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Interview nach KarriereendeMeschik: "Ich werde wohl noch etwas leiden"

Die Villacher Snowboarderin Ina Meschik (28) über Ihr Karriereende, äußerst bittere Momente und ihre Zukunft.

Ina Meschik © GEPA
 

Nach neun Jahren im Snowboard-Weltcup haben Sie Ihre Karriere ganz überraschend beendend. Was waren Ihre Beweggründe?
Ina Meschik: Naja, ich bin mit meinen 28 Jahren nicht mehr die Jüngste und ich muss gestehen, dass ich mir in letzter Zeit immer mehr Gedanken über meine Zukunft gemacht habe. Als Sportlerin denkst du im Vier-Jahres-Rhythmus wegen Olympia und das war plötzlich irgendwie so weit weg. Ich bin der Typ, der sagt, halbe-halbe geht nicht. Wenn ich etwas mache, dann hundert Prozent. Die letzten Jahre gab es nur den Sport und im Hinterkopf hat es zum Schluss gerattert und ich wollte den Absprung nicht versäumen. Zudem würde ich mich als Familienmenschen bezeichnen und ich möchte nicht zu lange warten, nicht dass ich dann zu alt bin (lacht).

Wie lange haben Sie eigentlich darüber nachgedacht?
Ich hab’ im Sommer normal trainiert, allerdings den ersten Trainingskurs Ende August aufgrund von Saisonplanung und Versicherung ausgelassen, doch in meinem Keller stünde das gesamte Equipment bereit, nur ein Board hat Jemima Juritz abgeholt.

Aber es war keine spontane Entscheidung?
Nein, es war gut durchdacht. Auch wenn es mir mit manchen extrem schwerfiel, über das Karriereende zu reden. Als ich mit Sebastian Kislinger, einem Snowboard-Kollegen, gesprochen hab’, hatte ich Tränen in den Augen und er glaub’ ich auch. Es hat viele überrascht und mir ist es, wie Schluss machen vorgekommen, da ich einige Nachrichten geschickt habe.

Wenn Sie zurückdenken, was war Ihr schönster bzw. ihr schwierigster Moment in ihrer sportlichen Laufbahn?
Generell gibt es im Sport mehr härtere Momente als schöne. Das wird oft unterschätzt, denn man wird nur am Erfolg gemessen. Doch zurück zum Schönen. Das war ganz klar der Erfolg in Carezza. Dort konnte ich Ester Ledecka, Parallel-Snowboard- sowie Super-G-Olympiasiegerin, bezwingen. Es ist das Ziel eines jeden, Ester zu knacken. Das war cool.

Schlimm hingegen war, als ich bei Olympia 2014 im Slalom um nur eine Hundertstel das Halbfinale verpasst habe und mich zwei Tage zuvor mit Blech zufriedengeben musste. Das war ein Tritt in den Hintern für mich und hat mir das Herz gebrochen.



Was werden Sie am allermeisten vermissen?
Die gemeinsame Zeit mit den Kollegen und die Sonnenaufgänge auf den Pisten.

Und wie sieht Ihre Zukunft aus?
Ich hab’ mit meinem ehemaligen Schulkollegen Christian Berger, der inzwischen Oberleutnant und Kompaniekommandant in Mautern bei Krems ist, telefoniert und der meinte, bleib doch beim Bundesheer. Ich hab’ mir Gedanken darüber gemacht und das durchgezogen. Ich bin Zugsführer, jetzt bei den Pionieren, und Kasernenschläferin. Es taugt mir und ich hab’ mich gut eingelebt, obwohl es kein Zuckerschlecken ist. Die Kadertestung, die nicht ohne ist, mit 30 Stunden munter bleiben, ständig Tests zwischendurch, ob Deutsch, Englisch, logisch denken, Psychologisches und vieles mehr, hab’ ich gemacht. Ich bin offizierstauglich und könnte eine Offizierslaufbahn einschlagen, aber in welche Richtung es tatsächlich geht, wird sich zeigen.

Aber mir ist klar, dass ich Blut schwitzen und Dreck fressen werde. Deshalb bin ich froh, dass ich den Sommer trainiert habe, denn sonst würde ich richtig leiden.



Rückkehr ist ausgeschlossen?
Als Aktive gibt es keinen Schritt mehr zurück, aber ich könnte mir vorstellen, einmal im Landesverband mit Kindern zu arbeiten. Ich bin der Meinung, dass in dieser Hinsicht etwas getan werden muss. Ich denke, dass es für sie motivierend sein kann, mit ehemaligen Leistungssportlern zu arbeiten, die für den Sport gelebt haben. Jetzt bin ich Genießerin, aber dennoch bin ich schwerst motiviert, bei Weltcuprennen vorbeizuschauen. In nächster Zeit werde ich wohl noch etwas leiden.

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