SteiermarkKinderanwältin begrüßt Alktests für Jugendliche

Jugendschutznovelle ermöglicht Alkotest für Jugendliche, die legal, aber zu viel Bier oder Wein getrunken haben. Denise Schiffrer-Barac, steirische Kinder- und Jugendanwältin das.

Denise Schiffrer-Barac, Kinder- und Jugendanwälti
Denise Schiffrer-Barac, Kinder- und Jugendanwältin der Steiermark © Jürgen Fuchs
 

Die Landerätin Ursula Lackner (SPÖ) bringt am Donnerstag (8. 2.) die Jugendschutznovelle in die Landesregierung ein. Inhalt: Das Rauchverbot für Jugendliche unter 18 Jahren. Tabu werden außerdem E-Shishas, E-Zigaretten und diverse "tabakähnliche" Erzeugnisse. Eine Übergangsfrist für junge Tabaksüchtige, wie sie Experten empfohlen hatten, schaffte es nicht in die Novelle. "Zusätzliche behördliche Maßnahmen" hingegen schon. Konkret sind dies Alkohol-Tests für Jugendliche.

Prävention

Kein Problem hat damit Denise Schiffrer-Barac, die Kinder- und Jugendanwältin des Landes Steiermark. Die Alko-Tests hätten durchaus "präventiven Charakter", solange die Exekutive mit Augenmaß vorgehe. Schulungen sollen die Beamten in ihrer Arbeit unterstützen.

Wichtig ist der Kinder- und Jugendanwältin, dass nicht sofort Geldstrafen für Jugendliche, die legal, aber zu viel Bier & Co. getrunken hätten, fällig wären.   

Bier und Wein

Hinter den Tests verbirgt sich ein weiterer Anlauf, um den "übermäßigen Alkoholkonsum durch Jugendliche" einzudämmen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Schnaps oder anderes Hochprozentiges, ebenso wenig um die Alcopops. Sondern um ein häufiges Problem in der Praxis: Jugendliche ab 16 Jahren trinken zwar ganz legal Bier, Wien etc. – aber in solchen Mengen, die niemandem guttun. Vom Jugendschutz kann dies allerdings nicht geahndet werden.

Die Novelle ändert das: Sollten Jugendliche "Merkmale einer psychischen oder physischen Beeinträchtigung" aufweisen, kann sie die Polizei zum Alkotest auffordern. Erhärtet sich der Verdacht, hat sich der Betroffene auf eine Schulung einzustellen. Auf Geldbußen wurde verzichtet. Es sei denn, der Alkotest wird verweigert: Eine Anzeige wäre die Folge. Promillegrenzwerte sind in der Novelle nicht zu finden.
Es zählt die Erfahrung der Beamten – und ein Katalog mit Merkmalen.

Demnach gelten als Beeinträchtigung: Abnahme des Reaktionsvermögens, des Gleichgewichts oder der Koordination. Außerdem Desorientiertheit, Einschränkung des Sehvermögens sowie abnehmende Urteilsfähigkeit. Nicht zu vergessen: höhere Risiko- und Gewaltbereitschaft sowie Schwierigkeiten beim Reden.

Diese Novelle – sie beinhaltet noch die Themen wie Autostoppen oder Altersnachweise – soll morgen eingebracht werden und nächste Woche die Landesregierung passieren. Dann ist der Landtag am Zug, er könnte das Paket bereits Anfang März beschließen. Freilich bemüht sich Lackner weitere Bundesländer ins Boot zu holen – Stichwort Rauchverbot bis 18. Das hat sie Ministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) bei einem Treffen auch so mitgeteilt.

 

Kommentare (3)

Kommentieren
hmw42ax4xcjxo7wqmyu2utw81wg8r0je
0
2
Lesenswert?

Wenn es vom Jugenschutz her nicht geahndet werden kann

wozu dann?
Entweder man darf Bier trinken oder nicht.
Punkt.
Es liegt an den Eltern ein gewisses Verantwortungsbewußtsein zu bilden.
Und - jeder Jugendliche muss seine eigenen Erfahrungen machen.
Positive wie negative.
Zu wenig Wasser zu trinken ist auch schädlich für den Körper - kommt dann auch eine Hydrationskontrolle - vor allem für die ältere Generation?
Wird jetzt der Menschheit das "selbst Denken" abgewöhnt?

Antworten
Mein Graz
0
3
Lesenswert?

Was ist die Grenze?

Schon allein die Feststellung treffen zu müssen, wer "Merkmale einer psychischen oder physischen Beeinträchtigung" aufweist ist schwierig.
Alkotest ist OK, aber wie hoch ist die Grenze des Erlaubten?
0,5, 0,8 oder gar über 1 Promille?

Man muss jungen Menschen klare Grenzen setzen, das ist klar.
Wäre es aber nicht besser, endlich in Vorbeugung zu investieren und nicht erst einzugreifen, wenn die Jungen schon saufen?

Also: wozu "Kindersekt" usw., Altersgrenze bei 16 Jahren für Wein und Bier?
Und: was passiert im Elternhaus, wo schon viele Kinder sehen, dass Mama und/oder Papa täglich wie selbstverständlich zum Alkohol greifen, und wo sogar 8-jährigen der "Schluck Bier" angeboten wird?

Antworten
DerOfficer
2
3
Lesenswert?

ppsitiv

Ev endlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Antworten