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Olympia-SegelrevierHai-Alarm! Segel-Asse tüfteln zwischen Hammerhaien an Gold

In knapp einem Jahr beginnen in Japan die Olympischen Sommerspiele. Österreichs Segler testen seit zwei Monaten das Segelrevier - im Training, beim Olympia-Test und derzeit noch beim Weltcup. Und sie begegnen dabei praktisch täglich den Haien im Pazifik.

SAILING - World Cup Series
David Bargehr und Lukas Mähr im 470er-Boot im Olympia-Segelrevier vor Enoshima © GEPA pictures
 

Das ist tatsächlich kein Seemannsgarn: Österreichs Segelasse, die sich den gesamten Sommer über im Olympischen Segelrevier von Enoshima nahe Tokio auf die Olympischen Sommerspiele 2020 vorbereiten, haben dabei praktisch täglich Begegnungen mit Haien - denn die sind im Pazifik bei Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad praktisch täglich interessierte Zuschauer bei den Segelbewerben.

"Ja, es gibt keinen, der noch keinen Hai gesehen hat", berichtete Tanja Frank, die vor drei Jahren in Rio de Janeiro mit Thomas Zajac für die einzige österreichische Olympia-Medaille gesorgt hatte. "Ich habe auch das Gefühl, dass es immer mehr werden, je wärmer das Wasser wird", erklärt die Naccra-17-Steuerfrau. Und sie ergänzt: "Ich erkenne ja nur die Hammerhaie an ihrem Aussehen, aber es gibt auch andere Arten. Aber von denen weiß ich nicht, wie sie aussehen."

Nach dem Kentern: Schnell aus dem Wasser

Und Frank hat mit ihrer Vorschoterin Lorena Abicht auch schon eine kleine Ankedote parat. "Tanja hat mir einmal zugerufen, dass da ein paar Meter vor uns ein Stock im Wasser schwimmt, der sich dann als kleiner Hammerhai herausgestellt hat. Und als wir das erkannt haben, sind wir dann auch schon gekentert. Und ich kann sagen. Wir waren schnell wieder aus dem Wasser und auf dem Boot", erzählt Abicht. Die gebürtige Hamburgerin hat aber an sich mit Haien kein Problem: "Ich mag Haie gerne, Tanja gar nicht. Das Problem ist, dass wir im Fall des Kenterns aber genau Abläufe haben. Und die sehen vor, dass ich schnell an Bord muss, sie aber rund ums Boot schwimmen muss. Das gefällt ihr nicht so."

Angst vor den Raubfischen hat bei den Seglern aber niemand. "Im Normalfall greifen die ja keine Menschen an", sagt 49er-Steuermann Benjamin Bildstein. Um dann schmunzelnd hinzuzufügen: "Wir haben ja auch viele Surfer dabei. Die wären leichtere Beute." Die Sorge des Vorarlberger gilt auch weniger der eigenen Gesundheit: "Ich habe immer Angst, dass wir mit einem Hai zusammenstoßen. Das wäre eher unangenehm für alle Beteiligten." 

Prominente Unterstützung

Das Segelteam ist derzeit übrigens schon seit geraumer Zeit in Japan, neben dem Training gab es den Olympischen Testbewerb und nun den Segel-Weltcup. "Wir sind hier geblieben, sind seit 8. Juli in Enoshima", erzählt Bildstein, "einige sind dazwischen auch heimgeflogen, das war uns wegen einer Woche daheim zu anstrengend." Um keinen "Lagerkoller" zu bekommen, wurde auch ein passendes Hotel gefunden, dass einige Vorzüge im Vergleich zu anderen "typischen" japanischen Hotels vorweist: Man hat hier größere Zimmer, das Hotel, das an sich auf Hochzeiten spezialisiert ist, ist auch architektonisch eher europäisch denn japanisch angehaucht. "Nur Kästen am Zimmer gibt es hier auch nicht. Das ist ein Problem in Japan", sagt Bildstein lachend.

Mit dabei ist auch ein prominenter Mann: Doppel-Olympiasieger Roman Hagara steht den Seglern in diesem Jahr als Berater zur Seite. "Der frühere Sportdirektor Georg Fundak hat mich Ende des Jahres 2018 gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Und heuer geht es sich aus." Die Tipps des "Segelfuches" sind bei den Seglern begehrt. Worum es geht: "Letztlich um Details. In vielen Ausprägungen. Und um die richtige Taktik. Da passieren halt noch manchmal Fehler." Und die sollte man in dem sehr schwierigen Revier - mit wechselnden Winden und teilweise hohen Wellen - eben tunlichst vermeiden.

Nicht nur, weil man damit logischerwesie Plätze verschenkt, sondern weil Fehler im moderenen Segelsport und den hohen Bootsgeschwindigkeiten beim "Foilen", bei dem die Boote nur noch auf einer Schwert durch das Wasser "fliegen", richtig weh tun können. Kaum ein Segler, der derzeit nicht Blessuren hat - wenn auch zum Glück keiner von Begegnungen mit Haien.

Dichtes Programm mit zwei Weltmeisterschaften

Die Segler haben vor den Spielen allerdings noch ein dichtes Programm, etwa im Abstand von nur wenigen Wochen gleich zwei Weltmeisterschaften, eine in Neuseeland (für das Jahr 2019), dann eine in Australien (für das Jahr 2020). Dann wird erst klar sein, welche Boote sich für die Spiele qualifiziert haben. Nach Japan geht es dann wieder im Mai, "weil da die Bedingungen ähnlich sind wie zum Zeitpunkt der Spiele", erklärt Frank. Bis dahin hat man, zumindest hier, "Hai-Pause". . .

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