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Extremsport

Troger: "Keine Lust, ein körperliches Wrack zu sein"

Paratriathlet Christian Troger beendet mit nur 32 Jahren seine sportliche Karriere. Seine Gesundheit und berufliche Laufbahn haben für den Oberkärntner nun oberste Priorität.

Christian Troger © kk
 

In den letzten Wochen und Monaten schwirrten ihm immens viele Gedanken durch den Kopf. Der Frage, wie es mit ihm in Zukunft weitergeht, wich er, wie er selbst zugab, gerne aus. Doch nun hat Paratriathlet Christian Troger, dem seit seiner Geburt das linke Bein und die Hüftpfanne fehlen, diese so entscheidende Frage beantwortet. Nach rund acht Jahren Leistungssport und Erfolgen am laufenden Band – er ist dreifacher Weltmeister, fünffacher Europameister und dreifacher Ironman-Finisher – zog der 32-Jährige einen Schlussstrich und verabschiedete sich in die Sportlerpension. "Ich habe mir die Sinnfrage gestellt. Und offen gesagt, habe ich einfach keine Lust, ein körperliches und wirtschaftliches Wrack zu sein, nur weil ich nicht wusste, wann der Zeitpunkt da ist, um aufzuhören", fiel Troger diese Entscheidung weiß Gott nicht leicht.

Sponsor ging Konkurs

Mehrere Faktoren spielten bei diesem Entschluss eine federführende Rolle: "Die letzte Saison hat sehr viel Kraft gekostet und dann ging mein Hauptsponsor Konkurs. So ein wirtschaftlicher Rückschlag ist immer schwer." Bei den Plänen für seine Zukunft hält sich der zweifache Kärntner Behindertensportler des Jahres noch etwas bedeckt: "Ich werde versuchen, dass ich heuer mein Studium im Managementbereich abschließe. Der Rest wird sich in den nächsten Wochen zeigen."

Im ersten Moment stand beim Schützling von Ex-Triathlet Norbert Domnik zwar noch die Alternative Auszeit im Raum, aber die Kämpfernatur ist kein Mann für halbe Sachen: "Ich kann bei meinen Vorträgen nicht sagen, setzt klare Ziele und selber mache ich es nicht." Doch wie es in einem Jahr aussieht, steht ja in den Sternen: "Momentan kann ich nur sagen, dass es vorbei ist. Ich trainiere noch fünf Mal die Woche, aber ich werde mir keine Startnummer mehr umschnallen."

Mit seinem Werk "Geht nicht – läuft!", das 2015 auf den Markt kam, wurde er über die Grenzen hinaus bekannt. "Ich will Menschen einfach Mut machen und vielleicht können sie aus meiner persönlichen Geschichte etwas herausnehmen." Christian Troger: Ein ehemaliger Kettenraucher, der mit seinem Handicap bemerkenswert umgeht.

DENISE MARYODNIG

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