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Korruptions-Staatsanwälte

Korruptionsjäger haben nun auch einen Sitz in Graz

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat die Grazer Außenstelle der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eröffnet. Sie besteht aus vier Oberstaatsanwälten, Spezialisten für komplexe Wirtschaftsfälle.

Der Minister übergab symbolisch den Schlüssel der Außenstelle © Jürgen Fuchs
 

Die erste Außenstelle der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Justizminister Wolfgang Brandstetter gestern Nachmittag in der Paulustorgasse 15 in Graz eröffnet. „Die Justiz ist mit einer stets steigenden Anzahl an Wirtschaftsdelikten mit teils komplexen Verflechtungen konfrontiert. Mit einem zusätzlichen Standort können wir derartige Delikte künftig noch effizienter und effektiver bekämpfen.“

Es ist keine „Filiale“, die seit Sommer in Graz entstanden und nun in Vollbetrieb ist. Die Oberstaatsanwältin und die drei Oberstaatsanwälte der Außenstelle gehören der WKStA in Wien an und seien auch nicht für speziell steirische Fälle zuständig, stellt WKStA-Sprecher Norbert Hauser klar. Sie haben lediglich ihren Dienstort in der Steiermark.

Regionalisierung

„Nicht jeder ist bereit, nach Wien zu ziehen“, gab Brandstetter Einblick in die Gründe für die Regionalisierung. Weitere Außenstellen in Linz und Innsbruck sollen noch dazukommen. So soll leichter qualifiziertes Personal „mit Fachkompetenz, vor allem Wirtschaftskompetenz“ außerhalb von Wien rekrutiert werden. Derzeit sind erst 32,5 der 40 Planstellen bei der WKStA besetzt. Zu den Staatsanwälten kommen noch zwölf Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und IT.

Schrittweise hat das Grazer Team mit den Oberstaatsanwälten Christine Jilek, Robert Riffel, Konrad Kmetic und Stefan Strahwald bereits im Juli seine Arbeit aufgenommen, der Regelbetrieb startete mit einer, wie Brandstetter lobte, „nüchternen und bescheidenen Eröffnungsfeier, die den Geist des Teams wiedergibt“.

Whistleblower

Die WKStA ist zuständig für schwere Amts- und Korruptionsdelikte mit Ausnahme des Amtsmissbrauchs, für Wirtschaftsstrafsachen mit Schaden über fünf Millionen Euro und sogenannte „Bilanzfälschungsdelikte“. Sie hat eine „Whistleblower-Homepage“ eingerichtet, in die bereits 3226 Meldungen eingegangen sind, von denen nur sieben Prozent substanzlos waren. Über ein Postfach können Hinweisgeber auch anonym mit der Behörde kommunizieren.

Aktuell hat die WKStA wie berichtet auch den „Fall Gratkorn“ übernommen, bei dem es unter anderem um den Vorwurf fragwürdiger Baugeschäfte und Förderungen für den ehemaligen Fußball-Erstligisten geht.

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