Interview: Peter Wohlfahrtstätter"Jetzt zeichnen sich auch die Erfolge ab"

Peter Wohlfahrtstätter, Kapitän des Volleyball-Nationalteams, schlägt mit Österreich am Samstag (17.30) im Sportpark Klagenfurt zum Auftakt der CEV Silver European League auf.

Peter Wohlfahrtstätter © Tusch; GEPA
 

Peter Wohlfahrtstätter ist zurück in Kärnten. Dieses Mal mit dem Volleyball-Nationalteam. Österreich trifft am Samstag (17.30) im Sportpark Klagenfurt auf Lettland. Quasi ein Heimspiel für Sie, oder?
PETER WOHLFAHRtSTÄTTER: Ja genau. An die Halle hab’ ich schöne Erinnerungen. Wir haben ja damals mit Aich/Dob in der Champions League gegen Nowosibirsk gewonnen und so etwas vergisst man sicher nie.

Österreich spielt in der sogenannten Silver European League. Die gibt es ja noch nicht so lange.
Wir sind letzte Saison in die World League, die höchste Liga für Nationalteams, aufgestiegen. Nur waren da sehr viele Teams und deshalb gab es eine Teilung. Daher sind in der höchsten nur mehr zwölf Teams, gefolgt von der Gold-League und wir sind aufgrund des World Rankings in die Silver-League gerutscht.

Wie sieht dieser Modus jetzt aus?
Es gibt zwei Vierergruppen mit je drei Heim- und drei Auswärtspartien. Wir sind mit Lettland, dem Kosovo und Mazedonien in einer Gruppe. Die zwei Besten, wobei der Gastgeber gesetzt ist, spielen das Final 4 und der Sieger steigt in die Gold-League auf. Das ist auch unser großes Ziel.

Wie stehen die Chancen?
Es ist eine Wundertüte. Die Letten hatten wir vor zwei Jahren, Kosovo kennen wir gar nicht und Mazedonien ist der Gegner, gegen den wir wichtige Spiele verloren haben, da sie routinierter waren. Jetzt bin ich überzeugt, dass wir sie biegen können.

Wir sind einige Routiniers, haben ein paar Junge dazubekommen. Jetzt heißt es die perfekte Abstimmung zu finden. Die Halle in Klagenfurt ist cool, normal meckert immer wer, aber hier tanzt keiner aus der Reihe, alles tip top.

Sie persönlich haben ja eine Wahnsinn-Saison mit Lille erlebt, stimmt’s?
Das kann man so sagen. Wir haben uns sensationell den Cupsieg in Paris vor einer unglaublichen Kulisse geholt, so etwas hab’ ich selten erlebt. Für den Verein war es übrigens der erste Titel in der ersten Liga, zuvor waren sie neun Mal im Finale, also echt ein riesen Erfolg. Und das noch dazu als Aufsteiger.

Wie groß sind die Unterschiede zu Österreich, wenn man jetzt Frankreich hernimmt?
Das sind Dimensionen. In Österreich gibt’s Aich/Dob, die klar Meister wurden und in Frankreich gibt es zwölf Teams, die so gut wie auf Augenhöhe sind. Zum Schluss hat zum Beispiel der Letzte gegen den Ersten gewonnen.

Das Niveau ist generell sehr hoch und sicher eine der besten Ligen nach Italien, Russland und Polen.

In dieser Saison haben Österreicher generell abgeräumt.
Stimmt. Es ist immer lässig, wenn wir Geschichten austauschen und jeder erzählt, was er erlebt und wer welche Eindrücke mitgenommen hat. Wir haben in den letzten Jahren gut gearbeitet und jetzt zeichnen sich auch die Erfolge ab. Es ist alles viel professioneller geworden.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Ich werde nicht in Lille bleiben, es gibt zwei, drei Tendenzen.

Wie wäre es mit Südamerika?
Ich hab’ einen brasilianischen Manager, der sich hier umhört, aber es ist extrem schwierig, auf meiner Position nach Argentinien oder Brasilien zu kommen. Interessant wäre es schon.

Ist für Sie auch eine Rückkehr zu Aich/Dob denkbar?

Vielleicht wird hier einmal der Karriere-Endspurt eingelegt...



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