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Kriminalpodcast"Der Unmensch von St. Vinzenz"

Ein Dorf im steirisch-kärntnerischen Grenzgebiet, das heute völlig ausgestorben ist, wurde in den 60er-Jahren zum Schauplatz eines Gewaltverbrechens. Nach der brutalen Tat nahm der Täter sogar noch an der Suchaktion nach seinem Opfer teil. Als er überführt war, ergötzte er sich an der Aufmerksamkeit der Medien, die sich darüber echauffierten und entsprechend berichteten – ein Teufelskreis.

 

Mitten im Wald oberhalb von St. Vinzenz auf der Soboth, schwer auffindbar, umgeben von hohen Fichten, ragt ein handgeschmiedetes Kreuz aus dem Boden. An Annemarie E. erinnert es, geboren am 30. April 1949, gestorben am 19. Oktober 1964. „Du starbst uns viel zu früh und wirst so schwer vermisst. Du warst so lieb und gut, dass man dich nie vergisst“, ist dort zu lesen.

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55 Jahre nach ihrem Tod hat man Annemarie nicht vergessen – und wohl auch nicht ihr Schicksal. Denn das damals noch halbe Kind wurde Opfer eines grausamen Verbrechens. War es ein Jagdunfall gewesen, zu dem sich kein Jäger bekennen wollte? War das Mädchen Opfer eines Wilderers geworden?

Zwei Männer wurden verhaftet und wieder freigelassen. Zahlreiche Menschen aus dem Umfeld des Mädchens wurden befragt, unter ihnen der 28-jährige Siegfried K. Annemarie hatte dem körperlich beeinträchtigten Mann öfter geholfen, gemeinsam hatten sie Pilze gesucht. Belastet von einem Zeugen, legte der Mann schließlich ein Geständnis ab.

Bei der Tatrekonstruktion hat Siegfried K. den anwesenden Journalisten sogar Autogramme angeboten, wie in der Kleinen Zeitung von damals nachzulesen ist. Dem Gericht in Klagenfurt hingegen konnte er sich nicht mehr stellen. K. erhängte sich vor dem Prozess in seiner Zelle.

Im Podcast wird auch darüber gesprochen, warum und wie sich die Kriminalberichterstattung in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Foto © kk

"Lost Place" St. Vinzenz

In dieser delikt-Folge spricht Georg Lux mit Gastgeber David Knes darüber, wie er durch Zufall auf diesen Fall gestoßen ist, was damals passiert ist und über die außergewöhnliche Geschichte, wie der Ort St. Vinzenz zu einem "Lost Place" wurde. Außerdem wird die Rolle der Medien in der Kriminalberichterstattung, welche Probleme diese damals mitbrachte und wie das heute ist, gesprochen.   

St. Vinzenz: "Lost Place"

In diesem im Wald versteckten Friedhof erinnert ein handgeschmiedetes Kreuz an Annemarie E. 

St. Vinzenz liegt am nördlichsten Zipfel des Stausees auf der Soboth. Von der B69, der südsteirischen Grenzstraße, führt eine Abzweigung an der See-Rast direkt zum Dorf. Einige wenige Ruinen aus der Glanzzeit der Glashütte sind im Wald hinter dem verlassenen Haus auf der Südseite des Baches zu finden. Ein Glasfenster der Kirche nennt die drei eng mit der Geschichte des Dorfes verknüpften Jahreszahlen 1687 (Gründung), 1878 (Schließung der Glashütte) und 1990 (Fertigstellung des Stausees).

Zum Friedhof führt eine für den Verkehr gesperrte Forststraße, die an der Brücke über den Bach bei der Kirche St. Vinzenz beginnt und anfangs parallel zum Stauseeufer in Richtung Süden verläuft. Wer gerne querfeldein marschiert, folgt ihr rund 150 Meter lang und biegt dann bei den gelben „Hütchen“, mit denen die Gaspipeline markiert ist, rechts in den Wald ab. Der Trasse entlang geht es dann bergwärts noch etwa 250 Meter zum Friedhof.

Entlang der Forststraße ist der Weg mit 20 bis 30 Minuten Gehzeit ein wenig länger. Man passiert gleich nach der Trasse der Gaspipeline die ehemalige Volksschule von St. Vinzenz und muss sich 150 Meter danach bei der Weggabelung rechts halten. Nach 300 Metern kommt die nächste Kreuzung, auch hier heißt es wieder: (scharf) rechts abbiegen. Dieser Weg kreuzt nach etwas mehr als 400 Meter die Trasse der Gaspipeline, die – in diesem Fall talwärts – zum Friedhof führt.

Weichselbraun

Die Wegbeschreibung stammt aus diesem Buch. Darin werden stimmungsvolle Orte abseits touristischer Pfade, die dem Verfall preisgegeben sind gezeigt: Lost Places geben Besuchern das Gefühl, in diesem Moment eine Geschichte festzuhalten, die bald endgültig vergessen sein könnte. 

Hier finden Sie mehr Infos zum Buch!

kk

Klicken Sie sich durch weitere Eindrücke aus dem verlassenen Ort.

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Kommentare (2)
Kommentieren
GuentAIR
0
6
Lesenswert?

Ein sehr stiller Platz,

auf dem sehr viele meiner Vorfahren ihre letzte Ruhestätte haben. Und St. Vinzenz ist ein Ort mit netten Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugend, aber auch an das Schicksal der „Annamirl“ 😐

tupper10
6
8
Lesenswert?

Sorry, aber der Interviewer im Podcast ist nur nervig

Quatscht viel zu langatmig selbst, und das auch noch im Dialekt. Fragt mehrfach, was eh schon gesagt wurde. Für künftige Podcasts gibt hoffentlich Alternativen.