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Steirerin des TagesSie vernetzt Steirer und Balten

Die Obfrau des Lettischen Kulturvereins in Graz sorgt für einen Kulturaustausch nach Noten.

Ilze Kroja © Alexander Danner
 

"Ich fühle mich in beiden Ländern wohl und mag das steirische Gemüt“, unterstreicht Ilze Kroja, Wahlsteirerin mit lettischen Wurzeln. Als Obfrau des lettischen Kulturvereins hält sie seit zwei Jahren die kleine Community ihrer Landsleute in Graz zusammen. Stressige Wochen hat die Musikerin hinter sich, zeichnet sie doch für die musikalische Gestaltung von Feierlichkeiten verantwortlich, die am Sonntag im Grazer Dom und im Augustinum über die Bühne gingen. Die Letten feierten den 100. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit – auch in Graz.

„Karoga Dziesma“ und andere Lieder, die in Lettland jeder kennt, erklangen im Dom aus Dutzenden baltischen und österreichischen Kehlen. Der Chor des lettischen Kulturvereins „Pilskalns“ (Schlossberg) und der Grazer Chor „Voce Mea“ waren mit dabei – beide werden von Kroja geleitet, wie auch der Gesangsverein Unterpremstätten-Zettling. Dazu gesellte sich gestern das Ensemble Cantemus, das extra aus Riga anreiste.

Auch abseits dieser Feier vernetzt Kroja seit vielen Jahren mit musikalischen Mitteln ihre alte und ihre neue Heimat. „Ich war mit allen meinen Chören beim Sängerfest in Riga“, blickt sie zurück. Dazu muss man wissen: Die Sängerfeste sind ein ganz wesentlicher Teil des baltischen Kulturlebens. Chöre müssen sich vorab bewerben, um daran teilzunehmen. „Die Sängerfeste sind immaterielles Unesco-Weltkulturerbe“, erklärt Kroja. 40.000 Sänger und Tänzer waren im heurigen Jubiläumsjahr mit dabei. Und wieder hatten dank der Musikerin auch Steirer die Gelegenheit, sich unter die Teilnehmer zu mischen.

Zur Person

Ilze Kroja studierte in Riga Musikwissenschaften und Orgel. 1997 kam sie nach Graz, um Kirchenmusik zu studieren. Seither lebt sie in der Steiermark. Sie leitet den Lettischen Kulturverein, in dem die Letten ihre Sprache und Kultur pflegen. Regelmäßig fährt sie mit einer steirischen „Delegation“ zum Sängerfest nach Riga.

Kroja ist nicht nur Chorleiterin, sondern auch Organistin und unterrichtet Klavier und Orgel. 1997 kam sie nach Graz, um hier ihre kirchenmusikalische Ausbildung zu vervollständigen. Dass sie dauerhaft bleiben würde, war eigentlich nicht geplant. „Ich bin in Graz hängen geblieben“, erzählt Kroja schmunzelnd.

Schon Ende dieser Woche ist übrigens wieder Musik aus Lettland bei uns zu hören. Der lettische Staatschor, einer der besten Chöre der Welt, tritt bei „Voices of Spirit“ in Graz, Feldbach und Ilz auf. Einen der Dirigenten aus der langen Geschichte des Chores kennt Kroja besonders gut: ihren Vater Janis Dumins.

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