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Josefitag

Die Steiermark feiert ihren Landespatron

Seit fast 250 Jahren ist der heilige Josef der Landespatron der Steiermark. Zu verdanken haben wir das den Habsburgern. Frei haben – theoretisch – nur noch Schüler und Lehrer. Von Barbara Kluger

Museum zeigt Krippen von Finnland bis Malta
Josef war bei den Habsburgern überaus beliebt. 1771 machte Maria Theresia ihn zum Landespatron © APA/dpa/Felix Kästle
 

Für Tausende steirische Schüler und ihre Lehrer wäre der   Josefitag am 19. März schulfrei – würde er nicht ausgerechnet auf einen Samstag fallen. In der Verwaltung ist das Bundesgesetz kein Thema mehr: Im Magistrat Graz ist seit 1997 Normalbetrieb, im Land Steiermark seit 1998.
Zum Patron der Steiermark wurde Josef übrigens im Jahr 1771. Damals hat er Rupert als seinen Vorgänger abgelöst. "Das geht auf Maria Theresia zurück“, erklärt Roswitha Orac-Stipperger vom Grazer Volkskundemuseum. „Josef war einer der wichtigsten Patrone der Habsburger.“

Dabei ist er als Heiliger recht unscheinbar, alle biblischen Erzählungen verflüchtigen sich bald. „Alles, was mit ihm zusammenhängt, ist Legenden entnommen. Es gibt keine Reliquien, keinen Grabort“, sagt Orac-Stipperger. Erst im Spätmittelalter wurde er als „Nährvater“ von Jesus populärer – Darstellungen zeigen ihn etwa beim Suppekochen. Bis dahin hatte die Kirche Sorge, er könnte als leiblicher Vater von Jesus missverstanden werden. Verehrt wird Josef als Schutzpatron der Arbeiter, der Zimmerleute, der Ehepaare, der Familien, der Kinder, der Jungfräulichkeit – und seit 1870 als Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche.

Auch wenn er heute an Bedeutung verloren hat, hochgehalten wird Josef immer noch: durch das Bradlmusi-Josefisingen in Bad Aussee (20. März) etwa, oder durch den jährlichen Josefimarkt in Aichfeld (11. – 12. April).

Wußten Sie, dass...

. . . Josef auch der Landespatron von Kärnten, Tirol und Vorarlberg ist?

. . . der Josefstag in Spanien,
Kolumbien, Liechtenstein und Costa Rica ein gesetzlicher Feiertag ist? In Österreich und in Bayern wurde dieser 1968 aufgehoben.

. . . der Josefstag früher in Österreich die Biergartensaison
eröffnete?

. . . Josef der einzige biblische Heilige unter den österreichischen Landespatronen ist?

. . . laut Bauernregeln „ein
schöner Josefstag ein gutes Jahr verheißen mag“? Nun denn, die Wetterprognosen stehen gar nicht schlecht!

. . . Josef zu den meist verehrten Heiligen der katholischen
Kirche zählt?

. . . am Josefitag im Alpenraum sogenannte Josefi-Kücherl verteilt werden?

. . . „wenn’s erst einmal Josefi ist, auch der Winter endet g’wiss“? Ganz sicher. Morgen um
5.30 Uhr ist Frühlingsbeginn!

 

BARBARA KLUGER

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