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Mietrückstände "Die Verzweiflung bei vielen Mietern ist groß"

Mietrückstände lassen Steirer verzweifeln. Bei der Wohnungssicherungsstelle der Caritas verzeichnet man um 25 Prozent mehr Anfragen und fürchtet eine Zuspitzung der Situation.

Hab und Gut wird eingelagert - nur kaputte Dinge werden bei einer Delogierung entsorgt © (c) imago/McPHOTO
 

Wird eine Wohnung vor einer Delogierung nicht selbst geräumt, kommen an besagtem Tag Spedition, Gerichtsvollzieher und jemand, der die Wohnung aufsperrt, so Iris Eder, Leiterin der Caritas-Wohnungssicherung und der Beratungsstelle zur Existenzsicherung. Die gesamte Wohnung wird leer geräumt, Hab und Gut eingelagert und die Mieter werden der Wohnung verwiesen. "Was man bekommen muss, sind Dokumente", erklärt Eder wie der Verlust der eigenen vier Wände im schlimmsten Fall abläuft. Vor einer Delogierung muss es aber zu einer Räumungsklage bei Gericht kommen: "Ab der zweiten offenen Miete und die laufende nicht bezahlt ist es ein qualifizierter Mietrückstand."

Kommentare (8)
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critica
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Mag dieses Foto oben auch gestellt sein, ...

... die Wirklichkeit schaut aus eigener Wahrnehmung oft so aus.
Bei Auszug, es muss gar nicht Delogierung sein, landet oft noch gutes Inventar nach "Flug aus Fenster" im Hof.
Abtransport kann die Gemeinde oder die Wohnungsgenossenschaft vornehmen!
Neue Wohnung wird wieder mit Ratengeschäft neu eingerichtet.
Start in weitere Verschuldung und Rückständen bei Mietzahlung ist somit vollbracht.
Privatkonkursrecht soll dazu noch Erleichterungen schaffen!
Insgesamt einfach unverständlich!

carlottina22
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Ich verstehe vollkommen,

dass man unverschuldet in eine finanzielle Notsituation geraten kann und es dann auch aufgrund verschiedener Komponenten zu Eskalationen wie einer Delogierung kommt. Aber, wenn ich lese, dass sich Mietrückstände von 9000 Euro bilden, muss ich davon ausgehen, dass diese Menschen entweder den Kopf in den Sand stecken und das für lange Zeit oder es - ich nehme an, in sehr, sehr wenigen Ausnahmefällen - einfach darauf anlegen.

MuskeTiere4
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Hier geht es um eine länger andauernde Ausnahmesituation!

Die Vermieter sitzen trotz aller Unwägbarkeiten immer noch am längeren und stärkeren Ast!
Wer sich Leerstehungen gegenüber zügiger Wiedervermietungen auch während einer Pandemie leisten kann, Wohnungssanierungen und notwendige Instandhaltungsarbeiten nur dann macht, wenn die Klage droht, steht noch immer nicht schlecht da oder unternimmt gar alles, was zeitgerecht nötig ist. Mir tun die Vermieter weniger leid wegen der vielzitierten Mietnomaden. Unterm Strich geht es sich für sie wirtschaftlich noch immer besser aus als den Mietern am dünnsten Astende. Am Mietgesetz müsste mal gearbeitet werden! Die Rechte der Mieter gehören gestärkt!

Minny
3
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Ausnahmesituation, das ich nicht lache

Am Mietgesetz muss sich bestimmt was ändern aber zugunsten des Vermieters. Für Miete hab ich immer Geld gehabt. Ob arbeitslos oder arbeitend. Viele können auf ihren Luxus wie Zigaretten,Auto Tätowierungen (Ja heutzutage sind solche Sachen Luxus) nicht verzichten. War auch alleinerziehend hab aber sogar nebenbei noch gespart und jetzt gehöre ich auf die Seite des Vermieters. Wer arbeiten will bekommt immer Arbeit. Die Mieter die nicht zahlen wollen,so nenne ich das, sollten schneller aus des Vermieters Wohnung . Gibt genug Stellen wo man früher hingehen kann wenn man in Not ist. Der Vermieter bleibt meistens auf den Kosten sitzen

calcit
3
9
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Dann haben sie von der Branche keine Ahnung...

...eine Leerstand kann man sich grundsätzlich nicht leisten: Wer bezahlt den die Betriebskosten oder die Rückzahlungen - die laufen ja trotzdem weiter... Weiters kann von einer "zügigen Wiedervermietung oft keine Rede sein - selbst wenn sie nur das notwendigste machen müssen in einer Wohnung kann das länger dauern bis sie die entsprechenden Handwerker bekommen und abschließen können. Weiters wenn es um die "notwendigen Sanierungen und Instandhaltungsarbeiten" geht - da scheiden sich natürlich die Geister, denn das was ein Mieter will kann auch durchaus über das "Notwenige" hinausgehen und wird zeitweise schon oft unverschämt. Weiters gibt es genug Mieter die ihnen eine Wohnung in einem Zustand hinterlassen die auch über das zumutbare Maß hinausgeht und oft stillschweigend akzeptiert wird weil einfach der Aufwand sowohl finanziell als auch zeitlich für ein gerichtliches Nachspiel nicht mehr vertretbar ist...

calcit
1
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Weiters: Was haben sie für eine Vorstellung von Mietnomaden?

Wir hatten welche die haben in kurzer Zeit einen Mietrückstand von fast € 5000.-- angehäuft und sind dann in einer Nacht und Nebelaktion verschwunden. Die Sanierung der Wohnung hat nochmals fast € 2000.-- gekostet da Parkettboden und Wände beschädigt war (nicht nur abgenutzt) - weil das können sie ja einem Nachmieter nicht zumuten und die Gerichtskosten waren auch noch zu zahlen. Dann habe sie das ganze Möbiliar einlagern müssen und die Personen waren nicht mehr greifbar bzw. als sie wieder auftauchten auf Grund deren finanziellen Situation nicht pfändbar...

AndiK
6
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Dann versteht

man auch warum viele Vermiter derzeit ihre Wohnungen lieber leer stehen lassen

calcit
8
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So schlimm das in einigen Fällen auch sein mag, aber auch viele...

...unverschuldet in solch Situation kommen. Auch der Vermieter muss seine Rechnungen zahlen. Laufende Instandhaltungen, Betriebskosten, etc... streift ja nicht der Vermieter ein und wenn die Kosten nicht bezahlt werden sind die fordernden Unternehmen, das Finanzamt auch ziemlich schnell mit den Mahnungen da. Im übrigen wenn´s mal eine Delogierung laufen haben oder Mietnomaden das sind dann Kosten für Gericht, Räumung, Einlagerung, Renovierung, Mietausfall - die manchen die Einnahmen für ein ganzes Haus verschlingen...