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Kerstin FeltzMusikerin mit großem Herzen

Die Cellistin Kerstin Feltz ist auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. Ihr Herz hängt jedoch an ihren Studierenden und der Wahlheimat Wildon.

Auf den Bühnen der Welt und in Wildon zu Hause: Cellistin Kerstin Feltz © Clemens Humenink
 

Soeben ist Kerstin Feltz von einem Konzert auf großer Bühne zurückgekommen. In Thessaloniki spielte sie vor 1300 Besucherinnen und Besuchern im Gedenken an die Opfer des Holocaust. In Wildon richtet sich ihr Fokus auf die nächste Veranstaltung der von ihr ins Leben gerufenen Konzertreihe „Arte Classica“.

Schon Samstagabend treten im Schloss Wildon Gitarristin Petra Poláčková und Schauspieler Jochen Strack vor das Publikum. Die junge Musikerin mit Stücken der Renaissance und des Barocks, Strack rezitiert „Das große Testament“ von François Villon. Nähere Informationen finden Sie hier.

Für die Künstlerin Kerstin Feltz bedeutet die Organisation der Kammermusikreihe viel Arbeit. „Ich bin ja ein ehrenamtlicher Einfraubetrieb. Ich hab sicher jeden Sessel im Festsaal schon einmal in der Hand gehabt“, lacht sie.

Sie erstellt außerdem das Programm, druckt Plakate, betreut die Musikerinnen und Musiker, macht den Sitzplan, stellt Sessel auf und steht auf der Bühne. Auch den restaurierten Konzertflügel der Firma Bösendorfer aus dem Jahr 1958 stellt sie gemeinsam mit ihrem Mann zur Verfügung, und sogar die Holzsegel für eine bessere Akustik im Saal sind eine Konstruktion ihres Gatten Hieronymus, eines Geigenbaumeisters. „Das Engagement in der Heimat ist mir wichtig, auch wenn es nicht immer leicht ist“, betont sie.

Geboren wurde Feltz vor 56 Jahren in Jena in Thüringen. Nach der Wende kam der Vater nach Deutschlandsberg zu Siemens Matsushita, und die junge Cellistin, die mit 18 Jahren bereits die Goldmedaille des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbes sowie internationale Preise in Budapest und Moskau errungen hat, trat 1994 eine Professur an der Grazer Kunstuniversität an.

Seither unterrichtet sie junge Cellistinnen und Cellisten aus der ganzen Welt und unterstützt sie, wo sie nur kann. „Ich spiele manchmal schon ein bisserl die Ersatzmutter. Diese jungen Menschen bringen so viel Hoffnung mit und brauchen Zuwendung und Empathie über die fachlichen Belange hinaus“, erzählt die Musikerin, die selbst Mutter von vier Kindern ist.

Um ihren vielfältigen Alltag zu bewältigen, arbeitet sie viel. 20-Stunden-Tage sind für sie keine Seltenheit. „Aber das macht nichts. Wir leben durch die Arbeit und die Arbeit macht uns Spaß“, erklärt sie mit einem sympathischen Lächeln.

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cervus
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Wildon kann sich glücklich schätzen

eine so engagierte und erfolgreiche Künstlerin von Weltrang in unserer Gemeinde zu haben. Die Veranstaltungsreihe von „arte classica“ mit Prof. Feltz zeugt von großartiger Einsatzfreude das Kulturgeschehen in der Südsteiermark mit hohem Qualitätsanspruch zu bereichern.

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