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Jihadisten-Prozess

Angeklagter gibt zu: "Ich war beim IS"

Gericht knöpfte sich am Dienstagvormittag Muchbarek T. vor: Er gesteht ein, beim IS gewesen zu sein, er habe sich aber diesem nicht angeschlossen und nicht gekämpft.

Muchbarek T. will übers Abschlachten im Jihad nur "gescherzt" haben
Muchbarek T. will übers Abschlachten im Jihad nur "gescherzt" haben © Zeichenstrich
 

Am Vormittag stand der zweite Angeklagte neben Mirsad O. im Zentrum des Grazer Jihadisten-Prozesses: Muchbarek T. wird ja des mehrfachen Mordes mit terroristischem Ziel bezichtigt. Er soll im Kampfgebiet Bewohner eines Hochhauses ermordet haben, weil sie sich geweigert hätten, dass auf ihrem Dach ein Geschütz montiert werde.

Der 28-Jährige, der aus dem Umfeld des Hasspredigers Mirsad O. kommt, gestand am Straflandesgericht Graz zwar ein, er sei beim Islamischen Staat gewesen, bestreitet aber, sich dem IS auch angeschlossen oder gar für ihn gekämpft und getötet zu haben.

Mit den Abhörprotokollen seiner Telefonate konfrontiert, die sich rund ums Abschlachten Ungläubiger drehen, blieb Muchbarek T. bei der Verteidigungsstategie, die schon am ersten Prozesstag zu hören war. Das seien verkürzte Zitate, im Übrigen habe es sich dabei nur um Scherze gehandelt.

Zwei Muslimas verprügelt

Einen Einblick in das Weltbild des 28-Jährigen gibt eine "Alltags-Anekdote" aus dessen Leben, auf die die Anklage Bezug nahm. In Wien sei er mit seiner hochschwangeren Frau im Auto unterwegs gewesen, als er bei einer Straßenbahn-Haltestelle zwei muslimische Frauen sah. Diese trugen zwar Kopftuch, aber auch Hosen. Er stieg aus, um sie zurechtzuweisen, dass sie das als Muslimas nicht dürften.

Der Zwischenfall endete brutal. Muchbarek T. habe die beiden Frauen verprügelt, so der Ankläger, der vom 28-Jährigen wissen wollte, ob er denn Mirsad O.s Sittenwächter gewesen sei. Muchbarek T. wies das zurück. Die Frauen habe er im Übrigen nur geschlagen, weil sie ihn angespuckt hätten.

Im weiteren Prozessverlauf wird heute ein Islam-Kenner als Gutachter vor Gericht auftreten und seine Expertise über Islam, Islamismus und Jihadismus abgeben.