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ZELTWEG

Werftchef nimmt Kampf mit Verteidigungsministerium auf

Chef der Eurofighter-Werft Zeltweg schlägt zurück. Staatsanwalt soll Amtsmissbrauch und Nötigung prüfen. Ministerium sieht Führungsschwäche.

 

Drastische Maßnahmen ergreift der Chef der Eurofighter-Werft in Zeltweg, Major Christian Schandor, gegen seine Chefs im Verteidigungsministerium. Er schaltet die Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Korruption in Wien ein, um prüfen zu lassen, ob es im Zusammenhang mit seiner Person zu Amtsmissbrauch, Nötigung und Streuung von Gerüchten gekommen ist. Schandor besetzt den Posten des Leiters der Fliegerwerft. Seit März 2008 kann er diesen Job nicht mehr ausüben. Zuerst machte er freiwillig ein Jahr lang Platz für einen Generalstabsoffizier. Aus der vereinbarten Rückkehr Schandors wurde nichts: Zunächst wurde seine Vertretung verlängert, jetzt ist ein neuer interimistischer Leiter am Werk. Währenddessen sitzt der 35-jährige Judenburger gegen seinen Willen im Materialstab Luft im Ministerium.

Grenze überschritten

Vorgestern hat Christian Schandor eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einbringen lassen. Vor allem ein Papier, das heeresintern kursiert und von einem hochrangigen Offizier unterschrieben ist, trifft Schandor. Darin wird ihm vorgeworfen, er hätte durch seinen Führungsstil die Flugsicherheit der Eurofighter und damit die militärische Flugsicherheit Österreichs gefährdet. "Hier ist eine Grenze überschritten", sagt der Wiener Anwalt Günter Schandor, Rechtsvertreter und Onkel des Werftleiters. Christian Schandor sei immerhin zwischen 2004 und 2007 vier Mal belobigt worden sei. 2006 sei er als Werftleiter wiederbestellt worden, der Personalakt sei makellos. "Sollte strafrechtlich nichts übrig bleiben, so bleibt wenigstens Mobbing übrig", so Günter Schandor.

Aus dem Ministerium heißt es auf Anfrage, Schandor sei ein "fachlich hoch qualifizierter Mitarbeiter". Er habe aber "eklatante Führungsschwäche" gezeigt und sei 2006 nur unter der Auflage wiederbestellt worden, eine Führungskräfteschulung zu machen. Dies sei nicht geschehen, es habe weiter "massive Probleme mit dem Personal" gegeben. Die Führungsschwäche hätte aufgrund der sensiblen Technik in der Werft und der Einführung des Systems Eurofighter "massive Auswirkungen auf die Flugsicherheit“ haben können. Schriftliche Belobigungen habe es nicht gegeben, finanzielle Belohnungen im "üblichen Ausmaß".

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