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Kärntner des Tages

Diese zwei leben für die drei

Stefan Petschnig (43) und Helge Lorenz (43) sind die Europa-Chefs des in drei Disziplinen geteilten "Ironman", der nächsten Sonntag wieder in Klagenfurt stattfindet.

© Triangle/KK
 

Es begann mit einem zufälligen Treffen beim Training vor 26 Jahren. Stefan Petschnig war Schwimmer, Helge Lorenz Triathlet. Da sich das Duo auf Anhieb sympathisch war, schlossen sich die beiden Klagenfurter dem ASV Maria Saal an und betrieben fortan gemeinsam Triathlon. Beim ersten gemeinsamen Wettkampf 1998 in Velden überquerten sie Hand-in-Hand als Sieger die Ziellinie. Zwei Dinge blieben seither ihr ständiger Begleiter: der Erfolg und ihre Freundschaft. Das, obwohl Lorenz in jungen Jahren Profi-Triathlet war und nur nebenbei in Klagenfurt Betriebswissenschaft studierte und Petschnig auf die Milak ging und Bundesheer-Offizier wurde.

Start mit Trimania

Wieder durch Zufall trafen sie mit Georg Hochegger zusammen. Der hatte ein Mal einen Ironman absolviert, unterbreitete seinen Freunden eine Idee. "Er kam 1997 zu uns und meinte, wir könnten doch in Österreich einen Ironman veranstalten", erinnert sich Petschnig. Gesagt, getan: 1998 gab es in Klagenfurt mit der "Trimania" das erste Rennen über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. "Bereits 1999 erhielten wir von der World Triathlon Corporation die Lizenz und durften unser Rennen Ironman nennen", sagt Lorenz, der damals gemeinsam mit den beiden anderen die Firma "Triangle" leitete. Da das Trio allerbeste Arbeit leistete, erteilte ihnen die WTC die Lizenzen für Nizza, Monaco und Südafrika. 2010 trennten sich die Wege der drei. "Wir bekamen ein Angebot der Amerikaner, ihnen alle unsere Firmen zu verkaufen. Das taten wir", erinnern sich die zwei, "Hochegger ging seinen Weg, wir wurden zu Europa-Direktoren für Management, Business und Entwicklung." Jetzt bestimmen beide über zehn Ironman-, zehn Halbironman-Bewerbe und vier Triathlons über die olympische Distanz (1500 m Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen).

Da sie ein Leben "fast wie eine Ehe führen", wie sie sagen, kommt es auch bei ihnen zu Reibereien. "Klar, auch wir haben manchmal gegenteiligen Ansichten. Die Worte bei einer Diskussion müssen nur so formuliert werden, dass sie den anderen nicht beleidigen", legen Petschnig & Lorenz Wert auf gegenseitige Achtung. Weil das so ist, können sie sich auch leicht gegenseitig charakterisieren. "Helge bietet uns mit seinem finanztechnischen Wissen eine riesige Sicherheit in der Firma", sagt Petschnig. Lorenz beschreibt den Kompagnon als "unglaubliches Kommunikationstalent, der andere überzeugen kann, immer die richtigen Führungskräfte auswählt und dessen größte Stärke seine Strukturiertheit ist". Nach so viel Lob war für den Gelobten klar: "Jetzt weiß ich, wer das heutige Abendessen zahlt". Derzeit weilen die Europa-Chefs in Nizza.

130 Tage im Flugzeug

Im Vorjahr saßen die beiden 130 Tage im Flugzeug. Kein Wunder, wenn sie den Urlaub am liebsten zu Hause verbringen. Petschnig, der FPÖ-Gemeinderat in Klagenfurt ist, lebt mit Desiree in einer glücklichen Patchwork-Familie: "Ich habe den zehnjährigen Thomas mit in die Lebensgemeinschaft gebracht, sie den 13-jährigen Luca." Wenn Zeit bleibt, nimmt er wieder das Mikro in die Hand: "In meiner Jugend war ich Sänger. Jetzt stehe ich gemeinsam mit einigen Nachbarn wieder einmal pro Woche im Probekeller." Die Gruppe heißt "RIP- Rentner im Proberaum."

Zwei Kinder, Jan (11) und Julia (12), hat auch Lorenz. Mehr will der 43-Jährige über sein Privatleben nicht preisgeben. Auf eines freut sich der Mann, der "niemals in die Politik gehen würde" aber wieder tierisch: "Die Weihnachtszeit verbringe ich immer in meiner Wohnung in Port Elizabeth in Südafrika."

In zehn Jahren wollen Petschnig und Lorenz jedenfalls keinen "Ironman" mehr veranstalten. "Da will ich aus etwas Eckigem wieder etwas Rundes machen", meint Petschnig. "Und ich werde ihm dabei helfen", verspricht Lorenz.

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