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Eisschnelllauf-WMNächste Medaille! Herzog gewinnt Silber über 1000 Meter

Eisschnellläuferin Vanessa Herzog gewinnt bei der WM in Inzell Silber über die 1000 Meter.

Vanessa Herzog
Vanessa Herzog © GEPA
 

Weltmeisterin, Vize-Weltmeisterin, Europameisterin und auf bestem Weg zum Weltcup-Gesamtsieg über 500 Meter - Vanessa Herzog holt in diesem nicht-olympischen Winter wohl das Maximum heraus. Die 23-Jährige ist nicht nur längst in der Weltklasse angekommen, sondern führt diese zumindest über 500 Meter spätestens seit ihrem am Freitag in Inzell eingefahrenen WM-Gold auch an. Heute kam über 1000 Meter die Silbermedaille (1:14,38) dazu, nur geschlagen von der US-Amerikanerin Brittany Bowe (1:13,41 Minuten)

Wegen Herzog pilgern wieder österreichische Fans in Eisschnelllauf-Hallen, wenn auch noch überschaubar. In der "Max Aicher Arena" nur rund 20 Fahrminuten von der österreichischen Grenze waren u.a. Mutter und Bruder der Kärntnerin unter den Daumendrückern vor Ort. Rund 20 Jahre ist es her, dass Österreich zuletzt eine fixe Größe im Rink hatte, Emese Hunyady hat ihre letzte WM-Medaille vor knapp 19 Jahren ebenfalls bei Einzelstrecken-Titelkämpfen geholt.

Mit fünf WM-Goldmedaillen und einer in Silber war das Ausnahmetalent der Innsbruckerin bereits zu Junioren-Zeiten offensichtlich. 18-jährig war sie in Sotschi 2014 bereits bei Olympia dabei. In diversen Trainingskonstellationen etablierte sich Herzog fortan im Weltcup und hantelte sich in den Ergebnislisten Stück für Stück nach oben. Nach einem Zwischentief 2016/17 entwickelte sich die ÖESV-Athletin seit der Olympia-Saison zur Podest- und Siegläuferin.

Rückschläge

Bei den Europameisterschaften Anfang 2018 holte sie einen kompletten EM-Medaillensatz, ließ noch im Jänner in Erfurt ihre ersten beiden Weltcup-Siege und zum Abschluss der Saison den Weltcupgesamtsieg über 500 Meter folgen. Bei den Winterspielen in Pyeongchang gehörte Herzog bereits zum Kreis der Medaillenanwärterin, verpasste einen Podestplatz als Vierte (500 Meter) und Fünfte (1000 Meter) recht knapp. Das es nicht noch mehr wurde, war auch gesundheitsbedingt.

Am 16. September 2016 heiratete Österreichs beste Eisschnellläuferin ihren Manager Thomas Herzog und gab damit ihren Mädchennamen Bittner auf. Schon davor war ihr Umzug von Tirol nach Ferlach in Kärnten vonstattengegangen. Der Manager wurde nicht nur zum Ehemann, sondern auch zum Coach, als Zweier-Gespann nahmen sie neue Ziele in Angriff.

Training mit der Weltmeisterin

"Ich bin seine Trainingsgruppe", sagte Vanessa Herzog. "Thomas kann das Training nur auf mich abstimmen und adaptieren. Er sieht jede einzelne Bewegung, die ich mache." Solche Mini-Gespanne gibt es an der Spitze nur wenige, zu einem anderen gehört mit Nao Kodaira die große 500-Meter-Rivalin Herzogs in dieser Saison. Braucht Herzog mal einen Trainingsvergleich, steht die US-Amerikanerin Brittany Bowe auf ihrer Liste ganz oben.

Nach den Erfolgen 2017/18 kam im laufenden Winter Konstanz auf hohem Niveau dazu, damit verbunden Top-Ergebnisse am Fließband. Die Basis dafür hatten die Herzogs im Sommer u.a. wieder mit Inline-Skating (WM-Gold und -Bronze) sowie leichtathletik-spezifischen Inhalten gelegt. Vanessa Herzog könnte mittlerweile wohl bei ÖLV-Meisterschaften um 100-Meter-Medaillen laufen. Als Untergrund bevorzugt sie aber weiterhin Eis-, und nicht Tartan-Bahnen.

Siegesserie beendet

Als Hauptziel für diese nach-olympische Saison haben sich die Herzogs vorgenommen, die Siegesserie von Nao Kodaira über 500 Meter, deren letzte Niederlage auf dieser Distanz vom 12. März 2016 datiert hatte, zu beenden. Dafür verzichtete Herzog auf ihre Ausflüge auf 1.500 Meter und den Massenstart, konzentrierte sich ganz auf die beiden Sprintstrecken. Und im siebenten 500-Meter-Saisonduell mit Kodaira klappte es, exakt bei der WM.

Als Hunyady im Jahr 2000 WM-Bronze geholt hat, war das noch vor dem Schlüsselerlebnis der kleinen Vanessa Bittner, als sie der Opa zur Innsbrucker Eisbahn mitnahm. "Seitdem gehört Eislaufen zu meinem Leben", ist auf Herzogs Homepage nachzulesen. "Ich liebe die Geschwindigkeit, den Speed, wenn man sich in die Kurven legt. Es ist ein Sport, der einen ständig ans eigene Limit und darüber hinaus bringt."

Nervenstärke als Trumpf

Vanessa Herzog ist nervenstark, liebt Wettkämpfe unter Druck und großer Erwartungshaltung. Mit 23 Jahren wird sie den Großteil ihrer Karriere wohl noch vor sich haben, Olympia-Medaillen und auch -Titel bleiben allemal noch als Ziel. Und es werden damit noch etliche Gläser Wein auf die Wahl-Kärntnerin warten. Denn die Herzogs haben ein Ritual. Die sonst dem Alkohol absagende Herzog trinkt immer am Abend vor großen Rennen ein Glas Rotwein - exakt 1/16.

 

Kommentare (2)

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HerbertStoeckl
0
9
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Als Ferlacher

bin ich sehr stolz!

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Josef1984
0
21
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Sauber 👍

Gratulation

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