Die Frau war noch ansprechbar, als Notarzt Christian Heinrich in dem Wettcafé in Bad Radkersburg eintraf: "Wir haben alles probiert." Doch am Ende waren die Verletzungen zu schwer, die 56-Jährige starb an einem Inhalationstrauma. Mit ihrem Lebensgefährten war sie im Gastgarten des Cafés gesessen, als es zu dem tödlichen Unfall kam.

Die Frau war auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. Als sie sich im Gastgarten eine Zigarette anzündete, reagierte der Sauerstoff mit dem Feuer. Laut Polizei entzündete sich das Gemisch und explodierte. Die Frau, die durch eine Vorerkrankung belastet war, atmete die Rauchgase ein: „Das führte zu ihrem Tod“, sagt Mediziner Heinrich. Verletzt wurde bei dem Unfall sonst niemand. Der Lebensgefährte der Verstorbenen stand unter Schock. „Wir haben ihn dann noch zum Rettungswagen gebracht, damit er Abschied von ihr nehmen kann“, erzählt Heinrich.

"Wir sind alle sehr betroffen"


Von dem tragischen Vorfall zeugt im Gastgarten des Cafés gestern nichts mehr. Der Mitarbeiter im Café will zunächst nichts sagen. „Es war arg“, entfährt es ihm dann aber doch. Im Modegeschäft gegenüber haben zwei Mitarbeiterinnen zwei Krankenwagen und zwei Polizeifahrzeuge bemerkt. „Wir haben uns schon gefragt, was da los ist – aber wir haben uns um unsere Arbeit gekümmert.“

Sowohl die 56-jährige Steirerin als auch ihr Lebensgefährte wohnten im Landespflegezentrum Bad Radkersburg, nicht weit von dem Wettcafé. „Bewohner und Personal sind alle sehr betroffen. Besonders natürlich diejenigen, die engeren Kontakt mit der Dame hatte. Sie war sehr beliebt“, sagt Betriebsdirektorin Caroline Buchmann-Hirschmann. Das Paar war vor zwei Jahren in das Pflegezentrum gezogen. „Wir versuchen, dem Lebensgefährten der Verstorbenen nun natürlich jede Hilfe zukommen zu lassen, die er braucht. Auch wir selbst müssen das erst aufarbeiten.“

In Bad Radkersburg hat der tragische Vorfall noch kaum die Runde gemacht. Der Radkersburger Markus Gangl hat Einsatzfahrzeuge gesehen, als er gestern am Nachmittag am Café vorbeigefahren ist, erzählt er. „Da überlegt man schon, ob man noch anzieht“, meint er nachdenklich. Gerade hat er sich eine Zigarette angezündet. Eine Dame, die am Hauptplatz eben aus einem Haus kommt, hat kurz von dem Unfall gehört. „Tragisch. Dass man, wenn man schon Sauerstoff braucht, noch raucht. Aber als Raucher kann man wahrscheinlich nicht ohne“, sinniert sie.

Patientinnen und Patienten würden natürlich darauf hingewiesen, dass sie nicht rauchen sollen, wenn sie an ein Sauerstoffgerät angeschlossen sind, sagt Notarzt Christian Heinrich: „Manchmal wird das aber eben dennoch gemacht, Rauchen ist nun einmal eine Sucht. Die Frau musste leider den höchsten Preis dafür zahlen.“

 

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde geschrieben, dass die Sauerstoffflasche der Frau explodierte. Die Polizei hat diese Meldung mittlerweile korrigiert. Nicht die Flasche explodierte, sondern der Sauerstoff im Gerät.