Planneralm und StoderzinkenSo geht es in den letzten steirischen Naturschnee-Skigebieten weiter

Dank Frau Holle freuen sich letzte obersteirische Naturschneeskigebiete über eine bisher gute Saison. Auf der Planneralm hat das Beschneiungsprojekt dennoch „oberste Priorität“.

1,5 Meter Naturschnee gibt es heuer auf der Planneralm © Planneralm
 

Heuer ist alles anders. Waren die vergangenen drei Wintersaisonen für die letzten verbliebenen Naturschneegebiete der Steiermark äußerst kritisch, weil meist erst lange nach dem wichtigen Weihnachtsgeschäft gestartet werden konnte (bzw. die Murauer Frauenalpe für immer zusperren musste), so war in dieser Saison auf oberer Seehöhe auf Frau Holle Verlass. Am Stoderzinken drehen sich die Lifte seit 16. Dezember, und auf der Planneralm sogar schon seit 25. November.

„Die Gästezahlen sind erfreulich, das ist wirtschaftlich für alle Betriebe überlebenswichtig. Noch so ein Jahr ohne Vorsaison und vollem Weihnachtsgeschäft und es wäre für einige wohl nicht gut ausgegangen“, sagt Gerhard Lackner, Geschäftsführer der Planneralm, wo der frühe Neuschnee diesmal erst recht willkommen war. Denn die aus der vormaligen Schneenot heraus geborenen Pläne für eine Beschneiungsanlage im größten steirischen Naturschnee-Skigebiet verzögern sich wegen eines naturschutzrechtlichen Einspruchs (beim geplanten Speicherteich wurde eine schützenswerte Pflanze gefunden).

Ändert das heurige Wetter mit rund 1,5 Meter Schnee auf der Planneralm etwas an den Plänen? „Nein, das Projekt hat höchste Priorität“, sagt Lackner, der im Hinblick auf Kritik von Naturschnee-Fans betont, dass es „nur um die Absicherung der Vorsaison geht. Grundbeschneiung ist der Estrich für Naturschnee-Parkettboden.“

Lackner hofft, dass der Bescheid der Umweltanwältin in den nächsten Wochen eintrudelt – mit grünem Licht. Will man nächsten Winter beschneien, muss spätestens ab Mai gebaut werden. Zuvor müsse noch die Finanzierung (es geht um fünf bis sechs Millionen Euro) finalisiert werden, was aber nur mit positivem Bescheid möglich sei.

"Ohne künstliche Beschneiung geht es auf Dauer nicht"

Auf eine gute „Lösung, die für das Traditionsskigebiet und für die Natur passt“, hofft auch Seilbahner-Obmann und Hauser-Kaibling-Boss Arthur Moser: „Als Branche haben wir in den letzten Jahren eindeutig die Erfahrung gemacht: Komplett ohne künstliche Beschneiung geht es auf Dauer nicht.“ Was Behörden und Politik aus seiner Sicht bedenken mögen: „Es geht um das Überleben von Regionen, die nicht von großen Industriebetrieben, sondern vom Tourismus leben“, so Moser.

Erste volle Wintersaison am Stoderzinken seit 4 Jahren Foto © KK

Aus der (Wasser-)Not eine Tugend will man am Gröbminger Stoderzinken machen. „Beschneien ist bei uns nicht möglich, weil es am Berg keinen Tropfen Wasser gibt“, erklärt Geschäftsführer Michael Kornberger, der mit der Saison bisher zufrieden ist. In der Nische sieht er die Chance. Er setzt auf die hohe Zahl an Naturschnee-Liebhabern, andererseits „merken wir zur Hochsaison, dass Familien zu uns ausweichen, weil hier alles übersichtlich ist und es nicht so turbulent zugeht.“

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