Wer macht mit?Diese Lokale stellen freiwillig auf rauchfrei um

Trotz der Regierungspläne, das geplante Rauchverbot in der Gastronomie zu kippen, wollen immer mehr Lokale freiwillig den Zigarettenrauch verbannen. Die Kleine Zeitung ruft die rauchfreien Vorreiter auf, sich vorzustellen.

Michael Wankerl in seiner "Gerüchteküche"
Michael Wankerl in seiner "Gerüchteküche" © Jorj Konstantinov
 

Der Wirbel ist groß, seit die neue Bundesregierung angekündigt hat, das ursprünglich für Mai geplante absolute Rauchverbot in der Gastronomie doch wieder kippen zu wollen. Hunderttausende protestierten per Online-Petition gegen die Pläne und auch unter den Wirten gibt es viele, die mit der neuen Lösung alles andere als glücklich sind.

Zum Teil sind das jene, die wie die Deutschlandsberger Leibenfelder Stub'n vorsorglich bereits auf rauchfrei umgestellt haben. Seit Ostern wird in dem Lokal nicht mehr geraucht. Einmal eingeschlagen will man den Weg dort trotz der bundespolitischen Kehrtwende nicht mehr verlassen. Die Leibenfelder Stub'n bleibt auch weiterhin rauchfrei.

Seit Oktober wird auch im Don Camillo in Graz-Andritz die Pizza nur noch ohne Qualm serviert. "Die Beweggründe waren der Schutz der Mitarbeiter und der Gäste sowie ein besseres Ambiente. Die Umstellung hat uns nicht geschadet, im Gegenteil: Laut dem Feedback unserer Gäste freien sich die meisten über die Umstellung", sagt Hausherr Adem Kücükyasar.

 

Kein Rauch mehr im Don Camillo in Andritz Foto © kk

"Ohne Rauch geht's auch" - heißt es bereits seit November 2014 in der Gerüchteküche in der Grazer Gartengasse. Chef Michael Wankerl: "Obwohl aufgrund der Raumaufteilung ein Raucherbereich möglich wäre, bleibt's dabei: Die Gerüchteküche bleibt rauchfrei!"

In "Karlis Gasthaus" in der Grazer St.-Veiter-Straße bleibt der Rauch seit 1. Jänner vor der Tür - wie uns Chef Karl Heider wissen lässt. Auch im Grazer Office Pub hat man die Sache mit der Rauchfreiheit selbst in die Hand genommen. Per Facebook verkündete Hausherr Andrew Spencer, dass der Jahreswechsel auch das Aus für Zigaretten im Lokal bedeutet.

Das Guinnes gibt's im Office Pub nur noch ohne Rauchbegleitung: Hausherr Andrew Spencer Foto © Gernot Eder

In Deutschlandsberg haben Sandra und Roland Keller in ihrem Keller am Rathausplatz mit dem Jahreswechsel auf Frischluft umgestellt. "Am 31. Dezember um 24 Uhr wird bei und der letzte ,Tschik' ausgedämpft", ließen die Lokalbetreiber vor dem Jahreswechsel wissen. Gesetz hin oder her, Rauchfreiheit und Mitarbeitergesundheit gehen vor.

Thomas Wieser Auch bei Sandra und Roland Keller ist es mit dem Jahreswechsel vorbei mit dem Rauchen
Auch bei Sandra und Roland Keller ist es mit dem Jahreswechsel vorbei mit dem Rauchen © Thomas Wieser

Betreiben auch Sie ein Lokal, das trotz der Regierungspläne auf Rauchfrei umstellt? Dann schicken Sie uns ein Bild aus dem Betrieb und schreiben Sie uns Ihre Beweggründe für die Umstellung. Wir veröffentlichen die umstellungswilligen Lokale auf unserer Homepage. Zusendungen bitte per E-Mail an: reporter@kleinezeitung.at

Hilfe beim Abgewöhnen

Wer sich persönlich entschlossen hat, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, kann sich bei Vivid, der Fachstelle für Suchtprävention, Hilfe holen. Unter dem Rauchfrei-Telefon 0800-810013 gibt es professionelle Unterstützung, zudem gibt es entsprechende Seminare der Gebietskrankenkasse.

Auf Unverständnis stößt bei Vivid die Raucherpolitik der neuen Regierung. „Dass die rauchfreie Gastronomie nun doch nicht umgesetzt wird, ist aus suchtpräventiver Sicht unvernünftig und fachlich durch nichts zu argumentieren – außer, die Regierung will, dass mindestens gleich viele Menschen weiterrauchen wie bisher", sagt Geschäftsführerin Claudia Kahr. Die neue Regelung könne sogar schlechter sein als die bisherige. Nach dem „Berliner Modell“, das nun als Vorbild dient, können Lokale bis
75 Quadratmeter reine Raucherlokale sein. In Österreich gebe es derzeit nur Raucher-Lokale bis 50 Quadratmeter, gibt Kahr zu bedenken.

Kommentare (36)

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Quagga
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Leider kaum Fortgehlokale

Gerade die Fortgehlokale, die zu später Stunde noch offen haben, sind besonders verraucht. Bis auf das Office Pub sind es leider eher Restaurants, die auf rauchfrei umstellen (und die meist zuvor eh schon rauchfreie Bereiche gehabt haben). Aber man kann ja noch hoffen, dass da das ein oder andere Fortgehlokal mitmacht.

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socke1
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Ein Hoch diesen Unternehmen!

Ich werde auch weiterhin nur rauchfreie Lokale besuchen, auch wenn diese für mich schwerer erreichbar sind!
Herzliche Gratulation jenen, die dies auch ohne Gesetz durchziehen! Danke!
Wie heißt es so schön? "Die Gesundheit ist unser höchstes Gut!"

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helga.zuschrott
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ich finde das spitze !!!!

allen wirtInnen, die noch raucherInnen im lokal zuulassen => ich geh sicher in keines dieser lokale mehr hinein - das haben sich die mitarbeiterInnen einfach verdient, dass man sie vor dem rauch schützt....

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Acquario
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Jedes Lokal das auf Nichtraucher umstellt

verliert vielleicht 10 - 20 Unbelehrbare.
Gewinnt jedoch mehr als doppelt so viele neue Gäste.
Rauchen in der Öffentlichkeit sollte genauso tabu sein wie urinieren in der Öffentlichkeit!

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Budspencer1
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Rauchfreie lokale

Gute Werbung ist es, wenn es lokale gibt die Nichtraucher bleiben, bzw es bekannt geben. Bin zwar selber Raucher, und habe damit kein Problem in einen Nichtraucher lokal zu gehen. Aber die große Frage Ist, schaffen es die lokale auf Dauer denn Umsatz gleich zu halten wie ein lokal wo geraucht wird, bzw voran zuwachsen. Meistens ist es nur heiße Luft, da sie später doch auf Raucher umstellen. Und wenn

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zyni
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Ich glaube Sie liegen mit Ihrer

Einschätzung falsch. Beispiel, ein bekanntes und renommiertes Gasthaus südlich von Graz hatte nach einem Umbau einen Raucherbereich geschaffen. Man glaubte sonst Kunden zu verlieren. Die Praxis hat ergeben, dass Gäste wegen Überbuchung des Lokals lieber ein anderes Gasthaus gesucht haben bevor sie sich in den Raucherbereich gesetzt hätten.
Somit war der Raucherbereich nur schwach ausgelastet. Die Umstellung auf Nichtraucher war die logische Folge.
Richtig ist auch, dass man einige Raucher verloren hat, aber seit Umstellung auf Nichtraucher ist man jeden Tag zu Mittag zu 100% ausgelastet. Die Raucher gehen jetzt eben vor die Tür, wie schon seit Jahren fast weltweit.

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Mein Graz
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@Budspencer1

Ich für meinen Teil werde wieder öfter ausgehen, allerdings ausschließlich in Nichtraucher-Lokale! In den letzten Jahren hab ich mein Geld anderswo ausgegeben, weil ich keine Lust hatte, mir die Klamotten verstinken zu lassen!
Wenn es jetzt mehr Auswahl für mich gibt, werde ich öfter wieder einmal Essen gehen, oder mich mit Freunden in einem Lokal treffen, nicht mehr wie bisher zu Haus!

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zyni
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Wir bevorzugen schon lange

Nichtraucher-Lokale. Sehr gute Idee solche Lokale vorzustellen !!
Im Gegenzug könnte man aber auch Gastwirte vorstellen, denen ein paar Euro Umsatz mehr wichtiger sind als die Gesundheit der Gäste. Keine nachhaltige Strategie aber, da die Gäste - statistisch gesehen - leider auf Dauer "wegbleiben".
Wie fertig müssen Gastwirte sein, wenn Kunden nur mehr kommen, da man rauchen darf.

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pesosope
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Wenn man hier so manche Kommentare liest, glaubt man in einem Kindergarten zu sein

Liebe Verurteiler des "nicht" Rauchverbotes,
ich muss vorausschicken, dass ich absoluter Nichtraucher bin und trotzdem gegen ein gesetzliches Rauchverbot bin.
1. weil ich erwachsen bin und mir selbst aussuchen kann wohin ich essen oder trinken gehe!
2. weil dieses Verbot sofort die Frage stellt, warum nicht alle Suchtmittel oder lebensgefährdende Konsumgüter verboten werden. ZB Alkohol, und das ist wie der Zigarettenrauch, ein verbrieftes Genussmittel, dass für den Menschen nicht (immer) günstig ist. Es gibt Erkrankung oder Tot durch Alkoholsucht, Verkehrstote!!!!, Familientragödien usw.)
3. warum sollte jemand in seinem eigenen, privaten Gebäude (Lokal) zu etwas gezwungen werden, wenn er niemanden zu einem Besuch verpflichten kann. Jeder geht FREIWILLIG dort hin und es wird auch niemand dort zur mitarbeit gezwungen!

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zyni
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Ihre Argumente sind

einfach nur bedauerlich.

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Metis
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@pesosope

ergänzend zu 2: weil der Rauch die umgebenden Menschen direkt gesundheitlich schädigt. Bei Alkohol -und Drogenkonsum schädigt man sich selbst - auch hier wird die Umgebung geschützt, denn es ist zB Autofahren unter Alkohol oder Drogeneinfluss gesetzlich verboten.
So ganz nebenbei geht es auch um den Schutz des nichtrauchenden Personals.

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DearReaders
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Einspruch

Zu Punkt 1: Man kann es sich eben nicht immer aussuchen, wenn man etwa mit einer Runde unterwegs ist, eingeladen wird, bei Konzerten und Clubbings und bei halbherzigen Lösungen, wo man erst zu spät draufkommt.
Zu Punkt 2. Das spezielle am Zigarettenrauch ist ja, dass die Befriedigung der eigenen Sucht das Umfeld direkt betrifft. Ganz unabhängig von den Gesundheitsfolgen, wird es von vielen als störend empfunden.

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VwieVendetta
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Thema verfehlt my Dear

Das Posting sprach davon, dass jedermann freiwillig in Raucherlokale geht. Genau deshalb gehen ihre Argumente am Thema vorbei.
Auch wenn sie in geselliger Runde sind, steht es Ihnen frei Raucherlokale zu meiden, wer zwingt sie hinein?
Auch bei Veranstaltungen zwingt sie niemand dort zu verweilen, wenn sie sich durch Rauch belästigt fühlen.
Das was sie wollen, ist ihre persönlichen Bedürfnisse ( gesellige Runden, Veranstaltungen) ohne Einschränkungen zu befriedigen; dafür nehmen sie natürlich gerne in Kauf, dass andere auf ihr „ Laster“ verzichten müssen und die Eigentumsrechte der Wirte beeinträchtigt werden.
PS: Ich bin Nichtraucher und finde rauchfreie Lokale durchaus sympathisch. Dennoch will ich aus ganz prinzipiellen Überlegungen nicht, dass der Staat sich in diesem Bereich weiter einmischt, als er es nach der geltenden Rechtslage schon getan hat.

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Mein Graz
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@Rache

Interessant.
Du meinst, der Nichtraucher will die persönlichen Bedürfnisse der Raucher einschränken, der Raucher darf das aber, weil er seiner Sucht frönen möchte/muss.

Wenn du Gaststätten als private Räume betrachtest, dürfte dort auch keine GEMA verlangt werden, denn diese bezieht sich auf öffentliche Veranstaltungen, wobei "öffentlich" so definiert wird:
"Sobald öffentlich eingeladen wird, und sobald auch Gäste kommen, die sich weder untereinander kennen noch den Gastgeber, dann gilt die Veranstaltung als öffentlich."

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bond007
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Warum erst jetzt?

Und warum stellen sie ausgerechnet erst jetzt um, wenn ihnen die Gesundheit so wichtig ist? Das hätten sie schon viel früher machen können. Auch ohne Gesetz oder Regierung. Hier geht es doch rein darum, Werbung in der Zeitung zu bekommen. Und die Medien pushen das auch noch. Wieder einmal scheinheilig für einen guten aber eigennützigen Zweck.

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DearReaders
16
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Besser jetzt

als gar nicht. Und die Medien versuchen nur das zu bewirken, was die Politik (FPÖ und ÖVP) nicht zusammenbringt. Gute Initiative!

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bond007
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SPÖ aver auch nicht.

Warum nur FPÖ und ÖVP? Die SPÖ/Grünen/Neos etc.. haben es doch auch nicht zusammengebracht. Und die neue Regierung hat doch nocht nicht einmal etwas machen können weil sie noch keine Befugnisse hatte. Beschuldigen kann man jemanden erst, nachdem er etwas getan hat. Und es liegt auch an den Gastronomen und Menschen rauchfrei zu werden. Also selber an der Nase nehmen.

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Mein Graz
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@bond007

Falsch.
Es wurde 2015 beschlossen (Regierung: Rot-Schwarz), dass ab Mai 2017 in Lokalen Rauchverbot ist.
Unter Türkis-Blau hat sich dieser Beschluss in Rauch aufgelöst - im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar schon BEVOR sie tatsächlich Regierung war. Kurz hat das so ausgehandelt, damit sich die Blauen nicht gegen CETA stemmen.
Und warum es die jetzige Lösung gibt hab ich schon x-mal gepostet, da ich deinen Nick aber nicht kenne hier noch einmal:
Als die Regierung (rot-schwarz) das Rauchverbot einführen wollte haben sich die Interessensvertretungen der Gastronomen dagegen gewehrt, deshalb wurde die "österreichische Lösung" gefunden und die Gastronomen waren zu Umbauten gezwungen, für die sie dann aber Finanzierungshilfen vom Staat (also von allen Steuerzahlern) erhielten.

Solange der Staat keine Vorschriften erlässt tut jeder, was er will. Wäre der Bürger tatsächlich "mündig" genug, gäbe es auch keine StVO...

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DearReaders
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Von Politik

verstehen Sie nicht gerade viel, oder?

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Mein Graz
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Ich bin beeindruckt,

dass immer mehr Gastwirte auf rauchfrei umstellen! Ich kann mir gut vorstellen, dass jetzt Nichtraucher, die das vermieden haben (wie meine Familie und ich) weil es in den Lokalen einfach zu stark gestunken hat, wieder öfter essen gehen.

Ich hoffe, dass viele gerade diese Wirte stärken helfen und gezielt in Nichtraucher-Lokale gehen!

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Oberwoelzer
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Raucherschutz

Ich finde es super wenn Gastwirte Gäste,Angestellte und sich selbst vor Rauchern schützen,was eigentlich Aufgabe des Staates sein sollte. Im Freien können Raucher ihren Hobby nach gehen wie und wo sie wollen.

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bond007
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Eigenverantwortung und Mitdenken

Wer den Staat braucht um sein Leben ordentlich führen und regeln zu können der sollte sich überlegen, ob er nichz lieber in ein Land mit Diktatur übersiedelt. Ich brauche keine Gesetze die mir sagen, wie ich mein Leben zu führen habe. Ich bin auch Nichtraucher geworden. Und ich gehe in keine Lokale wo geraucht wird. Dazu brauche ich kein Gesetzte die mich schützen. Eigenverantwortung statt Vormund!

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paulrandig
4
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bond007

Kompliment. Wären doch alle Leute so toll wie Sie...

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bond007
6
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Willkommen in Amerika?

Ja, danke... leider brauchen viele andere Menschen einen Vormund der ihnen sagt, wie sie zu leben haben.

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paulrandig
1
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bond007

Ja, ich wünschte auch, "die Leute" wären vernünftiger.
Sind sie aber nicht.
Wir können ja darauf hinarbeiten, durch ein gutes Bildungssystem etc. Aber bis dahin brauchen wir halt bisweilen das Korrektiv der Gesetze.

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autobahn1
9
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allen

Gastwirten bzw. Inhabern von Restauranten herzlichen Dank
dafür das ihnen die Gesundheit der Kunden und Mitarbeiter
mehr Wert ist als die Gier nach Geld,das den Övp und
Fpölern der Umsatz der Wirte wichtiger ist als die Gesundheit der Menschen,liegt wohl auf der Hand,wir alle können nur hoffen, daß diese Parteien auf die Ärzte hören,und das Rauchverbot,wie beschlossen durchführen

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