Für Estoril, wo Dominic Thiem am Dienstag in Runde eins auf den Franzosen Benjamin Bonzi trifft, hat sich Thiem erst nach seiner Coronaerkrankung unmittelbar nach seinem Aus beim Marbella-Challenger entschieden. In Richtung Topform bzw. "nahe bei den 100 Prozent" erwartet sich der Ex-Weltranglisten-Dritte dann in der zweiten Saisonhälfte.

"Jetzt sind die Erwartungen sehr niedrig. Jedes gewonnene Match ist ein Riesenbonus für mich", erklärte Thiem in einem am Sonntag von seinem spanischen Management übermittelten Audio-File. "Das erste kurzfristige Ziel ist, dass ich bei den French Open in ansprechender Form bin, ich vielleicht ein paar Matches gewinnen kann oder dass ich mit den absoluten Topspielern gut mitspielen kann", hofft der insgesamt vierfache Major-Finalist, der 2020 die US Open gewonnen hat. In Paris, wo er schon zweimal im Endspiel stand, "erwarte ich mir auch keine Wunderdinge".

Hardcourt-Swing als Ziel

Danach kommt die Rasensaison. "Da war ich auch in der Vergangenheit nicht zu erfolgreich." Erst danach kommt die Zeit, in der er sich "auch wieder größere Dinge von mir selber erwarte". Im zweiten Teil der Sandsaison (nach Wimbledon) und dann "im amerikanischen Hardcourt-Swing". "Da will ich wieder nahe bei den 100 Prozent sein." Speziell meint er die Events in Toronto, Cincinnati und die US Open. Sein Ziel ist es auch, wieder viele Punkte zu machen. "Und mir eine gute Basis für das neue Jahr zu legen."

Für Estoril und danach die ATP-Masters-1000-Turniere in Madrid und Rom hofft er einfach nur auf einige Matches. "Jedes gewonnene Match ist ein Bonus." Zudem will er sich mit vielen Trainingseinheiten mit Topspielern an seine frühere Klasse herantasten. Grundsätzlich ortet er bei sich aber seit dem Trainings-Wiederbeginn nach seiner zehntägigen Corona-Pause einen klaren Aufwärtstrend. "Da ist es eigentlich für mich persönlich steil bergauf gegangen, weil ich ohne jegliche körperliche Probleme trainieren konnte und es jeden Tag signifikante Verbesserungen gegeben hat."

Das Match gegen John Millman in der ersten Belgrad-Runde (mit dem ersten Satzgewinn dieses Jahr) hat ihm ebenfalls Mut gemacht. "Natürlich ist spielerisch noch sehr viel Luft nach oben, aber das ist eh klar." Nun gelte es Woche für Woche zu spielen. "Wie erfolgreich ich sein werde, werde ich eh sehen."