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GesundheitskonferenzNeuer Strukturplan: 800 Spitalsbetten weniger und ein neues Spital

Der steirische Gesundheits-Landesrat Christopher Drexler präsentierte den "Regionalen Strukturplan Gesundheit". Bis 2025 sollen Betten schwinden, aber neue Gesundheitszentren und ein neues Spital entstehen.

Gesundheitslandesrat Drexler, StGKK-Obfrau Nussbaum, Landesrätin Lackner und LH Schützenhöfer
Gesundheitslandesrat Drexler, StGKK-Obfrau Nussbaum, Landesrätin Lackner und LH Schützenhöfer © Gesundheitsfonds
 

Am Mittwoch stellten Spitalslandesrat Christopher Drexler (VP), SP-Gegenüber Ursula Lackner und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und weitere Akteure in der Grazer Stadthalle den neuen "Regionalen Strukturplan Gesundheit" vor. Es ist "eines der ambitioniertesten Projekte der steirischen Landespolitik", die das Gesundheitssystem "zukunftsfit" machen sollte, so Schützenhöfer.

Bestätigt wurde, was die Kleine Zeitung bereits berichtet hat: Bis 2025 wird im Bezirk Liezen ein neues "Leitspital" (mit circa 220 Betten) entstehen. Neurologie und Kinderheilkunde inklusive. Kostenpunkt: circa 300 Millionen Euro. Als Standort ist ein "verkehrsgünstiger Platz" im Raum Trautenfels-Liezen geplant.

Das neue LKH wird die Standorte Rottenmann, Bad Aussee sowie Schladming ersetzen. Der Plan sieht zudem 28 weitere Gesundheitszentren vor, etwa eines in Bad Aussee. Auch Vorau und Birkfeld wurden genannt. Hintergrund: So ein Zentrum hat drei bis fünf Allgemeinmediziner sowie Therapeuten, Pfleger usw. und soll mit besseren Öffnungszeiten, mehr Personal usw. punkten.
Als neue Facharztzentren sind künftig Rottenmann, Schladming sowie und Hörgas geplant.

Schladmings Ortschef Jürgen Winter sprach hingegen von einer "Fehlinvestition". Der Top-Tourismusort im Ennstal benötige unbedingt ein "bettenführendes Haus". Noch dazu, wo das Spital im Skiort recht neu ist.

800 Betten weniger

Den Strukturplan zu Ende gedacht, stehen bis 2025 rund 800 Spitalsbetten weniger in der Steiermark. Das LKH Eisenerz etwa wird wie angekündigt geschlossen.
Das Ganze müsse aber mit zusätzlichen niedergelassenen Ärzte abgefedert werden, betonte ÄK-Präsident Herwig Lindner. Zusätzliche Kassen-Stellen für Allgemeinmediziner seien aber keine geplant, konterte GKK-Obfrau Verena Nussbaum.
Vielmehr soll ein Wechselspiel aus neuen Zentren, Verbünden und Aufgaben das Gesundheitsangebot prägen, meinten die Planer.

Neue Verbünde

Siehe Murtal: Ab 2018 soll ein "Spitalsverbund LKH Murtal" aus dem LKH Judenburg-Knittelfeld und Stolzalpe enstehen.
Auch das das LKH Mürzzuschlag wird einem Verbund ("Hochsteiermark") einverleibt. Dabei geht es weniger ums Geld, sondern darum, Personal flexibler einsetzen zu können, meinte Kages-Vorstand Ernst Fartek.

Nichts wird es derzeit aus der Kooperation oder gar Fusion von Hartberg mit dem burgenländischen Krankenhaus Oberwart, sagte Michael Koren (Gesundheitsfonds Stmk.).

Neue Zentren

Im Raum Graz sollen drei Gesundheits- und ein Facharztzentrum (Hörgas) entstehen. Eine neue MR-Anlaufstelle werde im Süden (einst Landesnervenklinik) geschaffen.
Das Krankenhaus der Elisabethinen Graz wird "zum Haus für ältere Menschen". Hingegen ist das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder nach dem Umbau der wichtige Standort für Chirurgie in Graz-Mitte.

Diese und weitere Details stehen im Strukturplan, der nächste Woche in den Gremien beschlossen werden soll. Dann geht das Papier in den Landtag. "Ein verbindliches Dokument", meinte Landesrat Drexler. Änderungen und Verbesserungen seien aber immer möglich.

Kritik von der Opposition

Scharfe Kritik an den Plänen übt die steirische FP geübt. Die Regionen würden aufgrund des Strukturplanes "massive Einschnitte" erleben, so FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek. Der KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler bezweifeltes, wie mit den rund 30 Gesundheitszentren eine flächendeckende Primärversorgung gewährleistet werden soll.

Die FP befürchtet auch, dass der Ersatz der Krankenhausstandorte in Bad Aussee und Rottenmann durch Facharztzentren zum Verlust regionaler Arbeitsplätze führen würde. Darüber hinaus fehle ein Konzept gegen den vorherrschenden Ärztemangel, wurde kritisiert. Gesundheitssprecherin Hedwig Staller (FP) drängt auf "eine echte Einbindung aller Landtagsparteien, insbesondere die Berücksichtigung von Ideen und Vorschlägen der Opposition".

Klimt-Weithaler wiederum bemängelt, von den ursprünglich 100 geplanten Primärversorgungszentren sei "nicht viel übriggeblieben". Nachsatz: "Offenbar rechnen sich einige schon ein gutes Geschäft aus, wenn Gesundheitszentren von gewinnorientierten Konzernen betrieben werden".

 

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Danke für Ihr Verständnis.

cantfox
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Bezirk Liezen

Der Bezirk Liezen ist der flächenmässig grösste Bezirk von Österreich. Wir leben in den Alpen und haben bereits Situationen im Winter gehabt, dass die Strassen unpassierbar waren, zum Beispiel die Strasse in das Ausserland auf der Höhe der Lawinengalerie, der Pötschenpass oder die Strasse zwischen Bad Aussee und Hallstatt. Wir haben aktuell 3 Krankenhäuser im Bezirk Liezen, die durch ein neues Krankenhaus ersetzt werden sollen.

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sistra
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In Entwicklungsländern

bringen die Patienten ihre eigene Matratze mit ins Spital und zum Essen gibts nur das, was die Verwandten mitbringen!
Wäre doch auch überlegenswert um noch weiter beim Gesundheitssystem einzusparen zu können, lieber Herr Landesrat! 😤😭😷

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Oberwoelzer
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Spitalbetten

800 Spital Betten weniger bedeutet Kranke ohne Zusatzversicherung werden nicht nur in den Gängen der Spitäler herum liegen sondern wahrscheinlich auch in Sanitäts-Zelte in den Krankenhaus Parks..............

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DaKritker
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Immer mehr bestätigt sich meine Überzeugung!

Politiker die immer nur Geld ausgeben was noch nicht vorhanden ist, gehören aus den politischen Gremien entfernt! Die sind absolut unfähig für das Land etwas zu bewegen!

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