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Wandel in NeudauGlaube, Liebe, Hoffnung an der Peripherie

Erneuerung aus eigener Kraft – das Beispiel der Gemeinde Neudau als starkes Lebenszeichen aus der Region zum Start ins neue Jahr.

„Fest der Nationen“: Neudau feiert seine Buntheit, mit dem Bürgermeister mittendrin © Otto Trimmel
 

Neudau in der Oststeiermark. Rotes Nest inmitten einer traditionell schwarz, zuletzt zunehmend blau geprägten Landschaft.

Leben ist Vielfalt. Aber Fremdes macht auch Angst.

Arbeit bedeutet Würde. Aber Traditionen bröckeln, die Grundfesten von Dorfgemeinschaften brechen weg.

Wolfgang Dolesch ist Bürgermeister der 1.600-Seelen-Gemeinde Neudau. Vier Generationen lang war für seine Familie der Garnherstelle Borckenstein das Leben. Der heutige Bürgermeister hat sich im Studium der Arbeitergeschichte verschrieben. Er weiß um den Wert von Arbeit.

Borckenstein hat heute 140 Mitarbeiter. Noch vor wenigen Jahren waren es 450. 1995 war die Gemeinde die achtstärkste in der Steiermark, was die Finanzkraft betrifft. Heute ist man an drittvorletzter Stelle.

Vielfalt ist Stärke

Vielfalt ist Stärke. Dolesch und seine Mitstreiter werden nicht müde, es zu predigen, und die Saat geht auf. Kinder aus 24 Nationen besuchen die Schule in Neudau, mit 11 Religionen. Der Direktor und sein Team zeigen das vielsprachige Wörterbuch, das gerade auf dem iPad entsteht. Die Gemeinde stützt die Ausstattung, die Gemeinde förderte Sprachkurse. Die Infrastruktur steht allen zur Verfügung – auch Gemeindebürger gehen im Schul-Hallenbad baden.

Die Gemeinde lebt über die Schule hinaus hinaus Integration: Bei Borckenstein gab es Wertekurse. Den Neuen wird ein Willkommens-Leitfaden überreicht, Formale werden erläutert, die Mülltrennung erklärt. Die Gemeinde baut Wohnungen, neue und angestammte Neudauer wohnen Tür an Tür. „Vertrauenspersonen“ helfen, bei Kursen, bei Konflikten, bei Festen. Die Zuwanderer werden mitgenommen ins Dorfleben. Beim Fest der Nationen feiern alle ausgelassen miteinander.

Aufbruch in die Zukunft: Der Wandel in Neudau

Kraftfeld Inklusion

Als der Bürgermeister das Integrationszentrum nach Neudau holte, wurde er belächelt, heute gibt es im Sozialbereich 100 Arbeitsplätze mehr in der Gemeinde.

Otto Trimmel

Fest der Nationen

Die Musik verbindet.

Otto Trimmel

Groß und Klein

Kinder als Anker für Integration

Otto Trimmel
Otto Trimmel

Tanz und Spiel

Otto Trimmel
Otto Trimmel

Der Bürgermeister im Einsatz

Wolfgang Dolesch ist nicht nur Bürgermeister, sondern auch beim Roten Kreuz, bei der Lebenshilfe und bei vielen anderen lokalen Vereinen und Organsiationen

Otto Trimmel
(c) Johannes Motz, Otto Trimmel
Otto Trimmel

Spatenstich für das Pilotprojekt inklusives Wohnen

Hubert Heine

Industrielle Tradition

Die Fabrik Borckenstein: Heute arbeiten dort noch rund 140 Menschen

KK

Zentrale für mobile Dienste

Das Rot-Kreuz-Zentrum als Zentrale für die mobilen Dienste

KK

Offen für alle

Das Hallenbad der Schule - es steht auch den Gemeindebürgern offen

KK

Tür an Tür

Wohnungsübergabe in Neudau: Neue und angestammte Neudauer in guter Nachbarschaft

Hubert Heine
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Inklusion ist Zukunft

Auch die soziale Belastung, unter der so viele Gemeinden stöhnen, begreift Neudau als Lust: Lust zu Neuem. Schon 1898 verfügte die industrielle Enklave in der Oststeiermark über ein Armenhaus, seit 1934 gab es ein Ledigenheim. Heute ist Neudau Mustergemeinde für betreutes Wohnen. Es gibt ein großes Pflegeheim, und ein Zentrum für mobile Dienste.

Als Dolesch das Integrationszentrum der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung nach Neudau holte, haben ihn die Mitbürger belächelt, manche offen kritisiert. 100 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen. Nicht schlecht für eine kleine Landgemeinde, die gleichzeitig ihre Finanzen sanierte. Der top-ausgestattete Kultursaal wird für Tagungen, Konzerte, Bälle genützt. 2017 bekam Neudau den Österreichischen Integrationspreis als barrierefreie Inklusionsgemeinde.

Neue Jobs sind das Morgen

Dolesch kennt jeden, und jeder Klient kennt „den Wolfgang“ beim Rundgang durchs Integrationszentrum. Jüngste Projekte: Wohnungen für inklusives Wohnen, ein barrierefreier Wanderweg, ein barrierefreies Jugend- und Familiengästehaus, barrierefreie Sportanlagen. Es gibt Mittel vom Land, es gibt Geld der EU – Neudau nützt seine Chancen. „Ich habe noch viele Konzepte in der Lade“, sagt Dolesch. Immer winken neue Jobs und damit ein Morgen für die Gemeinde.

Neudau begreift auch den digitalen Wandel als Hoffnung, die Infrastruktur wird massiv ausgebaut. Viele müssen heute pendeln, manche sollen künftig von zu Hause aus werken.
Glaube an die eigenen Stärken, Liebe zur Region, Hoffnung auf eine Zukunft aus eigener Kraft – ein kraftvolles Signal zum Start in ein neues Jahr.

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