Steirerin des TagesWaidmannsheil für die erste Frau an der Spitze der Jägerschaft

Marion Sarkleti-König (48) ist Juristin – und seit heute neue Geschäftsführerin der Steirischen Landesjägerschaft.

Marion Sarkleti-König folgt Karl Sirowatka als Geschäftsführerin der Steirischen Landesjägerschaft © Christine Hofer-Lukic
 

Es ist nicht so, dass es keine Jägerinnen gäbe in der Steiermark. Und es werden auch immer mehr. Bisher allerdings war die Spitze der Steirischen Jägerschaft (mit 23.000 Mitgliedern!) klar männlich dominiert. Mit Betonung auf war. Seit heute führt dort eine Frau die Geschäfte: Marion Sarkleti-König (48) aus Mixnitz.

Nein, in die Wiege gelegt war ihr die Liebe zur Jagd nicht. „Ich komme aus keiner traditionellen Jägerfamilie“, stellt die zweifache Mutter, deren älterer Sohn (19) selbst schon Jäger ist – dafür sieht die elfjährige Tochter das Ganze um einiges kritischer –, klar. Trotzdem absolvierte sie Ende der 1980er-Jahre einen Jungjägerkurs. Warum? Ganz einfach: Der damalige Freund war Förster und Jäger – er kam aus einer Welt, in der die angehende Jusstudentin mehr oder weniger nur Bahnhof verstand. So nicht! Die 19-Jährige wollte „mitreden können, Zusammenhänge besser verstehen“. Am Ende des Kurses war dann klar, dass sie auch aktiv auf die Jagd gehen will. Der erste Abschuss war ein Jährling, ein einjähriger Rehbock.

Emotionen

Marion Sarkleti-König studierte Jus, hätte gerne eine Richter-Laufbahn eingeschlagen – dem stand allerdings ein Aufnahmestopp im Öffentlichen Dienst im Weg. Die Obersteirerin fing also bei der Schuldnerberatung an, war dort 20 Jahre lang im Einsatz. Eine gute Vorbereitung für ihre neue Aufgabe: Da wie dort sei viel Emotion im Spiel ...

Zur Person

Marion Sarkleti-König, geboren am 19. Oktober 1969, zu Hause in Mixnitz (Gemeinde Pernegg/Mur).

Studierte Juristin, 20 Jahre in der Schuldnerberatung tätig, seit heute (1. Mai) neue Geschäftsführerin der Steirischen Landesjägerschaft.

„Jagd geht nicht ohne Emotionen. Da geht es um Freude, Erleben – Jagd ist die intensivste Form der Auseinandersetzung mit der Natur“, ist die 48-Jährige überzeugt. Dazu müsse man aber Zusammenhänge begreifen und bereit sein, sich auf die Natur einzulassen. Sie einfach nur zu benutzen, ohne Rücksicht zu nehmen, das könne es nicht sein ...

Da liegt viel Konfliktpotenzial und spätestens da ist Vermittlungsgeschick gefragt: Konfliktpunkte von der emotionalen auf die sachliche, die Lösungsebene zu bringen, das hat Sarkleti-König gelernt. Letztlich sollte das Ziel doch für alle gleich sein, meint sie – die Natur zu genießen.

Große Fußstapfen

Die langjährige Hegemeisterin, die übrigens selbst eine Jagd (mit Rot-, Reh-, Gamswild und Wildschweinen) gepachtet hat und ins Schwärmen gerät, wenn sie etwa über eine erst vor Kurzem erlebte Auer- und Birkhahnbalz erzählt, arbeitet seit Oktober in der Steirischen Landesjägerschaft. Die Vorbereitung auf die Geschäftsführung habe ihr Vorgänger Karl Sirowatka leicht gemacht: „Er hat mehr als 30 Jahre Wissen und Erfahrung und hat mir ganz viel weitergeben können.“

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