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Verbandsboss trat zurückFrankreichs Sport von Missbrauchsskandal erschüttert

Nachdem eine ehemalige Eiskunstläuferin ihren Ex-Trainer der Vergewaltigung beschuldigt, wurden noch andere Fälle bekannt.

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Sarah Abitbol bei der EM 2001 © APA/AFP/OLIVIER MORIN
 

Frankreichs Eissportverband-Präsident hat nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen im Eiskunstlauf seinen Rücktritt angekündigt. Er habe die vernünftige Entscheidung getroffen, mit Würde von seinem Posten als Verbandspräsident zurückzutreten, sagte Didier Gailhaguet am Samstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Er halte seinen Kopf hoch, auch angesichts der Ungerechtigkeit.

Maryvonne del Torchio werde als Interimspräsidentin eingesetzt, so Gailhaguet. Der 66-Jährige prangerte eine "ministerielle Diktatur" an. Es sei ihm damit gedroht worden, seine Zulassung zu entziehen, so Gailhaguet. Sportministerin Roxana Maracineanu hatte bereits zu Beginn der Woche den Rücktritt Gailhaguets gefordert. Dieser wehrte sich und erklärte, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Vorwürfe, er habe Fälle des Missbrauchs vertuscht, wies er zurück.

Abitbol beschuldigt ehemaligen Trainer

Die schweren Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol gegen ihren Ex-Trainer hatten ein Beben in der französischen Sportwelt ausgelöst. Die heute 44-Jährige wirft ihrem ehemaligen Coach vor, sie Anfang der 1990er-Jahre als Jugendliche mehrfach vergewaltigt zu haben. Im Zuge dessen wurden auch Missbrauchsvorwürfe von anderen Eiskunstläuferinnen bekannt - auch Fälle aus anderen Sportarten wie Schwimmen wurden öffentlich.

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Didier Gailhaguet ist zurückgetreten Foto © APA/AFP/PHILIPPE LOPEZ

Es entbrannte eine Debatte darüber, ob die Vorwürfe von Vereinen vertuscht worden seien. Mittlerweile hat sich auch die Justiz in den Fall eingeschaltet. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen im Fall Abitbol ein. Untersucht werden demnach Vorwürfe der Vergewaltigung und sexueller Übergriffe auf Minderjährige. Mit den Vorermittlungen sollten auch weitere mögliche Opfer identifiziert werden.

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