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Schule unter Schock

13-jähriger Grazer stirbt bei "Würgespiel"

Schüler eines Grazer Gymnasiums stranguliert sich bei einem "Spiel", das bei Jugendlichen Mode ist. Die Schule trauert, Psychologe rät Eltern zu Wachsamkeit. Von Bernd Hecke und Josef Fröhlich

Entsetzen und Trauer bei Schülern eines Grazer Gymnasiums: Ein Mitschüler drückte sich die Halsschlagader ab
Entsetzen und Trauer bei Schülern eines Grazer Gymnasiums: Ein Mitschüler drückte sich die Halsschlagader ab © Sandra Neumann/Fotolia
 

Es war ein schwarzer Tag in der Geschichte dieses Grazer Gymnasiums. Gestern sind den ganzen Tag vier Psychologen und das Kriseninterventionsteam an der Schule gewesen, um die Schüler zu betreuen, die von der Schulleitung eine unfassbare, tragische Nachricht erhalten haben. Ein Bursche aus ihrem Kreis, aus einer dritten Klasse, ist gestern offiziell für tot erklärt worden. Fast eine Woche hatte die Familie um ihren Sohn gebangt. Seit gestern ist es traurige Gewissheit. Der Bursche ist einem tödlichen Würgespiel zum Opfer gefallen, das international längst ein schauriger Trend ist und international schon viele Todesopfer gefordert hat.

Allein daheim

Vorigen Mittwochabend hat sich der Grazer Schüler daheim selbst stranguliert. An der Grenze zur Ohnmacht wollen sich Jugendliche hier einen „Kick“ holen. Oft ist aus Sicherheitsgründen ein zweiter dabei, um eingreifen zu können, wenn es gefährlich wird. Doch der Bursche war allein. Der Schal hat seine Halsschlagader abgedrückt, er konnte ihn nicht mehr lösen. Familienmitglieder haben ihn gefunden, ihn reanimiert, der 13-Jährige wurde noch tagelang auf der Klinik betreut. Doch seit Anfang der Woche hat sich abgezeichnet, dass der Schüler nicht mehr zu retten ist.

Der Tod ist in Zusammenhang mit einem ,Choking Game‘ eingetreten 

Aus der Elterninformation der Schulleitung

Die Schulleitung hat gestern zutiefst betroffen das Krisenmanagement eingeleitet. Die Schüler wurden informiert, auch über die Todesursache aufgeklärt. Zeitgleich ging ein Schreiben an die Eltern: „Ich muss Ihnen eine sehr traurige Mitteilung machen, die Ihren Kindern ebenfalls gerade mitgeteilt wird. Ein Schüler unserer Schule ist heute im Krankenhaus unter sehr tragischen Umständen verstorben. Der Tod ist im Zusammenhang mit einem sogenannten „Choking Game“ (Würgespiel), das unter den Kindern der 1. – 4. Klasse bekannt sein dürfte, eingetreten.“ Am Freitag gibt es als Teil der Trauerarbeit eine schulinterne Verabschiedung von dem Mitschüler.

Hotline für besorgte Eltern

Der leitende Schulpsychologe im Landesschulrat, Josef Zollneritsch, rät Eltern, Kinder ganz konkret auf die Gefahren dieses Würgespiels anzusprechen. Für Familien, die Rat und Unterstützung brauchen, gibt es die Hotline des schulpsychologischen Dienstes: Tel. 05/02 48 345–450