Corona im Gefängnis"Ich fühlte mich wie ein Aussätziger"

Der Häftling Heinz A. erzählt, was es bedeutet, im Gefängnis coronapositiv zu sein, und warum die Absonderung einer Bestrafung glich.

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Am Donnerstag startete die Impfauffrischung in der Justizanstalt Graz-Karlau
Am Donnerstag startete die Impfauffrischung in der Justizanstalt Graz-Karlau © Jürgen Fuchs
 

Er hebt sich langsam aus dem Bett und trottet die wenigen Schritte zum Fenster, dreht um, geht zur Tür und zurück. Zwischendurch nimmt er sein Rätselheft in die Hand und blättert darin. Es ist Anfang Mai und Heinz A. sitzt seit zehn Tagen in Isolationshaft der Justizanstalt Graz-Kralau. Der 57-Jährige ist kein auffälliger Häftling, er hat sich weder geschlagen noch ist die Einzelzelle Teil seines Resozialisierungsprozesses.

Kommentare (6)
Vonherzengrazer
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Für mich völlig unverständlich…..

dass man rechtmäßig verurteilten Straftätern eine Möglichkeit auf dieser Plattform bietet, sich derart präsentieren zu können. Liebe Kleine Zeitung- brauch ich nicht! 😒

zweigerl
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Ach, wie "aussätzig"!

Danke, FRau Redakteurin mit dem unaussprechlichen Namen, für diese Reports aus dem Gefängnis, das man ja selber nur vom Hörensagen kennt. Ich bekomme allmählich mit, dass dort den kleinsten Animositäten der dringend trostbedürftigen Gefangenen im Zuge eines humanen Resozialisierungsprogramms einfühlsam entgegengekommen wird. Ach, der Insasse fühlt sich wegen der Isolierung "wie ein Aussätziger"! UNd es gibt die Maskentragepflicht. Nun, eine Art "Aussätziger" ist wohl jeder straffällig Gewordene, da er sich durch ein schändliches Verbrechen aus der Gesellschaft exkommunsiziert hat. Neulich bekam ich sogar zu lesen, dass im Fach "Politische Bildung" der internen Handelsschule die Teilnehmer darüber diskutieren, ob der Terroranschlag in Wien mir mehreren Toten wirklich nur ein verabscheuungswürdiges Verbrechen war. Gefängnisse scheinen somit zu hyperliberalen politischen Diskussionsplattformen geworden, die auch für die Verbrechenslegitimation Vorbildhaftes leisten. Die Ministerin Zadic kommt ja auch immer wieder vorbei, um Preise an die Inhaftierten zu vergeben.

Kleine Zeitung
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Haftstrafen sind keine Legitimierung der Verbrechen

Liebe/r User/in,

Sie sollten wissen, dass Gefängnisse in erster Linie immer die Aufgabe haben, Straffällige mit einer begrenzten Haftstrafe auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten und im besten Fall in die Gesellschaft einzugliedern (dass das dem Großteil nicht gelingt und dementsprechend auch die Rückfälligkeitsrate hoch ist, ist Tatsache). Und das hat nichts mit der Legitimierung von Verbrechen zu tun, denn ansonsten gebe es keine Haftstrafen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Redakteurin mit dem unaussprechlichen Nachnamen

P.S.: Als kleiner Tipp: [brɛʃt͡ʃakovɪt͡ʃ] oder vereinfacht Bresch-tschako-witsch.

zweigerl
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Bitte differenzierter!

Ja, mir ist der humane Strafvollzug nicht unbekannt. Dennoch, liebe Frau Redakteurin breskacovic, sind Ihre gutgemeinten reports aus dem Gefängnis für Normalbürger eine harte kost. Schließlich hat fast jeder eine Erfahrung mit einem skrupellosen Verbrecher hinter sich. Die haben kein Recht, zimperlich zu sein. Wenn ich bloss an diese heulsuse vor Gericht denke, die vorher die herrengasse zur Todesstraße für Passanten gemacht hat. Bitte achten Sie auf einen etwas diffetenzierteren berichtsstil! Der für seinen Lerneifer gelobte Mörder ist eine äußerst zwiespältig Figur.

DavidgegenGoliath
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Diese Zustände gab es auch in Altersheimen,

dort wurden auch alte Menschen in ihren Zimmern eingesperrt! Angeblich zu deren Wohl!

Heike N.
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Ja, die Pandemie trug seltsame,

teilweise schwer verdauliche Früchte.

Man möge vielleicht auch an die in der Mehrheit weiblichen Alleinerziehenden denken, die in Isolation nicht nur für sich selbst sorgen mussten.