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AuszeichnungUnesco macht steirische Brenner-Bibliothek zum "Nationalen Gedächtnis"

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur nahm die Bibliothek des steirischen Bischofs in das "Memory of the World Register – Memory of Austria" auf.

Die Brenner-Bibliothek
Die Brenner-Bibliothek © Diözese Graz-Seckau/Victoria Kellermann
 

Der Diözese Graz-Seckau wurde heute eine besondere Ehre zuteil: Die Unseco nahm die "Brenner-Bibliothek" - sie geht auf Bischof Martin Brenner (Amtszeit 1585-1615) zurück  in das Nationale Memory of the World Register – Memory of Austria auf. Die Urkunde nahmen Diözesanarchivar Matthias Perstling und die Direktorin des bischöflichen Mensalguts Andrea Kager-Schwar entgegen. „Durch diese Auszeichnung wird von der UNESCO bestätigt, dass wir einen kulturellen Schatz in unseren Depots hüten, der auf eine Stufe mit den wichtigsten historischen Dokumenten Österreichs zu stellen ist. Zugleich ist es für uns aber auch Auftrag, besonders auf unser kulturelles Erbe zu achten und dieses für kommende Generationen zu bewahren“, hebt der sichtlich stolze Diözesanarchivar Matthias Perstling hervor.

Diözese Graz-Seckau/Victoria Kellermann Diözesanarchivar Matthias Perstling
Diözesanarchivar Matthias Perstling © Diözese Graz-Seckau/Victoria Kellermann

Das Manuskript der „Vorauer Volksbibel“ im Besitz des Augustiner Chorherrnstiftes fand gleichzeitig Eingang in das „Nationale Memory of the World Register – Memory of Austria“.

Brenner-Bibliothek

Die sogenannte Brenner-Bibliothek umfasst die vom Seckauer Bischof Martin Brenner (Amtszeit 1585–1615) gesammelten 691 Werke, die er in 1100 Bänden mit repräsentativen Einbänden aus hellem Schweinsleder binden ließ. Im Sinne der katholischen Reform förderte Bischof Brenner die Ausbildung des Klerus und verfasste selbst einige Traktate. Nach eigenen Angaben verwendete der bibliophile Sammler 5400 Gulden für den Ankauf von zeitgenössischen Druckwerken und die entsprechenden Buchbindearbeiten. Die aufgeprägten Supralibros zeigen das Wappen Bischof Brenners – ein redendes Wappen: Mann mit brennender Fackel.


Die Bibliothek enthält nicht nur die wichtigsten theologischen und philosophischen Schriften jener Zeit, sondern es finden sich darunter auch zahlreiche Werke aus den Bereichen Historiographie, Rechtswissenschaft und Naturwissenschaften, unter denen die medizinischen Bücher einen besonderen Stellenwert einnehmen (z.B. auch ein gut erhaltenes Exemplar des botanischen Prachtwerkes Hortus Eystettensis). Bischof Brenner öffnete seine Bibliothek bereits zu seinen Lebzeiten für Studenten der Grazer Universität.


Bischof Martin Brenner

Die Brenner-Bibliothek ist untrennbar mit der Person Martin Brenners (1548–1616) verbunden. Aus bürgerlichen Verhältnissen aus Schwaben stammend, studierte er an der Jesuiten-Universität in Dillingen, wurde bereits mit 31 Jahren Rektor der Universität Ingolstadt und machte danach im Salzburger Erzbistum Karriere. 1585 wurde er zum Bischof von Seckau geweiht und war in der steirischen Diözese der erste Reformbischof des Trienter Typs, dessen zentrales Anliegen die Reform des Klerus war. Als Generalvikar über die steirischen Gebiete der Salzburger Erzdiözese wurde er vom Landesfürsten beauftragt, die Religions-Reformationskommissionen zu leiten, mit deren Hilfe die Rekatholisierung der Steiermark in kurzer Zeit durchgesetzt wurde.

 

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