Aare - Die Abfahrten Vonn peilt neunte Abfahrtskugel an, Svindal die dritte

Ohne Österreichs stärkste Abfahrerin Cornelia Hütter geht das alpine Ski-Weltcup-Finale in Aare in Szene. Die Damen legen um 12 Uhr los, zuvor fahren die Herren ab 10.30 Uhr.

SKI-WELTCUP FINALE IN AARE: 2. ABFAHRTSTRAINING DAMEN: VONN (USA)
Lindsey Vonn © APA/EXPA/JOHANN GRODER
 

Im Kampf um die Disziplinwertung wird die Italienerin Sofia Goggia heute (12.00 Uhr/live ORF eins) versuchen, ihren Vorsprung von 23 Punkten auf die US-Amerikanerin Lindsey Vonn und 71 auf die Liechtensteinerin Tina Weirather zu verteidigen.

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Stephanie Venier, Nicole Schmidhofer, Anna Veith und Ramona Siebenhofer bilden Österreichs Abfahrts-Quartett für das letzte Saisonrennen, die Wertungsvierte Cornelia Hütter fehlt wegen einer bei einem Trainingssturz erlittenen Lungenprellung und einer Läsion der Milz. Ihr vierter Rang in der Disziplinwertung ist daher gefährdet.

Bereits um 10.30 Uhr gehen die Herren auf die Piste und da will Aksel Lund Svindal dem Schweizer Beat Feuz die Abfahrtskugel noch abspenstig machen. Der Schweizer hat einen Vorsprung von 60 Punkten. Die Österreicher liegen derzeit außerhalb der Top Fünf, Ziel ist im letzten Abdruck den überfälligen Saisonsieg einzufahren.

Selbst bei einem Sieg von Olympiasieger Svindal reicht Weltmeister Feuz ein sechster Platz, um die Trophäe zu erringen. Beide hätten dann mit drei die gleiche Anzahl an Saisonsiegen, aber Feuz hat einen zweiten Rang mehr auf dem Konto. Svindal holte seine bisherigen zwei Abfahrtskristalle 2013 und 2014. In Aare fühlt er sich besonders wohl, er ist auf Elite-Ebene noch unbesiegt. Er wurde 2007 dort Abfahrts-Weltmeister und gewann 2006 und 2009 die Weltcup-Abfahrten.

Die ÖSV-Herren warten seit 28. Jänner 2017 auf einen Abfahrtssieg, als Hannes Reichelt in Garmisch-Partenkirchen gewann. In der Disziplinwertung sieht es so aus, dass hinter Feuz und Svindal der Deutsche Thomas Dreßen Dritter ist, es folgen Dominik Paris (ITA), Kjetil Jansrud (NOR) sowie das Österreicher-Paket Vincent Kriechmayr, Hannes Reichelt und Matthias Mayer auf den Rängen sechs bis acht.

Vonn hält Rekord

Vonn hat bereits rekordmäßige achtmal die Abfahrtswertung gewonnen (2008 bis 2013, 2015, 2016), für Olympiasiegerin Goggia wäre es eine Premiere. Das Training auf nach Schneefällen verkürzter und weicher Strecke am Dienstag war wenig aussagekräftig, Vonn war Fünfte und Goggia mit Torfehler Neunte.

Insgesamt 20 Kristallkugeln hat Vonn in ihrer Karriere schon gewonnen, eine neunte in der Abfahrt würde alle Erwartungen übertreffen. "Ich habe schon acht, das ist mehr als ich mir jemals erträumt habe. Ich habe eine große Chance, noch eine zu holen, aber das wird schwierig. Sofia ist in Superform, ich muss nicht nur gewinnen, sondern sie darf auch nicht besser als Dritte werden. Aber alles kann passieren, hoffen wir, dass das Wetter für alle gleich ist."

Die Kugel würde ihr nach den vielen Verletzungen viel bedeuten, fügte die 33-Jährige an. Und es muss ja nicht die letzte sein, denn fix ist, dass sie die Karriere fortsetzen wird. "Sicher noch ein Jahr. Der Rekord von Ingemar ist sehr wichtig für mich. Danach muss ich schauen, was mein Knie macht", meinte Vonn. Sie hält bei 81 Weltcup-Siegen, der Schwede Ingemar Stenmark ist mit 86 Rekordhalter. In diesem Winter gelangen Vonn bisher vier Siege.

Von den Österreicherinnen hinterließ Siebenhofer im Training als Siebente den stärksten Eindruck. Die Olympia-Zehnte - sie war damit beste ÖSV-Damen in Jeongseon - hofft auf ein Rennen von ganz oben, um die WM-Strecke für 2019 in einem Guss testen zu können.

"Unten ist doch nicht so viel drinnen, es sind lange Kurven und ein Sprung. Oben ist es sehr technisch, das kommt auch uns sehr gut entgegen", erklärte die 26-jährige Steirerin. In der Theorie würde der Abfahrts-Vierten im Dezember in Cortina die Strecke gut liegen, eine Platzierung im vorderen Feld ist daher ihr Anspruch. "Aber wenn es so kurz ist, reicht ein kleiner Fehler, dann ist man nicht mehr dabei."

Teamkollegin Schmidhofer findet die Abfahrt lässig. "Kurve auf Kurve, da muss man sich reinklemmen und sauber, aber nicht zu schön fahren", sagte die Steirerin. Motivation und Kraft für die Finalwoche seien auf jeden Fall noch da. "Es heißt hier runter noch zweimal Vollgas geben. Zuletzt ist es für mich nicht so gut gelaufen, deswegen heißt es nochmals alles sammeln."

Auch bei Veith steigerte sich die Vorfreude auf die WM-Abfahrt. "Ich war beim Besichtigen positiv überrascht. Vor allem der obere Teil schaut extrem interessant und spannend aus. Teilweise schwer einzuschätzen, wieviel Tempo man auch wirklich haben wird. Unten runter sind langgezogene Abfahrtskurven. Wenn die Piste bei der WM dann auch hart ist und was hergibt, geht es sicher brutal zur Sache. Wenn es so ist, könnte es für mich wieder besser ausschauen", sagte die Salzburgerin, die die weichen Verhältnisse am Dienstag nicht so mochte.

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