150 Jahre BezirkshauptmannschaftenViele Bezirkshauptleute und ein rätselhaftes Kennzeichen

Zwei Weltkriege und mehrere Krisen - die Bezirkshauptmannschaften haben seit 1868 viele Widrigkeiten überlebt und gemanagt. Ihr 150-Jähriges Bestehen wurde in Graz mit Bundespräsident Alexander van der Bellen gefeiert.

Bundespräsident Alexander van der Bellen beim Festakt in der Aula der Alten Universität in Graz
Bundespräsident Alexander van der Bellen beim Festakt in der Aula der Alten Universität in Graz © Nicholas Martin
 

Manche Rätsel stellen sich auch dem Bundespräsident Alexander Van der Bellen: etwa, warum das Auto, mit dem er am Donnerstag nach Graz kutschiert wurde, ein Kennzeichen mit den Endbuchstaben „KK“ trägt. Er müsse erst herausfinden, wer diese „kaiserliche Idee“ hatte, sagte er und betonte: Es sei kein Wunschkennzeichen.

Ein solches hätte man jedenfalls bei einer Bezirkshauptmannschaft beantragen können, und so leitete er zum Thema des Festaktes über, dessentwegen er gestern als Ehrengast in die Aula der Alten Universität in Graz gekommen war: Gefeiert wurde das 150-jährige Bestehen der Bezirkshauptmannschaften in Österreich.

Zu Beginn klärte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit einem Augenzwinkern auf: Er habe Justizminister Josef Moser gerade versichert, dass das "nicht der Gefangenenchor der Bezirkshauptmannschaften" sei. Es war natürlich der Chor der HIB Liebenau, dessen Schüler mit einer Passage aus Ludwig van Beethovens Fidelio den Festakt eröffneten. Zu feiern gab es das 150-jährige Bestehen der Bezirkshauptmannschaften in Österreich - und viele Behördenvertreter waren der Einladung gefolgt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der "zeitlich befristete Bürger von Mürzsteg" (dem Sommersitz des amtierenden Präsidenten) gab sich launig wie meist: Bisher habe er dort noch keine Probleme gehabt, er würde sich aber bei Bedarf natürlich an Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman wenden.

Festakt in der Alten Uni Graz: Bezirkshauptmannschaften feierten 150 Jahre

Bundespräsident Alexander van der Bellen

Nicholas Martin

Sonderbriefmarke in Übergröße

Nicholas Martin

Schützenhöfer, Van der Bellen, Post-Generaldirektor Georg Pölzl, LH-Vize Michael Schickhofer, Ex-Verfassungsgerichtshofpräsident Gerhart Holzinger, Justizminister Josef Moser (von links) mit Sonderbriefmarken

Nicholas Martin

Schickhofer, Moser

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Mitglieder des hib.art.chor mit dem "Gefangenenchor" aus Fidelio

Nicholas Martin
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Der Bundespräsident klärte auch darüber auf, dass die Bezeichnung "Bezirkshauptfrau" offiziell zulässig, aber nicht per Bundesgesetz festgeschrieben sei. Und an den Justizminister äußerte er die Hoffnung, dass die Gehaltstabelle für die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaften "nicht Ihrem Reißwolf zum Opfer fällt".

Schützenhöfer, der derzeit durch die 12 steirischen Bezirkshauptmannschaften tourt, lobte "die kurze Verfahrensdauer" an den steirischen Bezirksbehörden - "und wenn es darum geht, noch Freitagnacht einen abgelaufenen Pass zu erneuern". Sorge mache ihm indes der wachsende Anteil an Sozialarbeit, etwa Kindesabnahmen. Und dass "die Hemmschwelle gegenüber Behörden und staatlichen Einrichtungen gefallen" sei, zum Beispiel beim Thema Mindestsicherung.

Als geladener Vortragender erklärte der frühere Präsident des Verfassungsgerichts, Gerhart Holzinger, warum es zur Reform 1868 gekommen war: Um Verwaltung und Justiz zu trennen, den Bauernstand zu befreien und die Gemeinden von staatlicher Bevormundung zu lösen, wurde diese Neugestaltung der Verwaltung durchgesetzt.

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walterkaernten
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bezirkshaupmannschaften

Vorschlag:

1.
Gemeinden ca 100 000 einwohner und ALLES TRANSPARENT

2
BEZIRKSHAUPMANNSCHAFTEN auflösen.

3.
Bundesrat auflösen.

4.
A:
Mit dem ersparten schulden zurück zahlen, denn wenn die zinsen steigen, dann ist ÖSTERREICH nicht mehr finanzierbar.

B:
Strassen sanieren.

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