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Andreas Vojta im Interview"Die Titel zeigen auch, dass ich alt werde"

Andreas Vojta läuft am Sonntag in Mooskirchen (Bezirk Voitsberg) um seinen 39. Staatsmeistertitel. Wie er sich darauf vorbereitet, warum er schneller wurde, wie er sich für die Olympischen Spiele qualifiziert und ob er sich impfen lässt.

Andreas Vojta
Andreas Vojta © GEPA pictures
 

Sie starten am Wochenende in Mooskirchen bei der Straßen-Staatsmeisterschaft über zehn Kilometer. Wie groß ist die Vorfreude auf ein Rennen, an dem knapp 400 Läufer teilnehmen?
ANDREAS VOJTA: Sehr groß. Aber aktuell freut man sich über jeden Wettkampf. Das ist seit sehr langer Zeit das mit Abstand größte Rennen, an dem ich am Start stehe.

Fehlen Zuschauer, wenn man mit einem Kilometerschnitt von unter drei Minuten läuft?
Sagen wir so: Leichter wird es durch die Abwesenheit der Zuschauer nicht. Aber als Profi, der auf Leistung getrimmt ist, sollte man sich dadurch nicht zu sehr ablenken lassen. Ich bin einer, der auch alleine eine gute Leistung abrufen kann.

Die Strecke gilt als schnell. Schauen Sie sich den Kurs vorher an oder fährt man als Profi hin, bindet sich die Schuhbänder zu und läuft?
Eher Zweiteres. Ich weiß, wo die Strecke ist, und hab mir in der Ausschreibung das Streckenprofil angesehen. Aber die Strecke getestet habe ich nicht. Ich gehe mit Vorfreude ins Rennen, weil ich von ein paar Leuten, die die Strecke kennen, weiß, dass sie sehr schnell ist. Das will ich bestmöglich für mich nutzen.

In welcher Zeit?
Ein 28er soll schon vorne stehen. Ob das dann 28:59 oder 28:30 werden sollen, entscheide ich kurzfristig. Da höre ich auf mein Körpergefühl.

Der wievielte Staatsmeistertitel wäre es denn?
Ich habe mir einmal eine Excel-Datei gemacht. Wenn ich das richtig im Kopf habe, wäre es Titel Nummer 39 in der Allgemeinen Klasse.

Das ist ganz ordentlich, oder?
Einerseits beeindruckend, aber es zeigt mir auch, dass ich alt werde.

Aber nicht langsamer.
Von dem her ist es mir egal. Wenn ich mit 50 dastehe und meine Bestzeiten renne, soll es mir auch recht sein.

Sie sind 2020 zahlreiche persönliche Bestzeiten gelaufen. Weil mehr Zeit für Training war?
Einen kleinen Zusammenhang würde ich sehen. Im März, April, als der Lockdown beschlossen und die Olympischen Spiele abgesagt wurden, hat quasi ein zweiter Aufbau begonnen. Die zwei, drei ruhigen Trainingsmonate, bevor wieder Wettkämpfe waren, haben mir vermutlich schon die eine oder andere Sekunde gebracht.

Die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist komplizierter geworden ...
Bisher war es einfach: Man ist eine Zeit gelaufen und dementsprechend war man dabei oder nicht. Jetzt gibt es ein World Ranking, das die Anzahl von Startplätzen vorgibt. Da bekommt man Punkte je nach Leistung, Platzierung und Wettkampfkategorie. Dadurch wird es zur Rechnerei und Taktiererei. Es gibt noch immer ein Fixlimit, das aber extrem verschärft wurde: 13:13 Minuten für fünf Kilometer. Realistischer wird sein, über das World Ranking reinzukommen. Das ist aber schwer zu prognostizieren und blöd, weil du erst Ende Juni, Anfang Juli sicher weißt, ob du dabei bist. Dann sind es nur noch ein paar Wochen.

Thema „Impfen der Olympiastarter“: Wie sehen Sie das?
Grundsätzlich bin ich voll dafür, weil es das Sinnvollste ist, um aus der Pandemie zu kommen. Aber du kannst als Sportler nicht sagen, ich impfe mich und alles andere ist egal. Wenn zwei, drei Trainingstage ausfallen, ist das für einen Profisportler eine Katastrophe. Das kann eine ganze Saison kosten. Ich hab zuletzt die Info erhalten, dass es noch möglich ist, mit einem Impfstoff, wo nur eine Impfung nötig ist und die Nebenwirkungen sehr gering sind. Mit einem gewissen Abstand zu den Wettkämpfen bin ich bereit, einen Kompromiss einzugehen, weil es allgemein sinnvoll ist. Wenn aber nicht bald was kommt, ist es eh zu spät.

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