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Neuer FP-Klubchef"Kunasek als Landeshauptmann ist mein politischer Traum"

Stefan Hermann (32), neuer Klubchef der steirischen FPÖ, im Interview.

Klubobmann Stefan Hermann wird am 16. Jänner als Abgeordneter angelobt © Ballguide/Stefan Pajman
 

Mario Kunasek war sein Vorgänger als Klubobmann, jetzt hat sich Stefan Hermann in dessen Büro im Grazer Landhaus eingerichtet. „Es war das Raucherbüro unseres Klubs, langsam kriegen wir den Geruch hinaus“, so der Nichtraucher. Künftig gebe es hier keinen Qualm mehr: „Ich setze Mario Kunaseks Weg fort, das Rauchen ausgenommen“, schmunzelt der 32-Jährige. Die FPÖ-Raucherpolitik trage er aber mit.

Herr Hermann, Sie werden am 16. Jänner angelobt und dann als Klubobmann gleich Chef der FPÖ-Abgeordneten. War in der bestehenden Mannschaft niemand geeignet?
Stefan Hermann: Doch, natürlich. Wir hätten mit Gerald Deutschmann, dem bisherigen Stellvertreter von Mario Kunasek, einen guten Nachfolger gehabt, aber er wollte das nicht, weil sich das zeitlich mit seinem Unternehmen nicht ausgeht. Er bleibt aber mein Stellvertreter.

Als Klubchef einer Oppositionspartei braucht es Angriffigkeit. Sie wirken alles andere als bissig. Wollen Sie es eher verbindlich angehen?
Ich muss mich in die neue Rolle erst hineinfinden. Eine Oppositionspartei hat jedenfalls den Auftrag, kritisch zu sein, die Regierung zu kitzeln, Fehlentwicklungen aufzuzeigen. Ich habe ich den zwölf Jahren in der Gemeindepolitik bewiesen, dass ich auch härtere Töne anschlagen kann, will aber konstruktiv sein und werde auch Handschlagqualität zeigen.

2018 steht bevor, in zwei Jahren ist Landtagswahl. Soll Mario Kunasek Spitzenkandidat werden oder wäre das etwas für Sie?
Mario ist ein enger Freund von mir, wir waren in den vergangenen acht Jahren fast jeden Tag zusammen, wenn nicht beruflich, dann im Urlaub. Es ist zu früh, sich da auf etwas festzulegen, vielleicht gibt es, um mit Schwarzenegger zu sprechen, ein „I’ll be back“ von ihm. Er ist der beste Mann im Stall, könnte um den Landeshauptmann mitrittern, aber jetzt warten wir einmal ab.

Wie stehen Sie zur Zukunftspartnerschaft von Rot und Schwarz in der Steiermark?
Wenn von Zukunftspartnerschaft die Rede ist, dann haben wir die jetzt in Wien. In der Steiermark kettet man sich auf eine Weise aneinander, sodass es oft an den Bürgern vorbeigeht. Siehe Gemeindereform: Wo sind die Einsparungen geblieben? Ich glaube, da standen auch parteipolitische Überlegungen dahinter, weil letztlich nur noch rote und schwarze Bürgermeister übrig geblieben sind. Und Michael Schickhofer als Vertreter der stärksten Partei muss aufwachen, sonst wird das ein Debakel für die SPÖ. Schützenhöfer vereinnahmt ihn, er wird nicht als Landeshauptmann-Stellvertreter wahrgenommen, sondern eher als Mitreisender.

Sie haben studiert, sind Jurist. Gehören Sie einer Burschenschaft an?
Nein, das hat sich nie ergeben, ich bin aber gern bei Veranstaltungen dabei. Die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft sollte keine Voraussetzung sein, aber auch kein Hindernisgrund, um etwas in der FPÖ zu werden.

Im freiheitlichen Klub sind von insgesamt 14 Mandataren vier Frauen. Wollen Sie den Anteil steigern?
Ich halte nichts von Frauenquoten, starke Frauen setzen sich auch so durch. Ich will starke Frauen in der Partei sichtbar machen, wie ich es schon als Landesgeschäftsführer mit einem Frauen- und Familienschwerpunkt versucht habe, das soll bis in die Gemeinderäte hinein wirken. Die Initiative freiheitlicher Frauen hat mich heuer immerhin als Förderer geehrt.

Ihre politischen Ziele?
Längerfristig Bürgermeister in meiner Heimatgemeinde Feldkirchen zu werden. Mein politischer Traum ist, Mario Kunasek als steirischen Landeshauptmann zu sehen.

Wollte Sie Mario Kunasek nicht ins Ministerium mitnehmen?
Doch. Aber ich habe mich fürs Hierbleiben entschieden, die Steiermark ist in privater und politischer Hinsicht mein Lebensmittelpunkt.

Zur Person

Stefan Hermann, geboren am 28. Juni 1985, aufgewachsen in Feldkirchen bei Graz, wo er seit 2005 Mandatar ist. Hätte die FPÖ bei der damaligen Wahl um eine Stimme weniger bekommen, wäre er nicht Gemeinderat geworden. Hermann ist verheiratet mit Manuela, er studierte Jus und hat den „Master of Business Law“ (Wirtschaftsrecht).

Kommentare (2)

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DaKritker
0
2
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So ist es in Österreich!

Jeder in Österreich ist zu irgend etwas zu gebrauchen! Träumt schön weiter!

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voit60
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2
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das nennt man wohl Blitzkarriere

war noch niemals im Landtag und wird dann gleich der Chef von der blauen Truppe.
Da gab es früher wohl andere Köpfe auf dieser Position, und keine hochbezahlten Politlehrlinge. Wenn schon ein kleiner Unteroffizier Verteidigungsminister werden kann, darf einen so ein Karrieresprung nicht wundern.

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