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Peter Schröcksnadel"Am Ende werden wir den Nationencup eh wieder gewinnen"

Die wichtigste Trophäe für Peter Schröcksnadel ist wegen den durch den Hirscher-Schock schwächelnden Herren erstmals seit Ewigkeiten in Gefahr - aber ÖSV-Präsident beruhigt.

Peter Schröcksnadel
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel © APA/BARBARA GINDL
 

Lange hat man ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel belächelt wegen seiner Manie, im Alpinski-Weltcup unbedingt den Nationencup für Österreich gewinnen zu wollen. 40 Mal ist das schon gelungen, zuletzt war man 30 Mal in Folge beste Skination der Welt. Ob die beeindruckende Pokalwand in der Innsbrucker ÖSV-Zentrale Zuwachs erhält, ist erstmals seit Ewigkeiten fraglich. Aber der "Chef" beruhigt.

"Es ist spannend, was es noch nie war, seit ich Präsident bin", sagte der seit 1990 amtierende Schröcksnadel angesichts des aktuellen Rückstandes auf den Erzrivalen Schweiz, der seine Mini-Führung am zweiten Jänner-Wochenende bei den vier Rennen in Adelboden und Zauchensee von 13 auf 88 Zähler ausbaute. Es ist also ohnehin keine Welt, wohl aber auch eine Folge des Rücktritts von Marcel Hirscher, der diesen Winter als jahrelang größter ÖSV-Punktesammler fehlt.

Das alleine lässt Schröcksnadel aber nicht gelten. Während die weiterhin starken ÖSV-Damen vor Italien und der Schweiz in Führung liegen, fuhren die ÖSV-Herren bisher so sehr unter Normalniveau, dass sie in ihrer Mannschaftswertung hinter der Schweiz, Norwegen und Frankreich nur auf Platz vier liegen.

Das ungewohnte Kopf-an-Kopf-Rennen im Nationencup kommt für Schröcksnadel aber nicht wirklich überraschend. "Wir wussten, dass wir vergangenes Jahr bei den Herren ohne Marcel nicht mehr gewonnen hätten." Und der Hirscher-Schock wirkt nun offenbar doch stärker als befürchtet.

"Marcel fehlt natürlich. Er war das Schutzschild gegen alle. Dahinter konntest du tun, was du willst. Wenn du rausgeflogen bist, war es keine Problem", analysierte Schröcksnadel. Jetzt plötzlich in der ersten Reihe zu stehen, sei etwas ganz anderes. "Da sieht man, wie schwer es Marcel hatte und wie gut er war. Denn unter dem Druck jedes Mal gewinnen zu müssen und es auch zu tun, ist eine unglaubliche Leistung, die man erst jetzt richtig einschätzen kann."

Schröcksnadel geht es aber vorrangig um die Gesamtwertung aus Damen und Herren. Diese habe man unter ihm noch nie verloren. "Nachdem der Nationencup 30 Jahre lang keinen Wert gehabt hat, sieht man jetzt, wie schwierig es ist. Die Schweizer zahlen viel Geld, um ihn zu gewinnen. Schade deshalb, dass es unsere Damen nicht geschafft haben, die Schweiz zu überholen", bedauerte Schröcksnadel die unerwartete Abfahrts-Schlappe seiner Speed-Ladys in Altenmarkt-Zauchensee.

Es liegt aber nach wie vor an den ÖSV-Herren, Boden gut zu machen. "Sie sind aber ohnehin am aufsteigenden Ast", freute sich Schröcksnadel nach dem ersten Slalom-Podestplatz dank Marco Schwarz in der Schweiz. "Wenn er und Manuel Feller komplett verletzungsfrei sind und Michael Matt die Leistung ins Ziel bringt, können sie starke Leistungen bringen."

Bis ein Läufer ähnlichen Kalibers wie Hirscher auftauche, werde es aber wohl noch dauern, so der Präsident. "Es fehlen uns nach Problemen in der Nachwuchsarbeit drei, vier Jahrgänge", erklärte Schröcksnadel, warum er vor drei Jahren im Verband einiges umgestellt hatte, um dem entgegenzusteuern. "Im Europacup und bei den Junioren greift es schon."

Dass er seinen absehbaren Abschied als ÖSV-Präsident hinausschieben müsse, sollte man den Nationencup tatsächlich nicht gewinnen, ist für Schröcksnadel kein Thema. "Vorrangig ist die WM-Bewerbung von Saalbach. Vor dieser Entscheidung gibt es keinen Kommentar", winkte der 77-Jährige ab. Außerdem: "Ich denke, am Ende werden wir den Nationencup eh wieder gewinnen."

Kommentare (7)

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Dilandau
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2
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Der ÖSV Kilmawandel ist doch von Menschen gemacht

und einer dem die Schuld dabei trifft ist der Schröcksnadel. Der hätte schon vor Jahren aufwachen müssen und erkennen, dass wenn der Marcel Hirscher nicht mehr fährt die goldenen Zeiten vorbei sein können. Jetzt haben wir den Salat.
Ich erwarte, egal ob wir den Nationencup nochmal holen oder nicht, den Rücktritt oder die Zwangspensionierung vom Sargnagel - äh Schröcksnadel.

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schteirischprovessa
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16
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Traurig, was aus dem ÖSV unrt Schröcksnadel

geworden ist. Acht Jahre hat Hirscher, für den der ÖSV relativ dafür wenig kann, die Schwächen kaschiert.
Für Schröcksnadel ist eh nur wichtig, dass der Rubel rollt, vor allem in Richtung Familie Schröcksnadel.

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isogs
1
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Kennt er

das elfte Gebot nicht?

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wjs13
0
9
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Bin überrascht, dass der Nationencup überhaupt ein Thema ist

Früher wurde, auch in der Kleinen, zu den Rennergebnissen immer gleich Nationencup Damen, Herren, Gesamt mitgeliefert. Heuer blieb das aus gutem Grund aus.
Und dass Hirscher schon Jahre mit seinem privaten Betreuerteam, das immer wieder mit innovativen Trainingsideen und Materialmodifikationen aufwartete, so erfolgreich war, ist wohl kein Zufall.

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pink69
4
20
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schon

sehr mutig die Fehleinschätzung des Präsidenten. Hirscher hat das eigentlicher Dilemma im Team überdeckt. Der ÖSV den Zug versäumt auch ist der ÖSV veraltert, speziell von der Führung her. Ein +80 jähriger hat da als Präsident nicht mehr gewählt zu werden . Auch sind die Trainer falsch aufgestellt. Alte Funktionäre noch aus Zeiten eines Hermann Maier sind über Hintertürchen wieder zu Positionen gekommen, so wie Herr Giger.. Postenschacher pur..und der greise Präsident Schröcksnadel mitten drin.../ auch sollte Cheftrainer Puelacher hinterfragt werden...ob auch nicht Herr Mittel bei den Damen am falschen Platz sitzt ? Mitter hat nämlich in der Vergangenheit äußerst erfolgreiche Arbeit mit dem norwegischen Team geleistet. Alles in allem sehr sanierungsbedürftig unsere Skination. Der jetzige 2. Platz im Nationencup schmeichelt auch, wenn es neutral sieht. Im Moment keine Kontinuität, Ausreißer wirds immer geben, aber das sind halt Eintagsfliegen.../ wichtig ist in den Verbänden Junge auszubilden und dort das Geld zu investieren und nicht für ausgelutschte fast 40 jährige Auslaufmodelle.

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BernddasBrot
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Mit 70+

hat man noch Träume....

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joe1406
1
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Wie jetzt?

Wenn wir den Nationencup nicht gewinnen, muss Schröcksnadel länger bleiben? Das gibt es wohl nur im österreichischen Schisport. Wäre ja so als ob ein Fußball Teamchef acht Spiele in Serie verliert und wenn es dann heißen würde wenn wir noch zwei verlieren muss der Teamchef aber noch länger bleiben. Satire pur oder? Empfindet man aber offenbar bei Österreichs heiligen Kuh, dem alpinen Schisport, ganz anders.

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