Neue offizielle HomepageAllem Gegenwind zum Trotz: Nagl & Co halten Olympia-Idee hoch

Widerstand in den eigenen Parteien hin oder her: Die Bürgermeister Nagl, Winter & Co. sind weiter "Feuer und Flamme" für "Austria2026".

Jürgen Winter (Schladming), Siegfried Nagl (Graz) und Konrad Walk (Hochfilzen)
Drei Bürgermeister, die die Olympia-Idee hochhalten: Jürgen Winter (Schladming), Siegfried Nagl (Graz) und Konrad Walk (Hochfilzen) © Juergen Fuchs
 

Das einzige Feuer, dass sie sehen könne, sei das "Leuchten in den Augen des Bürgermeister Nagl". So fasste die Grazer Grünen-Chefin Tina Wirnsberger zuletzt im Grazer Gemeinderat den Stand in Sachen Olympia-Bewerbung zusammen. Und tatsächlich:"Feuer und Flamme" sind derzeit vor allem die Bürgermeister der möglichen Austragungsorte, allen voran Siegfried Nagl für die Host-City Graz und Jürgen Winter von Schladming. Aber selbst in ihrer eigenen Landespartei ÖVP gibt man sich von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer abwärts äußerst zurückhaltend.

Die Bürgermeister lassen sich aber nicht irritieren. Jetzt wurde die offizielle Homepage zur Olympia-Idee gelauncht: www.austria2026.at. Dort will man möglichst viele Pro-Stimmen sammeln, wohl auch, um der laufenden Unterschriftenaktion der Grazer KPÖ etwas entgegenzusetzen, die ja für eine Volksabstimmung in Graz mobil macht. Dass Österreich bei den laufenden Spielen in Pyeongchang schon zwei Mal Gold geholt hat und der Steirer Lukas Klapfer heute Bronze, soll die Euphorie Pro Olympia anheizen.

Auf der neuen Homepage wird die Vision hinter der Bewerbungsidee noch einmal zusammengefasst: "Im Fokus der Olympischen Winterspiele werden die zentralen olympischen Werte Herzlichkeit, Völkerverbindung und ein friedvolles Miteinander mit einem leistbaren Budget stehen." Inspiriert sei man durch die Agenda2020 des Internationalen Olympischen Komitees. Denn auch im IOC habe man erkannt, dass das Zeitalter der Gigantomie zu Ende sei.

Am Zeitplan wird festgehalten. Am 15. März will zumindest die schwarz-blaue Rathauskoalition in Graz den "Letter of Intent" im Grazer Gemeinderat beschließen. Im Frühjahr soll das "Graz2026 Bid Committee" gegründet werden, bis Juni 2018 eine Machbarkeitsstudie sowie -konzept unter Einbeziehung der IOC-Experten erstellt werden. Im Herbst soll dann endgültig entschieden werden, ob Graz offiziell als Host-City ins Rennen gehen soll.

Ob es davor eine Volksbefragung gibt, ist noch offen. Schwarz-Blau in Graz lehnen ja eine Befragung nur in Graz ab, sondern wollen möglichst breit abfragen - entweder in der ganzen Steiermark oder in den jeweiligen Austragungsorten. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vor allem, weil die KPÖ Unterschriften für eine Befragung/Abstimmung in Graz sammelt.

Fix ist: Am 12. März um 18.30 Uhr gibt es in Graz in der Messe eine große Bürgerinformationsveranstaltung.

Kommentare (9)

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KarlZoech
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Es fehlt Geld für sozialen Wohnbau, es fehlt Geld für Straßenbau und -reparatur,

es fehlt Geld für Pflegeheime und für Spitäler. Aber die Bürgermeister von Graz und Schladming träumen von sündteuren olympischen Spielen.

Die närrische Zeit ist seit gestern vorbei; die beiden Herren Bürgermeister und ihre Adlaten mögen bitte wieder am Boden der Realität ankommen!

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a4711
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Gott sei dank !

Der Fasching ist vorbei:
Bitte liebe Politiker jetzt wieder as Hirn einschalten..(wenn vorhanden)..

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stadtkater
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Olympische Spiele und Weltmeisterschaften

stehen schon lange nicht mehr für die Werte "Herzlichkeit, Völkerverbindung und ein friedvolles Miteinander", sondern für Kostenexplosionen, Misswirtschaft, Bestechungen , Doping, Korruptionssümpfe und Millionenverschuldung! Die Befürworter brauchen nur die letzten Events analysieren lassen.

Hat sich das bis zu den Bürgermeistern noch nicht herumgesprochen?

Und an den Schladminger Gemeinderat: Man kann sich leicht einstimmig für die Olympiade-Bewerbung entscheiden, wenn man zeitgleich feststellt, dass das Risiko und die Haftung die "Host-City" Graz tragen muss.

"Feuer und Flamme" kann man leicht für etwas sein, wenn andere die Rechnung bezahlen müssen - aus der Sicht der Zahler ist das verantwortungsloser Missbrauch von politischen Mandaten!

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grabenwarter2015
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Kein Auftrag vom Steuerzahler

So geht das einfach nicht. Die Politiker haben das schwer verdiente Steuergeld vernünftig zu verwalten. Könnte man glauben. Sie lernen nicht dazu.

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Buero
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NEIN

NEIN zu einer Geldverbrennung der besonderen Art. Millionen für eine Olympia-Bewerbung. Aber jeder weiß, dass Olympia nie und nimmer kommt. Vielleicht gibt es Berater oder BeraterInnen von Nagl, die dringend Kohle für ein 20 Seiten-Papier brauchen?

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checker43
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Frei nach M. Thatcher

"Die Nagl-Regierung hat die typische sozialistische Krankheit – ihr ist das Geld anderer Leute (noch nicht) ausgegangen."

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4e45bafc255dca8d9edb6766106b4ac2
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Die Drei sollen die Bewerbung aus der eigenen Tasche zahlen!

wie kommt der Steuerzahler dazu - 10 Mio für ein Luftschloss zu finanzieren?
Und selbst wenn Olympia an die Steiermark gehen sollte...wollt ihr Grazer um 30% höhere Mieten?
Nein?
Pech gehabt - in jeder Stadt in der Olympia Station gemacht hat - sind die Mieten um 30% gestiegen....

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zyni
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Unrealistisch,

da wird viel Geld verbrannt, ohne Aussicht auf Erfolg.
Die Vergangenheit hat gezeigt, nach welchen Kriterien solche Veranstaltungen vergeben werden.....
Die Abstimmung in Tirol hat auch gezeigt, die Bewohner fühlen sich von solchen Großveranstaltungen eher belästigt.

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pesosope
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Wie bl.. und selbstverliebt muss man sein, um über solch ein Projekt überhaupt nachzudenken

Na klar, der Hr. BGM kann sich in Geschichtsbüchern als Olympia-Bürgermeister verewigen und die Schladminger Region als finanzieller Gewinner. Dass beide aber nur mit fremden Geld, das nicht einmal verfügbar ist, herumspielen und nur den Steuerzahler ganz unverschämt zu Kasse bitten, ist nicht nur bl.. und narzisstisch, sondern in Wirklichkeit schon betrügerisch kriminell

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