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Unfall-Betrugsmasche„68.000 Euro oder die Tochter geht ins Gefängnis“

Ein 71-jähriger Grazer schildert, wie ihn ein vermeintlicher Polizist diese Woche mit der Unfall-Masche fast in die Falle gelockt hätte.

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Der Anrufer gab sich als Polizist aus
Der Anrufer gab sich als Polizist aus © Minerva Studio - Fotolia
 

Der Anruf kam gegen 10.45 Uhr. Als der Grazer abhob, hörte er zunächst nur Unverständliches – er möge entschuldigen, konterte der Anrufer, er sei so aufgeregt. Das war die Einleitung für eine Betrugsmasche, die erst vor Kurzem eine 89-jährige Leobenerin 50.000 Euro gekostet hatte.

Diesmal war es ein Techniker (71), den fast der Schlag traf: Der Unbekannte gab sich als Polizist aus – die Tochter des Grazers sei im Wachzimmer, sie habe einen Unfall gehabt. Es gebe zwar keine Verletzten, aber das Auto des anderen sei kaputt. Das Problem: Die Versicherung der Tochter sei seit 14 Tagen abgelaufen ...

„Ich habe keine Ahnung, wie meine Tochter ihre Versicherung einzahlt“ – auf jeden Fall fragte der Vater, was man machen könne. Und die Antwort kam prompt: 68.000 Euro zahlen, beim Auto des Unfallgegners handle es sich nämlich um einen Porsche. Sonst gehe die Tochter 14 Tage ins Gefängnis.

Ruhig bleiben? Logisch denken? In so einer Situation leichter gesagt als getan. „Wir haben zwar in der Früh noch gemailt, aber ich habe nicht gewusst, wo die Tochter sich im Moment aufhält.“ Folgerichtig fragte der besorgte Vater, wo sie sei? In Graz, meinte der Anrufer, der „eher süddeutsch“ sprach. In der Schmiedgasse?, setzte der 71-Jährige nach – und der Anrufer musste nur noch Ja, Ja sagen.

Auf die Frage, ob er mit ihr sprechen wolle, wurde der Hörer tatsächlich kurz weggehalten, jemand schluchzte herzzerreißend, dann war wieder der Polizist dran: Die Tochter könne nicht sprechen.

68.000 Euro, das reiche als Kaution, meinte der Anrufer nach einer kurzen Rücksprache mit einem „Richter“ im Hintergrund. „Haben Sie das?“ – „Nicht zu Hause.“ – „Wie viel hätten Sie denn?“ – „Nicht mehr als 100, 200 Euro.“ – „Haben Sie Goldbarren oder Schmuck, das könnte man auch als Einsatz nehmen?“ Nein. Der Techniker überlegte, ob seine Ex-Frau helfen könne – doch prompt hieß es, die habe man schon angerufen, die habe nur 10.000 Euro.

Als der Grazer darauf bestand, zuerst die Tochter zu sehen, willigte der andere zwar zunächst ein. Er wollte in einer Stunde wieder anrufen, meldete sich dann aber nicht mehr.

In dieser Stunde überlegte der 71-Jährige, der weder Tochter noch Ex-Frau erreichen konnte, wo er sich zur Not etwas ausborgen könne, dann endlich hatte er die Tochter am Telefon. Alles in Ordnung! Der Grazer erstattete Anzeige und ist froh, dass er tatsächlich keine Wertsachen daheim und das auch gesagt habe. „Dadurch habe ich keine Angst, dass die in der Nacht suchen kommen.“

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Danke für Ihr Verständnis.

Citizen
0
12
Lesenswert?

Mit allen Wassern..

..gewaschen diese Verbrecher. Gut das der Mann seine Tochter noch rechtzeitig erreicht hat.

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