AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Australian OpenThiem will heute den ersten Sieg gegen Nadal auf Grand-Slam-Ebene

Zum 14. Mal trifft Dominic Thiem heute auf Rafael Nadal. Die Bilanz des Österreichers ist klar negativ, vor allem bei den fünf Duellen auf Grand-Slam-Ebene zog Thiem immer den Kürzeren. Das soll ich heute ändern!

Rafael Nadal und Dominic Thiem
Rafael Nadal und Dominic Thiem © APA/AFP/WILLIAM WEST
 

Für Dominic Thiem geht es am Mittwoch erstmals in der Night Session der diesjährigen Australian Open um viel. Der Weltranglisten-Fünfte aus Lichtenwörth möchte erstmals abseits seines Lieblingsturniers, den French Open, das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichen. Wie schon bei den US Open 2018 steht ihm wieder einmal eine der lebenden Tennis-Legenden gegenüber: der Spanier Rafael Nadal.

Viermal in Folge ist es Thiem in Roland Garros gelungen, das Semifinale beim größten Sandplatz-Turnier der Welt zu erreichen. Doch spätestens seit dem Viertelfinale in New York vor 16 Monaten weiß man, dass man mit dem früher als Sandplatz-Spezialisten gebrandeten Thiem auch auf schnelleren Belägen rechnen muss. Im vergangenen März holte Thiem dann in Indian Wells seinen ersten Masters-1000-Titel nicht wie von vielen erwartet zunächst auf Sand, sondern Hardcourt.

Gegen Nadal ist es das sechste Duell im Rahmen eines Majors, bei denen der Superstar aus Mallorca vielleicht noch schwieriger zu schlagen ist, als auf der "normalen" ATP-Tour. Die bisherigen fünf hat Thiem alle verloren. Der 4:49-Stunden-Fight bis 2:04 Uhr morgens Ortszeit in New York ist nicht nur Thiem-Fans noch in bester Erinnerung, es war die mit Abstand knappste Niederlage des Niederösterreichers gegen Nadal auf Grand-Slam-Ebene. Sollte Thiem die Hürde meistern, hätte er sein fünftes Halbfinale auf Major-Niveau erreicht und würde diesbezüglich auch Thomas Muster (4) übertreffen. Mit bisher zwei Finali (French Open 2018, 2019) hat der 16-fache Turniersieger Thiem Muster (44 ATP-Titel) diesbezüglich schon überholt.

Dominic Thiem: Alle Turniersiege von Österreichs bestem Tennisspieler

23.05.2015 - Nizza: Thiems erster internationaler Triumph. Mit 21 Jahren bezwang er in einem hart umkämpften Match den Argentinier Leonardo Mayer in drei Sätzen.

(c) APA/ERIKA TANAKA (ERIKA TANAKA)

26.07.2015 - Umag: Auf den Geschmack gekommen. Mit dem Portugiesen Joao Sousa hat Thiem in zwei Sätzen diesmal leichtes Spiel.

ATP

02.08.2015 - Gstaad: Der dritte Streich. In der Schweiz ließ Theim dem Belgier David Goffin in zwei Sätzen keine Chance.

(c) APA/EPA/PETER SCHNEIDER (PETER SCHNEIDER)

14.02.2016 - Buenos Aires: Neues Jahr neues Glück. Der Spanier Nicolás Almagro lieferte Thiem in drei Sätzen einen harten Kampf, letztendlich durfte der Wiener Neustädter über seinen vierten Titel jubeln.

(c) APA/AFP/EITAN ABRAMOVICH (EITAN ABRAMOVICH)

28.02.2016 - Acapulco: Nur zwei Wochen später gelang Thiem sein erster Coup abseits von Sand. Der Australier Bernard Tomic schaute dabei in drei Sätzen durch die Finger.

(c) APA/AFP/PEDRO PARDO (PEDRO PARDO)

21.05.2016 - Nizza: Der zweite Streich in Nizza, der fünfte auf Sand. Alexander Zverev aus Deutschland musste sich in drei Sätzen geschlagen geben.

ATP

13.06.2016 - Stuttgart: In Stuttgart schrieb Thiem Geschichte und konnte als bislang erster und letzter Österreicher einen ATP-Titel auf Rasen gewinnen. In drei Sätzen vermieste er seinem deutschen Kontrahenten Philipp Kohlschreiber den Heimtriumph.

(c) APA/dpa/Marijan Murat (Marijan Murat)

26.02.2017 - Rio de Janeiro: In Brasilien zeigte Thiem erneut seine Stärke auf Sand und besiegte den Spanier Pablo Carreno Busta in zwei Sätzen. Es sollte sein letzter Titel im Jahr 2017 sein.

(c) AP (Felipe Dana)

18.02.2018 - Buenos Aires: Ein Jahr später war Thiem zurück in Südamerika und konnte zum zweiten Mal in seiner Karriere in Argentiniens Hauptstadt triumphieren. Der Slowene Aljaz Bedene hatte in zwei Sätzen keine Chance.

(c) APA/AFP/ALEJANDRO PAGNI (ALEJANDRO PAGNI)

26.05.2018 - Lyon: In Frankreich gewinnt Thiem am liebsten. In Lyon holte er seinen dritten Titel in der Grande Nation und besiegte dabei ausgerechnet einen Franzosen – Gilles Simon musste sich nach drei Sätzen geschlagen geben.

ATP

23.09.2018 - St. Petersburg: In den Hallen St. Petersburgs gelang dem Österreicher sein zweiter Erfolg auf Hartplatz. Der Slowake Martin Klizan hatte in zwei Sätzen das Nachsehen.

(c) AP (Dmitry Lovetsky)

17.03.2019 - Indian Wells: Thiems wohl größter Triumph! In den USA bezwang der Niederösterreicher die lebende Tennislegende Roger Federer in drei Sätzen und holte somit seinen ersten Masters-Titel.

(c) AP (Mark J. Terrill)

28.04.2019 - Barcelona: Zurück auf Sand ließ Thiem den Russen Daniil Medwedew in zwei Sätzen chancenlos zurück.

(c) APA/AFP/PAU BARRENA (PAU BARRENA)

03.08.2019 - Kitzbühel: Gegen den Spanier Albert Ramos holte er 25-jährig seinen ersten Titel auf österreichischem Boden, zudem seinen zehnten auf Sand. Es war sein 14. Karrieretitel.

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Matthias Hauer)

6.10.2019 - Peking: Der Österreicher holte sich mit einem 3:6, 6:4, 6:1-Erfolg über den Griechen Stefanos Tsitsipas das ATP-500-Turnier von Peking und feierte damit den vierten Sieg in diesem Jahr.

APA/AFP/NOEL CELIS

27.10.2019 - Wien: Mit einem 3:6, 6:4, 6:3-Sieg über den Argentinier Diego Schwartzman holt sich Thiem bei seinem Heimturnier in Wien (ATP 500) den Titel und feierte damit den fünften Sieg in diesem Jahr.

GEPA pictures
1/16

Am wichtigsten ist aus Thiem-Sicht, dass er wieder körperlich topfit in dieses kräfteraubende Duell gehen kann. Vergangene Woche hatte ihm eine Erkältung doch Kraft geraubt. "Es geht viel besser. Es ist jetzt eigentlich weg. Ich habe einen Tag vor der ersten Runde Probleme bekommen, zum Glück aber kein Fieber. Jedoch war ein gewisser Energieabfall da", gestand Thiem im "Eurosport"-Interview.

Seit Dienstag sei die Verkühlung verschwunden. "Das ist natürlich angenehm, wenn ich mich jetzt wieder voll mit Energie fühle. Ich bin froh, dass ich mich durch die ersten Runden gekämpft habe und mir selber die Chance gegeben habe, in der entscheidenden Phase des Turniers topfit zu sein."

Boris Becker sieht gute Möglichkeiten für Thiem. "Da muss er einige Grundschläge und Rallyes machen", sagte Becker auf Eurosport. Das kräfteschonende Viertelfinale gegen Gael Monfils sah der Deutsche als Vorteil. "Ich sehe das als ganz große Chance für ihn."

Für Nadal geht es nicht nur darum, weiter die Chance auf seinen 20. Grand-Slam-Titel aufrechtzuerhalten. Besiegt er Thiem am Mittwoch, bleibt er sicher Nummer eins. Verliert er, kann ihn Novak Djokovic im Falle des Turniersieges in Melbourne überholen. Thiem könnte hingegen zum vierten Mal (im 12. Versuch) eine aktuelle Nummer 1 der Welt schlagen. Seine bisherigen Siege gelangen ihm 2017 im Barcelona-Semifinale gegen Andy Murray, 2018 im Madrid-Viertelfinale gegen Nadal und 2019 im French-Open-Halbfinale gegen Djokovic.

Die bisherigen Duelle
2014 French Open (2. R.)Nadal 6:2, 6:2, 6:3
2016Buenos Aires (SF)Thiem 6:4, 4:6, 7:6 (4)
2016 Monte Carlo (AF)Nadal 7:5, 6:3
2017 Barcelona (Finale)Nadal 6:4, 6:1
2017 Madrid (Finale)7:6(8), 6:4
2017 Rom (VF)Thiem 6:4, 6:3
2017 French Open (SF)Nadal 6:3, 6:4, 6:0
2018 Monte Carlo (SF)Nadal 6:0, 6:2
2018 Madrid (VF)Thiem 7:5, 6:3
2018French Open (Finale)Nadal 6:4, 6:3, 6:2
2018 US Open (VF)Nadal 0:6, 6:4, 7:5, 6:7 (4), 7:6(5)
2019 Barcelona (SF)Thiem 6:4, 6:4
2019 French Open (Finale)Nadal 6:3, 5:7, 6:1, 6:1
2020 Australian Open (VF)???

Und was sagt Nadal selbst zur Begegnung mit Thiem? "Ein sehr hartes Match. Ich habe ihn gegen Gael gesehen, er hat ein sehr hohes Niveau gespielt", erklärte der Spanier. "Er ist ein Spieler, den ich sehr mag, die Art wie er arbeitet, wie er spielt und er immer sein Bestes gibt. Es wird interessant, ich muss mein Bestes zeigen, damit ich eine Chance habe." Er sehe sich aber auf dem richtigen Weg. "Ich spiele jeden Tag ein bisschen besser."

Der Sieger des Viertelfinal-Schlagers kennt zu diesem Zeitpunkt dann auch schon seinen Gegner, der bereits zuvor zwischen Alexander Zverev (GER-7) und dem Schweizer Stan Wawrinka (15) ermittelt wird. Beide Begegnungen sind ein bisschen Generationenduelle: Nadal und Wawrinka sind 33 bzw. 34 Jahre alt, Thiem ist 26, Zverev 22.

Auch "Oldie" Wawrinka darf keinesfalls unterschätzt werden. Er ist der einzige Spieler, der die Regentschaft der "big three" Roger Federer, Nadal und Djokovic (seit 2006!) unterbrochen hat, als er 2014 im Melbourne Park die Siegestrophäe geholt hat. Gegen Zverev hat er allerdings eine 0:2-Bilanz. Für den Fall der Fälle: Thiem hat gegen "Stan the man" eine 1:3-Bilanz, gegen Zverev führt Thiem mit 6:2.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.