Seltenes Wolkenphänomen Weder Ufo noch Chemtrails - es war der Föhn

Mehrere Leser haben uns Bilder von der seltenen Wolkenformation zukommen lassen.

2. November 2017: Zuerst stellte sich die Wolkenformation so dar...

LR Ingrid Grossauer

...wenige Minuten später bildete sich dann das markante Loch in der Wolke. Frau Grossauer hat dieses Bild auf der Fahrt von Liezen nach Selzthal fotografiert

LR Ingrid Grossauer

Dasselbe Phänomen, fotografiert von Kerstin Harreiter, die das Bild von der so genannten Stoiringalm in Wörschachwald aufnahm. Zamg-Chef Alexander Podesser bezeichnet die Fotografien als "Tausendguldenschuss", weil sie so selten sind.

LR Kerstin Harreiter

Der Wolkeneffekt - aus Sicht der Liezener Innenstadt. Zuerst wurde vermutet, dass es sich dabei um eine so genannte "Fallstrick-Wolke" handelt. Dieses Phänomen ist so selten, dass es bis heute nicht restlos erforsch ist. Manche vermuten Verschwörungstheorien wie chemische Substanzen (Chemtrails) oder sogar Ufos dahinter. Lesen Sie den ganzen Bericht hier.

Christian Huemer

Das Diagramm der Wetterstation Liezen mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit - das auch den Föhneffekt erklärt. Noch besser sind die Daten...

Alexander Podesser

...auf dem Diagramm der Wetterstation Grimming zu sehen. Es handelt sich laut Zamg bei den Wolken nicht um eine Fallstrick-Wolke, sondern um einen ungewöhnlichen Föhneffekt.

Alexander Podesser

Zamg-Chef Podesser hat uns aus seinem Archiv selbst ein Bild einer solchen Wolkenformation zukommen lassen. Es handelt sich dabei aber eben nicht um die Fallstrick-Wolke, sondern um einen Föhneffekt

Alexander Podesser/Harlfinger

Dieses Bild wurde uns einige Tage später von dem Amateur-Fotograf Karl Steinegger zugeschickt. Er hat es in der Elmgrube in der Nähe des Hinteren Lahngangsees im Toten Gebirge (Gemeindegebiet Grundlsee) aufgenommen. Er mutmaßte, dass es sich hier unter Umständen um eine Fallstrick-Wolke handeln könnte. Alexander Podesser von der Zamg meint jedoch dazu: "Am 5.November war es noch föhnig, in der Nacht auf den 6.11. brach dann der S-Föhn zusammen, die Höhenströmung drehte mit einer Kaltfront  auf NW und es begann zu schneien. Das Bild wurde länger belichtet, man sieht um den Mond ein sogenanntes Halo, eine optische Erscheinung, die auf Lichtbrechung an den Eisteilchen der Wolke beruht. Es handelt sich nach meiner Einschätzung um eine Altocumulus transluzidus radiatus, also um eine streifenförmige, durchscheinende Altocumuls-Wolke."

 

www.instagram.com/karl_steinegger

Alexander Podesser, Leiter der Zamg, der uns bei der Recherche behilflich war. Er verweist auch noch auf eine Wetterkamera, die für den Lawinenwarndienst Steiermark betrieben wird. Dabei handelt es sich um eine Webcam am Hochkar, die auf die N-Seite des Hochschwabs schaut. Die Kamera liefert auch in der Nacht hervorragende Wolkenbilder und es gibt ein Archiv. "Da kann man wolken- und wettermäßig (Schnee) viel herauslesen", verspricht der Experte. Hier geht's zu dieser Webcam

 

(c) GERNOT EDER
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