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''Dreckiges Dutzend''Nadal spielte sich aus mentalem Tief zum zwölften Sieg auf Sand

Sein zwölfter, am Sonntag im Finale gegen Dominic Thiem erreichter French-Open-Titel ist nicht nur Bestleistung auf Grand-Slam-Ebene, auch ein einzelnes ATP-Turnier hat noch kein anderer so oft gewonnen.

Rafael Nadal holte sich seinen 12. Titel in Paris
Rafael Nadal holte sich seinen 12. Titel in Paris © AP
 

Rafael Nadal (33) baut seine ohnehin schon unglaublichen Tennis-Rekorde unermüdlich weiter aus. Sein zwölfter, am Sonntag im Finale gegen Dominic Thiem erreichter French-Open-Titel ist nicht nur Bestleistung auf Grand-Slam-Ebene, auch ein einzelnes ATP-Turnier hat noch kein anderer so oft gewonnen. Nadals Regentschaft in Roland Garros hält also weiter an, Thiem und Co. stellen sich weiter hinten an.

Seiner Bestmarke von zwölf Paris-Titeln kommt nur Nadal selbst am nächsten. In Monte Carlo wie in Barcelona hat er elfmal den Siegespokal geholt, kein anderer Spieler ist in dieser Statistik zweistellig. Roger Federer brachte es bisher sowohl in Halle als auch in Basel auf neun Finalsiege, die hat auch Nadal in Rom. Aber den Mythos des seit einer Woche 33-Jährigen macht Roland Garros aus. Exakt zwei Drittel seiner 18 Grand-Slam-Titel hat er nun in der französischen Hauptstadt geholt.

Jagd auf Federer

Und auf dieser Ebene macht Nadal weiter Jagd nach Rekord-Grand-Slam-Sieger Federer. Vor einem Jahr verkürzte der Iberer den Abstand auf den Schweizer auf drei Major-Triumphe, nun fehlen ihm nur noch zwei Titel auf die Allzeit-Bestmarke des 37-jährigen "Maestro". Die Zeit bzw. das Alter wird auch irgendwann gegen Nadal sprechen, doch der Zeitpunkt dafür ist noch nicht abzuschätzen. Es war auch der bereits elfte Grand-Slam-Titel eines über 30-Jährigen en suite.

Während Federer Rekorde liebt, versicherte Nadal in den Pariser Siegesinterview, dass ihm das Erreichen dessen Bestmarke nicht antreibt. "Man kann nicht nur frustriert sein, weil der Nachbar ein größeres Haus, einen größeren Fernseher oder einen größeren Garten hat", zog Nadal einen Vergleich. "Das ist nicht die Art, wie ich das Leben sehe." Wäre er nicht oft verletzt gewesen, hätte er Federer vielleicht schon geschnappt: "Ich habe durch Verletzungen vielleicht 15 Grand Slams verloren."

Tenniswelt verneigt sich

Die Tenniswelt verneigt sich aber auch so vor Nadal - nicht nur die Fans, sondern auch diverse andere Tennis-Größen. "Ich sehe es, aber ich kann es nicht glauben, dass jemand 12 Roland-Garros-Einzel-Titel gewinnen kann", twitterte etwa der Australier Lleyton Hewitt, selbst eins Weltranglistenerster. Ähnlich sein Landsmann Rod Laver: "Einfach großartig! Einen Grand Slam zu gewinnen, ist nicht einfach. Zwölfmal die French Open zu gewinnen, ist unglaublich. Gratulation 'Sand-König'."

Dabei war Nadal im Saisonverlauf nicht unantastbar, Niederlagen und Verletzungspausen ließen auch sein Team am "dreckigen Dutzend" (auf Sand) zweifeln. "Ich hatte ihn noch nie so gesehen", erzählte sein Coach Carlos Moya über das Turnier Ende April in Barcelona, das Thiem nach einem Halbfinalsieg über Nadal gewonnen hat. "Sein Kopf war unten, er war nicht motiviert. Er hatte die Leidenschaft und sein Verlangen verloren. Aber wir haben ihn ermutigt, weiterzukämpfen."

Niederlage war Wendepunkt

Die Niederlage gegen Thiem in Katalonien war für Nadal bitter, aber vielleicht auch der Wendepunkt. "Ich war da zu besorgt um meine Gesundheit, und um ehrlich zu sein, war ich zu negativ. Schon nach der ersten Runde in Barcelona war ich ein paar Stunden alleine und habe darüber nachgedacht, was los ist, was ich machen soll. Ich hätte für eine Weile pausieren, meinem Körper eine Erholung bieten können. Die Alternative war, meine Einstellung und Mentalität drastisch zu ändern."

Dass Nadal tatsächlich fast den Glauben an sich verloren zu haben schien, zeigt ein Statement nach dem 6:3,5:7,6:1,6:1-Sieg im Paris-Endspiel: "Es ist unglaublich. Es ist ein Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier 2019 noch so spielen könnte." Der Titel Mitte Mai in Rom, sein erster seit August, kam aber offenbar zur rechten Zeit. Spätestens nach der Ankunft in Paris dürfte sich der Schalter bei Nadal endgültig umgelegt haben. Wenn er fit bleibt, wird er wohl 2020 wieder Paris-Favorit sein.

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