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Ski amadé

Preiszuckerl für Frauen sind verboten

Die "Ladies Week" der Ski amadé, seit Jahren ein Renner, ist ab 2015 Geschichte. Gleichbehandlungsanwältin wurde nach Beschwerden gegen das diskriminierende Preisangebot aktiv.

© Jürgen Fuchs
 

Damen, die in der letzten Märzwoche sieben Nächte buchen, bekommen den Sechstagesskipass gratis, einen Skitest-Tag und einen Tag mit einem Skiguide dazu. Dieses Paket bot die Ski amadé in an der Aktion teilnehmenden Hotels seit mehr als zehn Jahren an. "Und es war in einer traditionell schwierigen Woche der Saison eine wirtschaftlich gute Woche mit gut gefüllten Häusern", sagt Planaibahnen-Chef Georg Bliem, der im amadé-Vorstand sitzt.

Mit dem Zuckerl für die Damen ist nun Schluss. Gerieten doch auch die Skiberge im Ennstal wegen der heurigen Werbeaktion "Skiurlaub speziell für Frauen - Ski amadé Ladies Week 2014" ins Visier der Juristen. Laut Gleichbehandlungsanwältin Theresa Hammer handelt es sich bei der Aktion um eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Von der benachteiligenden Regelung betroffenen Personen (also Männern) stünden Schadenersatzansprüche zu, die sie allerdings eigens einklagen müssten.

Darauf wollte man sich bei amadé nicht einlassen und informierte alle Vertragspartner: "Um Rechtswidrigkeiten und Schadensersatzforderungen zu vermeiden, hat sich der Vorstand von Ski amadé entschlossen, die "Ladies Week"-Pauschale nicht mehr anzubieten." Tatsächlich habe man lange überlegt, ob man die so wichtige Aktionswoche nicht retten kann, sagt Bliem: "Aber diese Anwaltschaft ist ja ein staatliches Organ, das muss man ernst nehmen. Wir wären ja unter dem Titel Diskriminierung am Pranger gestanden." Nachsatz: "Ich hoffe, die Damen mögen uns trotzdem noch."

Der Einzelfall ist freilich auf viele Bereiche umlegbar. So sind auch Gratiseintritte und billigere Drinks für Frauen in Discos diskriminierend und damit ein Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz, bestätigt Dietmar Hillbrand, Geschäftsführer des Senats III der Gleichbehandlungskommission, die solche Fälle bereits mehrfach geprüft hat.

Billigere Fußballtickets

Auch ist schon einmal ein Herr der Schöpfung gegen billigere Ländermatch-Tickets für weibliche Fans vorgegangen, erinnert sich Hillbrand: "Auch das ist diskriminierend." Allerdings haben Entscheidungen der Kommission keinen rechtsverbindlichen Charakter. Mann muss schon selbst ein Gericht anrufen. Dort hat die rechtliche Bewertung der Gleichbehandlungskommission den Status eines Sachverständigengutachtens, dem der Richter aber nicht folgen muss.

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