AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Regisseur angezeigtStraftat oder Rufmord? Kurioser Streit um Geld

„Österreichischer Starregisseur unter Betrugsverdacht“ heißt es in einer Zeitungsannonce. Es geht um 110.000 Euro, die sich ein steirischer Filmschaffender ausgeliehen hatte.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
Steirischer Regisseur angezeigt
Das ist der Stoff, aus dem Filme sind © Fotolia/Tatiana Shepeleva
 

Es kommt sicher öfter vor, dass sich jemand Geld ausleiht und nicht rechtzeitig zurückbezahlt. Dass die Causa dann allerdings in einem fünfspaltigen Zeitungsinserat ausgebreitet wird, ist wohl einmalig: „Österreichischer Starregisseur unter Betrugsverdacht“, hieß es Mittwoch in einer Tageszeitung – Prof. Rudolf Öhlinger (in der Gesundheits- und Immobilienbranche tätig, Anmerkung) fuhr darin gegen einen „international tätigen Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzenten“ schwere Geschütze auf: „Der 69-jährige gebürtige Steirer hat im vergangenen Jahr Prof. Rudolf Öhlinger um ein kurzfristiges Privatdarlehen ... für ,medizinische Therapien‘ gebeten und sich verpflichtet, dieses bis 31. 12. 2018 aus dem Erlös des Verkaufs seiner Kunstsammlung zurückzuzahlen“, ist da zu lesen. Auch, dass es um 110.000 Euro gehe.

Mittlerweile habe der Betreffende zwar 40.000 Euro bezahlt, er sei aber „abgetaucht und unter keiner Nummer“ mehr erreichbar. Es bestehe der Verdacht, dass der 69-Jährige „bereits bei der Vereinbarung des Darlehens keineswegs die Absicht gehabt hatte“, dieses zurückzuzahlen – heißt’s und im Gespräch mit der Kleinen Zeitung bekräftigt Öhlinger das.

Wenn sich jemand Geld ausleiht und weiß, dass er es nicht zurückzahlen kann oder will, ist das eine Straftat in Österreich

Prof. Rudolf Öhlinger

„Alles stimmt, ich kann es beweisen", meint der Professor im Gespräch.  Der Steirer habe ihn nicht das erste Mal um Geld gebeten – diesmal aber sei es um ein gesundheitliches Problem gegangen, darum habe er „noch am nächsten Tag“ überwiesen. „Mit der Auflage, das Geld bis Ende des Jahres zurückzugeben.“ Gegeben habe es dann aber nur E-Mails, SMS, Ausflüchte. „Wenn sich jemand Geld ausleiht und weiß, dass er es nicht zurückzahlen kann oder will, ist das eine Straftat in Österreich. Das lasse ich ihm nicht durchgehen“, so Öhlinger.

Mit 16. Jänner habe er „Klage bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen den Steirer eingereicht“ (erst daraufhin seien zwei Mal 20.000 Euro zurückbezahlt worden, sagt er).

Tatsächlich wurde ein Verfahren eingeleitet, bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien.

Kommentare (1)

Kommentieren
2a20bb3e96a90e7e7885ffc9bfc7f636
0
6
Lesenswert?

...wie heißt es so schön -

"beim Geld hört sich die Freundschaft auf".
Allerdings - wer 110.000 Euro herleihen kann - der knabbert auch nicht gerade am Hungertuch.

Antworten