Live-Blog zum NachlesenÄthiopier Hurisa disqualifiziert, Kenianer Langat neuer Wien-Marathon-Sieger

Der neue Gewinner des 38. Vienna City Marathon ist der Kenianer Leonard Langat mit einer Siegeszeit von 2:09:25. Wegen unerlaubter Schuhe wurde der ursprüngliche Sieger, der Äthiopier Derara Hurisa, vom Rennen disqualifiziert. Hier finden Sie den Liveblog zum größten Laufsport-Ereignis Österreichs zum Nachlesen.

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Der Kenianer Leonard Langat gewinnt den 38. Wien-Marathon
Der Kenianer Leonard Langat gewinnt den 38. Wien-Marathon © GEPA pictures/Philipp Brem
 

Das Comeback des Wien-Marathons hat ein unschönes Ende genommen. Der Äthiopier Derara Hurisa, der nach 2:09:22 Stunden als Erster ins Ziel gelaufen war, wurde wegen nicht regelkonformer Schuhe disqualifiziert. Erlaubt ist eine maximale Sohlendicke von vierzig Millimetern, Hurisa lief mit Schuhen, die fünfzig Millimeter aufwiesen, das entspricht nicht dem Reglement. Der Sieg ging an den Kenianer Leonard Langat (2:09:25) vor dem Äthiopier Betesfa Getahun (2:09:42). Der Streckenrekord von Getu Feleke (ETH/2:05:41 Stunden) aus dem Jahr 2014 war nicht in Gefahr.

Bei den Frauen triumphierte Debütantin Vibian Chepkirui aus Kenia in 2:24:29. Die Streckenrekorde waren nicht in Gefahr. Es war der erste VCM nach coronabedingter Pause seit zweieinhalb Jahren, das in den Herbst verlegte Rennen war bei Temperaturen über zwanzig Grad für viele eine Herausforderung. So auch für die Elite, die Streckenrekorde waren nicht in Gefahr. Bei einem medizinischen Zwischenfall auf der Zielgeraden waren die Notärzte gefordert, eine Person musste stabilisiert und unter Reanimationsbedingungen ins Spital eingeliefert werden. Näherers ist noch nicht bekannt.

Ursprünglicher Sieger disqualifiziert

Hurisa wähnte sich lange als Sieger, ehe er sich nach einem Hinweis aus dem Konkurrenz-Lager einer Schuhkontrolle unterziehen musste. Langat setzte sich vor Getahun und seinem Landsmann Edwin Kosgei (2:10:10) durch. "Das ist eine Weltpremiere, die wir uns gern erspart hätten. Es gibt ein neues Regulativ, dass die Zwischensohle nur ein gewisses Maß haben darf", sagte Rennleiter Hannes Langer. Auf einem Formular sei auch bestätigt gewesen, dass der Athlet einen richtigen Schuh verwende, er habe dann aber zu einem aus dem Training gegriffen.

Die erste Gruppe der Männer-Elite formierte sich bereits nach dem Start um 8.58 Uhr auf der Wagramer Straße in größerer Kopfzahl als geplant. Die Durchgangszeit bei zehn Kilometern mit 30:05 Minuten war vielversprechend, auch die von Pacemakern auf den Asphalt gelegten 1:03:41 zum Halbmarathon versprach noch einiges. Danach war rasch klar, dass sich der Streckenrekord von Feleke aber nicht mehr ausgehen wird.

Auf der Prater Hauptallee rund acht Kilometer vor dem Ziel war die Männer-Spitze auf ein Quartett geschrumpft. Die Kenianer Edwin Kosgei, Langat sowie die Äthiopier Getahun und Hurisa liefen ihr Tempo und hatten anscheinend nicht mit dem Angriff des Japaners Kento Kikutani gerechnet, der bei Kilometer 40 den Anschluss wieder schaffte. Vermutlich hat er sich mit seiner Attacke überfordert, denn kurz vor dem Ziel auf der Ringstraße blieb er stehen, beendete das Rennen aber noch als Vierter.

Früh die Hoffnung auf einen Spitzenplatz aufgeben musste der Schweizer Tadesse Abraham, der mit 2:06:40 die zweitschnellste Entry-Zeit gehabt hatte. Nach vierzig Minuten hielt er das hohe Tempo der Schnellsten nicht mehr mit und lief lange ein einsames Rennen, biss sich durch und finishte als Sechster.

Kenianerin Chepkirui triumphierte

Das Frauen-Spitzenfeld war nach eineinhalb Stunden bereits auseinandergezogen, Chepkirui hatte sich abgesetzt, es folgten die Äthiopierinnen Meseret Dinke und mit ebenfalls etwas Abstand Gelete Burka. Burka, die Paris-Marathon Siegerin 2019, war nach knapp einer Stunde bei einem Zebrastreifen zu Sturz gekommen, raffte sich aber schnell wieder auf, blieb dran und wurde am Ende hinter Chepkirui und ihrer Landsfrau Dinke (2:25:31) Dritte (2:25:38). Die Siegerzeit lag deutlich über dem Streckenrekord von Nancy Kiprop (KEN/2:22:12/2019).

Österreichische Staatsmeister

Österreichischer Staatsmeister wurde Martin Mistelbauer als 14. in 2:29:26, der favorisierte Hans-Peter Innerhofer, der sich lange an der Spitzengruppe der Frauen orientiert hatte, holte Silber. Bei den Frauen setzte sich erwartungsgemäß Victoria Schenk durch, sie wurde in 2:46:25 Neunte. "Es war mein Ziel, den Staatsmeistertitel nach Hause zu laufen. Bis Kilometer 25 war es sehr gut, dann habe ich Magenprobleme bekommen", meinte Schenk.

Österreicher gewinnen Halbmarathon

Die Halbmarathonsiege gingen an Österreich. Bei den Männern setzte sich Andreas Stöckl in 1:12:14 Stunden vor Peter Herzog (1:12:33) und Valentin Pfeil (1:12:33) durch, die sich beide kurzfristig - ohne Ambition auf eine Topzeit, sondern eher zu Trainingszwecken - zum Antreten entschieden hatten. Bei den Frauen gewann erwartungsgemäß Eva Wutti, in 1:16:14 siegte sie vor der Slowenin Anja Fink (1:16:26) und Cornelia Stöckl-Moser (1:22:03).

"Es war ein tolles Rennen, der Zieleinlauf sehr emotional. Für mich war es eine Spur zu warm, aber unbeschreiblich", sagte Stöckl, der mit der Zeit nicht zufrieden war.

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Kommentare (4)
Susanne71
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Kann man die Schuhe nicht vor dem Start kontrollieren?

Ich verstehe nicht, warum solche Kontrollen nicht vor dem Start stattfinden können. Oder gilt diese Regel/Kontrolle nur für den Sieger?

anonymus21
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Laut dem Artikel

hat er im Rennen andere Schuhe verwendet als ursprünglich angegeben. Kann ein Versehen, aber auch Absicht gewesen sein.

ismirschlecht
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Kronen und Kleine Zeitung in Fussion ?

Gibt es bei den Online Medien von Krone und Kleine Zeitung eine Fussion oder gar den gleichen Redakteur ?
Die Berichterstattung ist 1:1 die gleiche - jeder Beistrich einfach alles - da überlegt man sich wofür man bezahlt -
Aber egal der Kommentar wird eh gelöscht werden …

Kleine Zeitung
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