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+++ Rund 1800 Menschen eingeschlossen +++Vorsichtsmaßnahme: Ab sofort gilt Lawinenwarnstufe 5 - weitere Straßensperren

Situation in der Obersteiermark bleibt angespannt ++ Katastrophenzustand ausgerufen ++ Erste Versorgungsflüge ++ Wetterprognosen ungünstig ++ Diesel wird in betroffenen Regionen knapp ++ Häuser evakuiert ++ Dutzende Straßensperren ++ Gesäusestraße vorübergehend von Admont aus wieder offen ++ Ab sofort gilt höchste Lawinenwarnstufe ++

Seit Dienstagabend herrscht in der nördlichen Steiermark Lawinenwarnstufe 5. Berge wie der Loser versinken im Schnee © Loser Bergbahnen, Lawinenwarndienst
 

Das Hoffen und Bangen in vielen Teilen der Obersteiermark auf ein Ende der Schneefälle geht weiter - doch am Dienstag sieht es nicht danach aus. Im Gegenteil. Eine neue Schlechtwetterfront hat bis Donnerstag erneut starke Schneefälle und Sturm im Gepäck. Die Ereignisse des Tages im Live-Ticker.

  • Lawinenwarnstufe 5 wurde verhängt - die höchste Stufe. Zuletzt gab es das in der Steiermark kurzfristig im April 2017.
  • Auch der Seeberg-Sattel muss am Mittwoch, 4 Uhr früh, gesperrt werden.
  • Sechs Häuser mit insgesamt sechs Bewohnern mussten in Eisenerz Dienstagabend im Bereich des Kölchgrabens im Ortsteil Trofeng gegen 21 Uhr aus Sicherheitsgründen geräumt werden. 
  • Am Loser liegen an typischen Schneeverwehungsstellen schon 10 Meter Schnee.
  • Mehrere Gemeinden zu Katastrophengebiet erklärt
  • Drei Versorgungsflüge (u. a. mit Sauerstoff) konnten seit Sonntag durchgeführt werden.
  • Gesäusestraße (B 146) von Admont aus (vorübergehend) wieder offen
  • Rund 30 weitere angeforderte Flüge stehen noch an
  • In manchen betroffenen Regionen geht der Diesel aus >>mehr dazu lesen Sie hier<<
  • Österreichweit gibt es Probleme, auch Lawinentote
  • Evakuierung von 110 Personen, darunter ungarische Schüler am Präbichl, auch Planneralm "fast leer"
  • 78-Jähriger stürzte beim Dach-Abschaufeln ab
  • Der Hüttenwirt von der Häuslalm und seine Mutter, waren seit einigen Tagen auf der Häuslalm eingeschneit und wurden nun per BMI-Hubschrauber ins Tal gebracht.

 

Lawinenabgang nach Sprengung

Oben: Ein Lawinenabgang nach einer Sprengung am Dienstag am Präbichl (Quelle: Land Steiermark).

Dienstag, 20.15 Uhr: Am Dienstagabend mussten wegen Lawinengefahr sechs Einfamilienhäuser in Eisenerz im Ortsteil Trofeng evakuiert werden. Elf Bewohner wurden privat und im Erzberg Alpin Resort untergebracht. Die Stadt ist derzeit über den Präbichl nicht erreichbar.

Dienstag, 18.45 Uhr: Wie die Katastrophenschutzabteilung des Landes bekanntgab, muss ab dem frühen Mittwochmorgen (4 Uhr) auch der Seeberg-Sattel (B 20) gesperrt werden. Der Weg von Kapfenberg nach Mariazell ist damit blockiert.

Dienstag, 18.20 Uhr: Mithilfe der Bergrettung ist es gelungen, den Mediziner Sassan Lachini in die Sölk zu bringen. Im Gepäck hatte der Arzt jede Menge Medikamente. Im Kulrursaal Mössna wurde eine Anlaufstelle für die Bevölkerung eingerichtet, wie die Feuerwehr Mössna St. Nikolai berichtet:

 

Dienstag, 16.20 Uhr: Bislang sind in der gesamten Obersteiermark rund 600 Personen aus nicht erreichbaren oder gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht worden beziehungsweise mussten sie vorzeitig die Gegend verlassen. Mitgezählt sind dabei auch die rund 400 Gäste, die die nicht mehr erreichbare Planneralm verlassen haben. Die Katastrophenschutzabteilung des Landes verzeichnete zudem acht abgegangene Lawinen. Rund 30 Straßen sind gesperrt (siehe Auflistung unten).

Dienstag, 16 Uhr: Wieder ist ein Versuch gescheitert, mit einem Hubschrauber in ein lawinengefährdetes Gebiet vorzudringen. Diesmal versuchte die Besatzung eines Helikopters des Innenministeriums in Richtung Hohentauern zu kommen. Sturmböen zwangen den Hubschrauber aber vorzeitig zur Umkehr. >>Details gibt es hier<<

Dienstag, 15.30 Uhr: Ab dem nächsten Lawinenwarnbericht gilt für die Nordalpen Lawinenstufe 5 ("sehr große" Gefahr). Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, wurde heute beim Landeskoordinationsausschuss in der Burg erklärt. Zuletzt gab es Stufe 5 im April 2017. Flächendeckend für den steirischen Nordalpenraum gab es eine vergleichbare Situation zuletzt vor zehn Jahren. Zudem hoffen die Helfer auf ein Wetterfenster, dass sich von Freitag auf Samstag auftun soll. Tritt das ein, können Lawinensprengungen durchgeführt werden. Die Experten betonen bei aller Dramatik, die Lage voll unter Kontrolle zu haben.

Landeskoordinationsausschuss: Lawinenwarnstufe 5 wird verhängt

Dienstag, 15 Uhr: Zwischenbilanz des Koordinierungsausschusses des Landes: Derzeit stehen 40 Lawinenkommissionen (330 Personen) im Einsatz. Die Feuerwehren verzeichneten seit Freitag 196 Einsätze, das Rote Kreuz ist ebenfalls mit zahlreichen Helfern in der Obersteiermark unterwegs. Die Bergrettung war zuletzt mit zehn (teils noch laufenden) Einsätzen beschäftigt. Dabei geht es unter anderem um Medikamententransporte, Begleitungen bei Evakuierungen und Unterstützungen der Lawinenkommissionen. Das Bundesheer ist mit Hubschraubern unterwegs und hat zuletzt drei Erkundungsflüge, zwei Versorgungsflüge (Sölk und Radmer) und eine Lawinensprengung (Radmer) durchgeführt. Zudem sind zwei Hubschrauber des Innenministeriums in der Obersteiermark im Einsatz, die ebenfalls Erkundungs- und Evakuierungsflüge absolvieren.

Bei Krieglach musste die Feuerwehr einen Traktor bergen, der auf dem Alpl bei einem Ausweichmanöver in einen Bach gestürzt war. Der Fahrer blieb unverletzt:

 

Dienstag, 14.30: Seit einer halben Stunde tagen Politiker und Experten in der Grazer Burg in einer Krisensitzung. Dort sollen ein umfassendes Lagebild erstellt und weitere Maßnahmen beraten werden.

 

LANDESKOORDINATIONSAUSSCHUSS
Der Landeskoordinierungsausschuss tagt unter der Leitung von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer seit 14 Uhr Foto © Land/Erwin Scheriau

Dienstag, 14.20 Uhr: Seit Jahresbeginn sind in den Nordstaulagen der Obersteiermark zwischen 200 und 300 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. In Schneehöhen bedeutet das zum Beispiel 4 Meter Neuschnee am Loser und 1 Meter am Talboden in Altaussee. Und die Aussichten bleiben wenig erbaulich: Bis Freitagmorgen werden laut Landeswarnzentrale weitere 50 bis 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erwartet. Danach sieht es zumindest bis Samstag nach einer zwischenzeitlichen Wetterberuhigung aus, sagt Hannes Rieder von der Zamg. Die Großwetterlage soll sich aber nicht vor Mitte der nächsten Woche umstellen.

Dienstag, 14.10 Uhr: Per Polizei-Hubschrauber wurde der Hüttenwirt auf der Häuslalm (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) mit seiner Mutter gerettet. Michael (43) und Anne-Marie Schabhüttl waren seit mehreren Tagen in der Hütte eingeschneit:

Eingeschneit: Wirt und Mutter mit Hubschrauber gerettet

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Dienstag, 14 Uhr: Die Energie Steiermark hat in Absprache mit der Landeswarnzentrale ihre Notstromaggregate in der Obersteiermark zusammengezogen. "Bisher war der Schnee leicht und flockig, aber wenn er patzig wird und dann gefriert, kann das zu Schäden an Bäumen und in Folge auch an Stromleitungen führen", so Konzernsprecher Urs Harnik-Lauris. Bisher blieb es bei kleineren Ausfällen in der Stromversorgung.

Dienstag, 13.40 Uhr: Eine Alouette III des Bundesheeres musste wegen eines plötzlich aufgekommenen Schneesturms einen Transportlfug auf den Loser abbrechen. Geplant war, Experten zu der ortsfesten, gasbetriebenen Lawinensprenganlage zu fliegen.

Dienstag 13.20 Uhr: Auch die Gemeinde Pusterwald wurde mittlerweile zum Katastrophengebiet erklärt. >>Näheres dazu hier<<

Dienstag 13.15 Uhr: Neue Bilder aus den Schneegebieten von Dienstag, u.a. von einem abgebrochenen Versorgungsflug des Bundesheeres.

 

Dienstag 13 Uhr. Update aus der Landeswarnzentrale: Im Sölktal musste ab 11.30 Uhr ein Notweg ebenfalls gesperrt werden. Ein Arzt wird daher um 14 Uhr in das Tal gebracht - und soll auch dort bleiben.

Die gute Nachricht: Die Sperre der Gesäusestraße (B 146) von Admont bis Gstatterboden sowie der Verbindungsstraße nach Johnsbach konnte laut LWZ am Dienstagvormittag vorübergehend aufgehoben werden. Hier waren 160 Personen wegen Lawinengefahr eingeschlossen, nach einem Erkundungsflug konnte zwischenzeitliche Entwarnung gegeben werden.

Die Loserstraße in Altaussee ist hingegen nun schon ab Straßenkilometer 6 gesperrt.

Dienstag 12.50 Uhr: Während die Bilder aus Hohentauern durchaus idyllisch wirken, hat sich die Lage im Katastrophengebiet zugespitzt, erklärt Bürgermeister Heinz Wilding. Brot und Diesel werden knapp. >>Mehr dazu lesen Sie hier<<

Dienstag 12.30 Uhr: Nachdem es in den letzten Tagen bereits zu Unfällen beim Abschaufeln von Dächern gekommen ist, rät die  Unfallversicherung (AUVA), besonders bei Steildächern das Abschaufeln Experten zu überlassen.

Dienstag 12.10 Uhr: An besonderen Stellen (Stichwort; Schneeverwehungen) liegen am Loser im Salzkammergut bereits 10 Meter Schnee gaben die Bergbahnen bekannt. Ein Bild von den gewaltigen Schneemassen kann man sich hier machen:

Dienstag 11.55 Uhr: Gute Nachrichten vom Präbichl. Der Abtransport von 110 am Skiberg eingeschneiten Personen (darunter eine 24-köpfige ungarische Schülergruppe) wurde zu Mittag erfolgreich abgeschlossen. >>Mehr dazu hier<< Die Quartiere am Berg - die B 115 ist ja seit Tagen gesperrt, sind somit leer. Lediglich auf zwei Hütten, die sich allerdings nicht im direkten Gefahrenbereich befinden, halten sich noch Menschen auf. Sie sollen aber ebenso überredet werden, sich ins Tal zu begeben, erklärte die Bergrettung.

Präbichl: 110 Personen und eine Katze befreit

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Dienstag 11.30 Uhr: Schulschluss - zumindest für Dienstag - gibt es bald am Gymnasium Stainach. Der Unterricht endet für alle bereits um 12.35 Uhr, weil viele Schüler einen Heimfahrtsweg von mehreren Stunden auf sich nehmen müssen.

Dienstag 11.20 Uhr: Der Autofahrerklub Öamtc rät Autofahrern eindringlich, Straßensperren nicht zu missachten. Aus Gründen der Sicherheit sollte dies ohnehin selbstverständlich sein - aber auch mit Blick aufs Geldbörsel. Wer Straßensperren ignoriert, zahlt bis zu 726 Euro Strafe.

Dienstag 11.15 Uhr: Zwei Hubschrauber des Innenministeriums machten sich am Dienstag auf den Weg in Richtung Obersteiermark. Sobald sich das Wetter bessert werden sie Erkundungsflüge durchführen: Einer im Murtaler Katastrophengebiet Hohentauern/St. Johann am Tauern, der zweite BMI-Hubschrauber im Bereich Präbichl.

Die Zufahrt zwischen Admont und Gstatterboden auf der Gesäusestraße (B 146) wurde am Dienstag kurzfristig für Anrainer geöffnet – der Ort kann für kurze Zeit über die Straße verlassen werden.

Dienstag 11 Uhr: Auch im Bezirk Weiz, wo es in den nördlichen Gemeinden zwischenzeitlich auch stark schneit, kommt es immer wieder zu Unfällen auf schneeglatten Fahrbahnen. >>Mehr dazu lesen Sie hierStreuwagen-Traktor zwei Personen verletzt.

Dienstag 10.30 Uhr: Seit Dienstagfrüh läuft am Präbichl (die Zufahrt von beiden Seiten über die B115 ist ja seit Tagen gesperrt) ein Großeinsatz zur Evakuierung. Rund 100 Menschen, darunter eine 24-köpfige Schülergruppe aus Ungarn, sollen sicher ins Tal gebracht werden. 

Wie der Einsatz abläuft, lesen Sie hier in der Geschichte von Johanna Birnbaum.

Dienstag 10 Uhr: Laufend kommen neue Straßensperren in der Obersteiermark hinzu, die jüngsten im Murtal. Am Dienstag mussten in der Gemeinde Krakau drei Täler gesperrt werden, alle Touristen konnten das Gebiet vorab verlassen. >>Hier lesen Sie die Details dazu<<

Dienstag 9.55 Uhr: Treibstoff-Entwarnung in Eisenerz. Nachdem hier bereits der Diesel an der örtlichen Tankstelle ausgegangen war, ist nun Nachschub aus Oberösterreich (Eisenerz ist derzeit von Leoben her nicht erreichbar) eingetroffen.

Dienstag 9.50 Uhr: Wie es aussieht, wenn vier Meter Schnee am Berg liegen, sieht man derzeit am Loser (allerdings nur via Webcams). >>Mehr dazu gibt's hier<<

Facebook/Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich
Eingeschneite Loser Bergstation © Facebook/Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich

Dienstag 9.40 Uhr: Nicht nur in der Obersteiermark sorgt der Winter für Probleme. Im weststeirischen Piber kam es am Montag zu Blitzeis und zu vier Auto-Unfällen binnen einer Stunde. >>Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel<<

Dienstag 9.30 Uhr: In Mitterberg ist die Feuerwehr im Einsatz, um das Dach des Kindergartens abzuschaufeln. Ein Video davon gibt es hier:

In Mitterberg: Feuerwehr schaufelt Kindergarten frei

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Dienstag 9.20 Uhr:   In Aigen im Ennstal hofft man auf kurzfristige Wetterbesserung am Dienstag, um erneut Hubschrauber einsetzen zu können - mittlerweile sind bis zu 30 Aufträge der Behörden zu Versorgungs-, Erkundungs- und Lawinenabsprengflügen eingegangen.

Hier ein aktuelles Video aus Aigen:

Dienstag 9.10 Uhr: Eine aktuelle Fotoserie aus Hohentauern zeigt die Situation im Ort, in dem am Montag die Katastrophe ausgerufen wurde.

 

Dienstag 9.00 Uhr: Laut Update des Lawinenwarndiensts ist von Entwarnung noch keine Spur. Demnach können sich mittlerweile selbst in tiefen Lagen Gleitschneelawinen entladen. Böschungsrutsche aus den steilen Grashängen können auch während des Tages nicht ausgeschlossen werden. Die Behörden raten eindringlich von Touren im freien Gelände und abseits der Pisten ab. Weiterhin starker Wind verfrachtete große Schneemengen und blockierte durch Verwehungen immer wieder Straßen.

 

Dienstag 8.30 Uhr: Zu einem folgenschweren Schnee-Unfall kam es am Montag auch auf der Turrach, wie die Polizei mitteilt: Demnach stürzte ein 78-Jähriger vom Dach, als er dieses alleine vom Schnee befreien wollte. Der Mann stürzte rund 2 Meter ab, landete allerdings nicht im Schnee, sondern auf hartgefrorenem Boden. Er wurde ins UKH Klagenfurt geflogen.

Dienstag 8.15 Uhr: Wetter-Update für die Kleine Zeitung aus der Zentralanstalt für Meteorologie. Und es gibt gute und schlechte Nachrichten. "Es schneit in der Obersteiermark schon wieder", sagt Hannes Rieder. "Der Schneefall wird am Vormittag in den Nordstaulagen wieder intensiv ausfallen."

Allerdings: "Am Nachmittag ist eine kurzfristige Aufhellung möglich." Das könnte das von vielen erhoffte "Wetterfenster" für Erkundungs- und Versorgungsflüge sein.

Allzu lange werden Bundesheer, Bergrettung und Feuerwehr dafür nicht Zeit haben, denn: "Es setzt dann auch wieder starker Wind ein", so Rieder. Und am Mittwoch sind dann in der Obersteiermark wieder intensive Schneeschauer möglich. "Diese werden nicht großflächig ausfallen, dort, wo es schneit, aber umso heftiger." Eine kommende Abkühlung erhöhe zudem wieder die Gefahr von Schneeverwehungen und Lawinen.

Hier die Warnkarte der Facebook-Plattform "Aktuelle Wetterwarnungen":

Dienstag 8.00 Uhr: Lagebericht der steirischen Landeswarnzentrale: Es sind landesweit immer noch rund 2000 Personen eingeschlossen.

"Eine ungarische Schülergruppe ist am Präbichl in einem Hotel eingeschlossen und möchte endlich nach Hause fahren. Weil das über die gesperrte Eisenstraße nicht geht, werden andere Möglichkeiten erwogen. Etwa über die Piste", so Harald Zach von der LWZ im ORF-Gespräch. In diesem Fall habe sich bereits die ungarische Botschaft eingeschaltet.

Dienstag 7.30 Uhr: Kein Tag ohne neue Straßensperren. Nachdem Montagmittag schon der Pötschenpass (B 145) im Salzkammergut gesperrt werden musste, kam am Abend auch noch eine Sperre der L714 bei Palfau hinzu.

Außerdem gibt es noch viele Bahnsperren >>mehr dazu hier<<

Hier eine Übersicht der Straßensperren:

Straßensperren
B146Gesäusestraße zw. Hieflau und Liezen
B138Phyrnpassbundesstraße zwischen Liezen und Kirchdorf
L738Planneralmstraße
L704Sölktal ab Stausee KW Sölk
B146Sperre aufgehoben: Gesäusestraße Admont / Hieflau Richtung Johnsbach u. Gstatterboden Verbindungsstraße zw. Johnsbach u. Bachbrücke/Gstatterboden
B115Eisenstraße Präbichl
L711Ramsau zwischen Pension Bartlbauer und Filzmoos ab KM12,8
Untertalstraße von Schladming kommend ab GH Tetter ins Untertal
Obertalstraße von Schladming kommend ab Anwesen Windbacher ins Obertal
Gemeindestraße Wildalpen nach Hinterwildalpen
Gemeindestraße Wildalpen nach Rothwald
L744Mooslandlstrasse Eisenbahnkreuzung
L715Lausserstrasse zwischen Ober- und Unterlaussa
Hochschwabstrasse zwischen Wildalpen und Weichselboden
B320Ennstal Bundesstraße zwischen Trautenfels und Espang
L117Pfaffensattel zwischen Semmering und Rettenegg
L701Koppenpass zwischen Bad Aussee und Obertraun (OÖ)
B114Triebenpass zwischen Trieben und St. Johann am Tauern
Zufahrt nach Zwanzenbichl
Ardningalmstrasse
B75Glattjochstraße - Hinterwald ab Lahergraben
L725Birnbergstraße und Vordere Ramsau
L127Radmer
Blaastraße zum Loser
L113Niederalpl Passhöhe bis Aschbach
Pusterwald Richtung Hinterwinkel und Scharnitzgraben
B145Salzkammergutstraße über den Pötschenpass
L714Zwischen Unterer und Oberer Palfau
L706Sperre der Loserstraße in Altaussee ab Kilometer 6
B20Sperre über den Seeberg ab Mittwoch, 4 Uhr früh

Dienstag 7 Uhr: Es gibt auch gute Nachrichten: Seit Sonntag konnten ein paar günstige (wenn auch kurze) "Wetterfenster" für Versorgungsflüge genutzt werden. Das Bundesheer konnte mit dem Alouette III Hubschrauber mittlerweile die eingeschneiten Ortschaften im Sölktal, in der Radmer und in Gstatterboden mit Verpflegung erreichen. U.a. hatte man auch Sauerstoff für einen Patienten an Bord. >>Mehr dazu hier<<

Dienstag 6.30 Uhr: Zu einem Zwischenfall kam es am Montag auch in Spital am Semmering. Ein Räumfahrzeug stürzte auf die Bahngleise. Die Feuerwehr war - wie so oft dieser Tage - zur Stelle.

BFVMZ/ FF Spital
© BFVMZ/ FF Spital

Dienstag 6 Uhr: Auf dieser Radar-Übersicht sieht man, dass bereits die nächste Schlechtwetterfront genau in jenen Gebieten, in denen es schon fast eine Woche lang schneit, eingetroffen ist.

Dienstag 5.00 Uhr: Hier eine grafische Übersicht wo der Schnee derzeit in der Steiermark besondere Probleme bereitet:

Foto © Infografik Kleine Zeitung

Dienstag, 0.00 Uhr: Es ist durchaus möglich, dass am Dienstag die Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen wird. Diese höchste Stufe wurde zuletzt vor zehn Jahren ausgerufen. Alexander Podesser von der Zentralanstalt für Meteorologie wies in der Sendung "Steiermark heute" darauf hin, dass man schon lange nicht solche Schneehöhen zu dieser Jahreszeit erreicht hatte.

Montag, 22 Uhr: LH-Stellvertreter und Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer verschaffte sich am Montag ein Bild im Ennstal. Bei einem Besuch der Kaserne Aigen, von wo aus die Hubschrauber-Versorgungsflüge durchgeführt werden, sagte er. „Wie alle Organisationen zusammenarbeiten, macht einen stolz.“

Katastrophenstab in Aigen vor der Alouette III Foto © Bektas / Land Steiermark

 

Die Ereignisse vom Montag im Überblick

  • Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer hat für Dienstag um 14 Uhr den Landeskoordinationsausschuss einberufen. Dabei werden Einsatzkräfte die Landesregierung über die aktuelle Lage in der Obersteiermark informieren. Notwendig wurde das aufgrund der schlechten Wetterprognosen. Die Landesregierung wird darüber beraten, wie man die Einsatzkräfte weiter bestmöglich unterstützen kann.
  • Landeswarnzentrale rechnet nicht mit schneller Aufhebung der Sperre der B114. Hohentauern könnte somit noch länger von der Außenwelt abgeschnitten bleiben.
  • Laut Landesschulrat gibt es im Bezirk Liezen 58 Schulen mit 3000 Schülern. Doch lediglich die Volksschule Nikolai/Sölktal ist derzeit gesperrt. Sonst gab es überall Schulbetrieb. Zwar fehlten rund 20 Prozent der Schüler, aber nur eine einzige Lehrerin. Der Cluster Aussee hat ab Dienstag geschlossen, weil Straßen gesperrt sind. Einige Kinder und Lehrer, die nicht mehr nach Hause konnten, wurden privat untergebracht.
  • Zwei Maschinen des Bundesheeres sind Montagnachmittag von Aigen im Ennstal zu Versorgungs- bzw. Erkundungsflügen gestartet. Eine Alouette III war in Richtung der abgeschnittenen Radmer im Bezirk Leoben losgeflogen. Der Helikopter soll dringend benötigte Sauerstoffflaschen für einen Patienten in der Ortschaft Radmer bringen.

  • Bergrettung musste in St. Nikolai im Sölktal einen Mann von seiner Hütte herunter ins Tal begleiten.
  • Der Straßenerhaltungsdienst des Landes befindet  im Dauereinsatz. Im Norden sind „im Zwei-Schichtbetrieb 104 Räum- und Streufahrzeuge und 15 Schneefräsen unterwegs“, schildert man der Kleinen Zeitung. In den betroffenen Regionen ist der Salzbedarf in dieser Woche so groß wie sonst in einem Durchschnittswinter. Vorsorglich hat man „einige Fahrzeuge noch vor der Errichtung der Straßensperren nach Eisenerz, Radmer etc. verlegt“, ergänzt Leiter Franz Zenz. Verstärkung mit Fahrzeugen kam aus der Ost- und Südsteiermark. Hochbetrieb hersche zudem in Winterdienstzentralen der Straßenmeistereien, die ebenfalls rund um die Uhr besetzt seien. Und in den Zentralwerkstätten, um Schäden etc. rasch zu beheben.

  • Mehrere Bahnverbindungen mussten gesperrt werden. Die ÖBB ersuchen die Fahrgäste, sich rechtzeitig online über die Einschränkungen zu informieren.

  • In den Gemeinden Pölstal und Hohentauern (Bezirk Murtal) wurde zu Mittag der Katastrophenzustand ausgerufen.
  • Auch heute sind 26 Straßen gesperrt, darunter auch die B320 zwischen Trautenfels und Espang. Rund 1900 Menschen sind in der Obersteiermark noch von der Außenwelt abgeschnitten.
  • Für die auswärtigen Schüler der höheren Schulen in Eisenerz wurden die Ferien verlängert, im Bezirk Liezen blieben heute 60 Schüler schneebedingt zuhause.
  • Auch der Pötschenpass (B145) wurde wegen Lawinengefahr gesperrt. Damit keine direkte Verbindung vom Ausseerland nach OÖ mehr.
  • Im Bereich St. Nikolai im Sölktal gingen am Sonntag mehrere  Staublawinen ab. Eine davon sogar in der Nähe von besiedeltem Gebiet. Eine weitere verschüttete die gesperrte Sölkpassstraße.
  • In St. Johann am Tauern bedrohte eine 80 Meter lange Schneewechte zwei Wohnhäuser. Die Feuerwehr bannte die Gefahr.
  • Seit Sonntag 20 Uhr ist auch die Zufahrt zum Skiresort Loser in Altaussee gesperrt. Anrainern wurde empfohlen, ihre Häuser zu verlassen.
  • Meteorologe Sudy sagt: "Schon ab Dienstag wird es wieder Schnee und Sturm geben."

 

Auch am Montag bleibt die Situation in den eingeschneiten Gebieten in der Obersteiermark angespannt. Seit Sonntag sind in der Obersteiermark verbreitet bis zu 20 Zentimeter Neuschnee dazugekommen, im Toten Gebirge sogar ein halber Meter. In den Gemeinden Pölstal und Hohentauern hat sich die Situation weiter zugespitzt, dort haben die jeweiligen Bürgermeister kurz nach Mittag den Katastrophenzustand ausgerufen. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben. In der BH Murtal tagt ein Krisenstab.
 

Situation in der Obersteiermark am Montag

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Der Lawinenlagebericht weist weiterhin Warnstufe 4 (groß) für die gesamten Nordalpen oberhalb der Waldgrenze aus. In den Niederen Tauern herrscht Stufe 3 (groß). "Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass sich sehr große Lawinen spontan lösen. In den tiefen Lagen können sich Gleitschneelawinen entladen", heißt es im aktuellen Bericht. Die gesperrte Straße auf den Sölkpass wurde von einer Lawine verschüttet, auch in der Nähe von besiedeltem Gebiet bei St. Nikolai ist eine Staublawine abgegangen. Bereits zuvor hatte eine Lawine die Hochschwabstraße (B24) zwischen Wildalpen und Weichselboden verlegt.
 
LK Wildalpen
Bei Wildalpen wurde eine Straße von den Schneemassen befreit © LK Wildalpen
Wegen Lawinengefahr wurde am Vormittag auch der Pötschenpass zwischen Bad Aussee und St. Agatha gesperrt. Da auch der Plöckenpass zu ist, sind beide direkten Verbindungen ins oberösterreichische Salzkammergut gesperrt. Auch die Zugverbindung ist unterbrochen.

Suchaktionen

Zwei Suchaktionen beschäftigten die Bergretter in den eingeschneiten Regionen. So wurde auf der Tauplitzalm am Sonntagabend eine Person als abgängig gemeldet, konnte aber bald unverletzt aufgefunden werden. In St. Nikolai im Sölktal suchte die Bergrettung nach einem Mann, der auf die Seifriedalm unterwegs war. Er traf jedoch unversehrt am Ziel ein.
 
In St. Johann am Tauern schauftelten die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag sechs Stunden lang mit der Hand eine massive Scheewechte ab, die zwei Wohnhäuser bedrohte.
 
 

Nur 60 Schüler blieben daheim

Im von den Schneefällen und starkem Wind am stärksten betroffenen obersteirischen Bezirk Liezen sind von rund 3000 Schülern am Montag rund 60 nicht zum Unterricht erschienen. Im Borg Eisenerz (Bezirk Leoben) wurde "intern" unterrichtet, sprich es waren jene Schüler und Lehrer anwesend, die im Ort oder in der Nähe wohnen. Mehr dazu hier.

Bis auf die Volksschule St. Nikolai im abgeschnittenen Sölktal - mit rund 40 Schülern und vier Lehrern - und einige kleinere Schulen war der Unterricht überall aufrecht, hieß es aus der Bildungsdirektion. Nur eine einzige Lehrerin konnte im Bezirk Liezen nicht zum Unterricht erscheinen. Die geringen Fehlzahlen dürften auch darin begründet liegen, dass viele Schüler und Lehrer an extreme Wetterbedingungen im Winter gewöhnt sind.

Die Wetterprognosen

Bis Montagabend wird eine leichte Entspannung der Situation erwartet. Kopfzerbrechen bereitet den Meteorologen jedoch die Nacht auf Dienstag. Bis Freitag sind dann wieder bis zu 50 Zentimeter möglich. „Mit der Situation, die wir jetzt haben, ist jeder Zentimeter zu viel“, so Albert Sudy von der Zamg.



Kommentare (7)

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heintirol
1
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Na sowas

Darf der Winter das? Einfach so angeschneit zu kommen? Die letzten Jahre waren wir halt ein bisserl verwöhnt. Aber fragts mal die Altbauern: Schöner Sommer - "schöner" Winter.

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artDESIGN
7
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arg

Aber die 2. Steigerungsstufe heißt "ärger".
Und diesen Ärger hatten die Lesachtaler im Feber 2014 mit über 11 Meter Schnee. Be-SONNEN-heit ist angesagt beim Leuchten vieler Wetterkerzen. Es ist nichts zu fürchten als die Furcht.

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Aurelia22
2
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Mein Mitgefühl gilt...

gilt auch den eingeschlossenen. Aber da kann man wieder sehen gegen die Naturgewalten ist der Mensch machtlos.

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pescador
0
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.

Mein Mitgefühl gilt den Einsatzkräften. Die haben es um einiges schieriger als die Eingeschlossenen.

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Schokuch
21
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Mein Mitgefühl den Eingeschlossenen und von der Außenwelt Abgeschnittenen

Es ist aber nicht so, das die gefährdeten Stellen der Behörde (Katastrophenschutz, Lawinenverbauung) nicht bekannt sind. Ebenfalls ist der Behörde der Stand der Technik für die Straßensicherung (Lawinenradar zur Überwachung und Verifizierung; künstliche Lawinenauslösung) bekannt. Mit solchen Maßnahmen wären viele Straßenspeeren nicht notwendig, würde nicht einmal 1/10 einer Verbauung kosten und das Radar könnte man als Doppelnutzung auch im übrigen Jahr als Murenradar oder Steinschlagradar einsetzen. Leider lassen sich die Behörden in der Steiermark von der Nutzung dieser technischen Hilfsmittel (erprobt in Tirol in Ischgl, Kappl, Kaunertal, Pitztal etc.) nicht überzeugen. Die Winter sind nicht mehr Schneereich genug, ist die Antwort.

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gerbur
50
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@Schokuch

Aber auch das Management der Krisensituation ist meiner Ansicht nach dürftig. Wenn bereits nach wenigen Tagen, trotzt permanenter Warnungen durch Wetterdienste, in einigen Orten der Treibstoff knapp wird, dann stimmt etwas nicht. Nur vor den Bildschirmen im warmen Katastrophenschutzzentrum zu sitzen und mit ernster Miene die Prognosen zu verkünden, reicht halt nicht. Auch der Bevölkerung stellt das kein gutes Zeugnis aus, wenn man spät bemerkt, dass nicht einmal Vorräte vorhanden sind, die für eine Woche ausreichen. Nicht auszudenken, wenn die Steiermark flächendeckend von diesem Schneefall betroffen gewesen wäre.

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Gotti1958
5
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Gerbur

Deine Kommentare zur aktuellen Situation sind sowas von daneben und unnötig.

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