fort und dass in einem Gebiet welches durch seine 5 Sterne Plus Wohnungen ohnedies keine Jugend mehr am Ort hält!!!
Forum Pro LKH??
Schladming zeigt wie es geht

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Democrat
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CU BA

Bad Aussee braucht kein Krankenhaus der Maximalversorgung. Heutzutage fährt jeder mit Auto oder Öffis in die nächste Stadt ne halbe Stunde einkaufen. Seien's doch ein bisschen realistisch. Das ist Geldverschwendung in BA ein Krankenhaus stehen zu haben.

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otto der große
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Was ist mit Bad Aussee

Vor Jahren wurde massiv für die Erhaltung des LKH auch von der Ausseer ÖVP Demonstriert.
Jetzt heut man aber nichts?
Wie man in Schladming sieht hilft es doch was wenn man sich auf die Füße stellt oder darf man jetzt nicht da es ja von der ÖVP aus geht.
Also SPÖ auf so könnt ihr im Ausseerland wieder an Macht gewinnen.

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RMK
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Aussee?

Das zuständige Schwerpunktspital liegt in Bad Ischl, wo auch viele Ausseer das Licht der Welt erblicken.

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KarlZoech
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@ otto der große: Es geht aber nicht darum, wer wo warum an die Macht kommt

oder bleibt, es geht nicht um ÖVP, SPÖ, FPÖ und sonstige Parteien, sondern um die bestmögliche Lösung der Spitalsfrage!

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otto der große
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KarlZoech

Ich warte immer noch auf ihre Antwort.
(Warum bei einer Frage zwei nicht lesenswert gesetzt werden ist auch unverständlich.)

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KarlZoech
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@ otto der große: Ich habe Bgm. Marl nicht gesteinigt,

warum andere ihn "steinigten" kann ich nicht beurteilen.
Und warum eine Frage mit zwei Mal rot angeklickt wird, das frage ich mich auch.

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otto der große
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KarlZoech

Ich geben schon recht aber warum wurde dann damals ein Hr. Bgm Otto Marl so gesteinigt als er genau ihre Argumente bracht ? ist heute alles ganz anders als damals?
Können sie diese fragen auch so einfach beantworten.

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otto der große
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heut

Natürlich hört

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triver
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Irdning

Ich wette auf Irdning/Trautenfels

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Democrat
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Einfache Antwort - Liezen

Alles andere wäre absurd als Standort. In Liezen ist mit Autobahnanbindung, Bahnhof, Infrastruktur und Zentrum des Bezirks alle gegeben, das ein Leitspital benötigt, um die Region abzusichern. Ein westlicherer Platz wäre (wie bereits jetzt Schladming/Bad Aussee) sinnbefreit, hier sollten eher Synergien mit Salzburg und Oberösterreich genutzt werden.

Traurig, dass es sich hier wieder nur um persönliche Befindlichkeiten winziger Ortschaften und ihrer "wichtigen" Chefs dreht. Die steirische Bevölkerung benötigt Zentren mit Expertise und nicht wage Zersiedelung. Abgesehen von der Verkehrsproblematik, wenn man ein Großkrankenhaus an eine kleine Bundesstraße im Ennstal stellt, die jetzt schon aus den Nähten platzt.

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hansi01
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wozu wird eine Autobahn Anbindung benötigt?

In Zeiten wo wegen eines gebrochen Finger der Hubschrauber mit Notarzt angefordert wird. Schwerverletzte werden heutzutage eingeflogen.

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KarlZoech
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@ Democrat: Die von Ihnen für Liezen genannten Vorzüge

treffen genau so gut auf Rottenmann zu.

Die Frage, warum das LKH Rottenmann nicht mehr den zukünftigen Anforderungen entspräche, die hat die Landespolitik bis dato nicht beantwortet; doch vielleicht kommt ja heute die erleuchtende Antwort.
Ohne diese, ohne stichhaltige Argumente, sehe ich nicht ein, warum das LKH Rottenmann zugesperrt werden sollte!

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