PolizeieinsatzGraffiti-Sprayer mit Schreckschuss gestoppt

Polizisten verfolgten den Mann und stoppten ihn mit Schuss ins Erdreich. Der Vandale machte mit Sprayaktionen auf Veranstaltungen aufmerksam.

Der Schuss verfehlte seine Wirkung nicht
Der Schuss verfehlte seine Wirkung nicht © Elmar Gubisch
 

Zwei Grazer Polizisten trafen gestern in der Früh auf einen Mann, der mit Schablone und Spraydose ausgerüstet, auf der Heinrichstraße kniete. Er war soeben dabei, eine Ankündigung für eine Veranstaltung in der Stadt auf die Fahrbahn zu sprühen. Als er die Polizisten bemerkte, ergriff er die Flucht, die Polizisten nahmen die Verfolgung auf.

Der Unbekannte rannte über das Gelände der Universität Graz, die Beamten hetzten ihm zu Fuß hinterher. Einer der Polizisten zog schließlich seine Faustfeuerwaffe und gab einen Schreckschuss ab. "Schreckschuss, so nennen wir einen gezielten Schuss ins Erdreich. So kann der Polizist auf sich aufmerksam machen", erklärt Polizei-Sprecher Fritz Grundnig.

Der Schuss ging ins Erdreich, es wurde nie in Richtung des Mannes gezielt. 

Fritz Grundnig

Der Schuss verfehlte seine Wirkung nicht: Der Mann, wie sich später herausstellte - handelte es sich um einen 33-jährigen Grazer - blieb stehen und ergab sich. Später erklärte er, dass es sich bei dem Farbspray um einen Kreidespray handle, der leicht abwaschbar sei. Er habe diese Veranstaltungsankündigungen bereits mehrfach im Stadtgebiet angebracht. Der Verdächtige wird auf freiem Fuß angezeigt.

Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung, ob besagter "Schreckschuss" ein übliches Vorgehen sei, bejahte Grundnig: "Absolut. Der Schuss ging ins Erdreich, es wurde nie in Richtung des Mannes gezielt." Auch die Möglichkeit von Querschlägern war auszuschließen.

Kommentare (6)

Kommentieren
checker43
2
8
Lesenswert?

Sprayer

haben keine politische Lobby. Bei vielen anderen Gesetzesverletzungen in (politisch) geschützten Grazer Bereichen wird vom Auto aus zugesehen und weitergefahren. Nachher heißt es, dass nichts festgestellt werden konnte. So verspielt man das Vertrauen der Bürger in eine unabhängige Polizei.

Antworten
VwieVendetta
1
3
Lesenswert?

Rechtswidrig

§ 4. Der Waffengebrauch ist nur zulässig, wenn ungefährliche oder weniger gefährliche Maßnahmen, wie insbesondere .....die Verfolgung eines Flüchtenden ......ungeeignet scheinen oder sich als wirkungslos erwiesen haben.
Soweit die gesetzliche Grundlage.

Wird schwer zu argumentieren sein, warum die Verfolgung ungeeignet oder wirkungslos gewesen sein soll.
M. E. war dieser Waffengebrauch daher unzulässig.

Antworten
aktivearbeitslose
1
1
Lesenswert?

Keine Bange

auch die Grazer Staatsanwaltschaft wird BEIDE Augen fest zudrücken. In Siegfried Nagls Graz darf die Obrigkeit alles. Da darf die Stadt sogar rechtswidrig eine Protestcamp unter Absperrung eines privaten Grundstückes, das ihr nicht gehört, räumen.

Es heißt ja auch: Manche stehen hinter dem Gesetz, denn vor dem Gesetz sind alle gleich ...

Antworten
DavidgegenGoliath
5
9
Lesenswert?

Gibt es keine Kriminellen mehr zu verfolgen?

Muss man schon auf Sprayer losgehen?

Antworten
max13
1
1
Lesenswert?

Und dann auch noch scharf schießen.

Keine Kondition aber mit der Schusswaffe schnell zur Hand.
Was ist mit den nichttödlichen Waffen.

Antworten
nasowasaberauch
9
5
Lesenswert?

Verhältnismäßigkeit?

Die einen verpesten unsere Luft und vergiften uns.

Hier pinselt einer mit Kreidefarbe auf die Fahrbahn.

Antworten