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Emanuel M.Ehemaliger Servicemann zu zwölf Monaten bedingt verurteilt

Der ehemalige Techniker und Servicemann Emanuel M. ist am Montag am Landesgericht Innsbruck wegen Beitrags zum Sportbetrug zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

Landesgericht Innsbruck
Landesgericht Innsbruck © APA/ROBERT PARIGGER
 

Der 35-Jährige soll unter anderem vom deutschen Sportmediziner Mark S. Wachstumshormon für mehrere Sportler besorgt haben. Das Urteil war bereits rechtskräftig.

Zudem muss der 35-Jährige eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen a 14 Euro - also insgesamt 3.360 Euro - zahlen. Emanuel M. bekannte sich zu Prozessbeginn teilweise schuldig. Er gab an, unter anderem für die ehemaligen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke Wachstumshormon bei Mark S. besorgt zu haben. Außerdem habe er auch mehrere Fahrten für Sportler unter anderem zu Blutdopingbehandlungen durchgeführt.

Kühlschrank im Fokus

Auch er selbst habe über Mark S. Doping - unter anderem Blutdoping - betrieben, erklärte der Servicemann vor Gericht. Er sei damals, nachdem er es im Spitzensport nicht geschafft hatte, ein "fanatischer Hobbysportler" gewesen. Zudem warf die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Servicemann vor, bei der Beschaffung eines Kühlschranks zur Aufbewahrung von Blutbeutel mitgewirkt zu haben. Dies bestritt der Angeklagte jedoch. "Ich habe den Kühlschrank nie gesehen", beteuerte er. Er habe aber von seinem damaligen engen Freund Johannes Dürr mitbekommen, dass dieser einen Kühlschrank kaufen wollte.

Auch den Namen von Skistar Hannes Reichelt ließ M. im Prozess fallen. Der ehemalige Trainer Gerald H. habe ihn gefragt, "ob es möglich wäre, etwas für Hannes Reichelt zu besorgen", gab der 35-Jährige vor Gericht an. Er habe daraufhin "etwas" von Marks S. besorgt - ob es ein Wachstumshormon war, daran könne er sich jetzt nicht mehr erinnern - und dies an H. übergeben. Ob dieser es dann weiter an Skistar Reichelt gegeben habe, wisse er nicht, meinte der Servicemann. "Immer wenn mich jemand um etwas gebeten hat, habe ich es halt gemacht", sagte der Angeklagte zu seiner Vermittlerrolle zwischen dem Sportmediziner und den Sportlern.

"Operation Aderlass"

Gegen Reichelt war im vergangenen Jahr wegen eines möglichen Dopingvergehens ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck stellte die Ermittlungen im Rahmen der "Operation Aderlass" dann Mitte Oktober jedoch ein. Die Vorwürfe eines ehemaligen nordischen Servicemannes, wonach Reichelt über einen ehemaligen österreichischen Langlauftrainer Dopingmittel bezogen habe, hätten sich nicht bestätigt, hieß es. Der 40-jährige Salzburger Ex-Super G-Weltmeister hatte die Vorwürfe stets vehement bestritten.

Der 35-jährige Emanuel M. erklärte vor Gericht, dass das Thema Doping "immer über den Athleten schwebt". Das Ganze beginne bereits recht früh mit Infusionen zur Regeneration, berichtete der Angeklagte, der selbst früher im Spitzensport war. Konkrete Namen von Trainern, die ihn damals zum Doping aufgefordert hatten, wollte er aber trotz mehrmaliger vehementer Nachfrage des Staatsanwalts nicht nennen. "Dazu will ich nichts sagen", meinte der 35-Jährige. Eine darauffolgende Frage seines Verteidigers, ob er denn eine Klage des ÖSV fürchte, bejahte der Angeklagte.

Kennengelernt hatte er Mark S. bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Jahr 2014. Damals habe Dürr ihn gebeten, Mark S. vom Flughafen abzuholen. Einen Tag später habe er den Sportmediziner dann wieder zum Flughafen zurückgebracht. Vom Blutdoping habe er aber erst nach Sotschi erfahren, beteuerte der ehemalige Servicemann.

Emanuel M. war im Zuge der "Operation Aderlass" bei den Behörden aufgeschlagen. Bei der "Operation Aderlass" handelt es sich um Ermittlungen in einer internationalen Blutdopingaffäre, die im Februar 2019 während der Nordischen WM in Seefeld sowie in Deutschland aufgeflogen ist. Die Liste der mutmaßlich in den Blutdoping-Skandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 24 Namen umfassen. Zudem sollen auch mehrere Trainer und Betreuer in den Skandal verwickelt sein.

 

 

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