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Emil HomannDer allerletzte Adelige, bevor die Donaumonarchie unterging

Am Tag, als Kaiser Karl I. auf die Macht verzichtete, sprach er eine letzte Adelserhebung aus: für den Minister Emil Homann.

ARCHIVBILD KAISER KARL VON OESTERREICH
Karl I. war der letzte Herrscher der Habsburger-Monarchie © A0009 dpa
 

Morgen vor hundert Jahren kam es zur Zeitenwende: Kaiser Karl I. verzichtete „auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ – die Monarchie war damit Geschichte. Doch etwas währte zunächst fort: die Adelstitel. Zwar gab es nach dem Ende des Habsburger-Reiches keine rechtlich gültigen neuen Nobilitierungen mehr. Doch die bisherigen behielten vorerst ihre Gültigkeit.

Und der Allerletzte, der vom Kaiser geadelt wurde – an dessen letztem Tag an der Macht –, war der Minister für öffentliche Arbeiten: Emil Homann, der zwar schon Ritter war, sich von da an jedoch Freiherr Homann von Herimberg nennen durfte.

Der gebürtige Wiener hatte Wurzeln in der Steiermark geschlagen. In Leoben heiratete er seine Frau Hermine. Von dort aus startete er auch eine steile Beamtenkarriere: Nach dem Studium der Rechts- und Sozialwissenschaften in Wien und des Bergbaus in Leoben ging er zunächst in den Dienst des Ackerbauministeriums und wurde später dem Revierbergamt in Graz zugeteilt. 1899 wechselte er nach Wien, wurde Ministerialrat und später Sektionschef im neuen Ministerium für öffentliche Arbeiten. Ab 1917 war er Minister der drei letzten Regierungen der Monarchie.

Verhaftet und freigelassen

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs leitete Homann von 1919 bis 1920 das liquidierende Kriegsministerium und war später Präsident des Dorotheums. 1938 wurde er nach Einmarsch der deutschen Wehrmacht verhaftet und wenige Tage später nach einer Intervention wieder freigelassen.

Kaiser Karl I., der ja nicht offiziell abgedankt, sondern eben nur auf seinen Anteil an den Regierungsgeschäften verzichtet hatte, sprach nach seinem Verzicht übrigens zwar noch weitere Adelserhebungen aus. Doch Rechtskraft konnte aus diesen nicht mehr abgeleitet werden, da sie durch die Regierung hätten legitimiert werden müssen, was nicht geschah.

Seinen neuen Titel konnte Homann allerdings nicht lange tragen: Am 3. April 1919 hob die Nationalversammlung den Adel für alle Österreicher auf.

Der letzte Freiherr Emil Homann starb im Februar 1945 in Leoben.

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