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HandballWas von der EM in Graz geblieben ist

Der österreichische Handballverband präsentierte die Zahlen der Euro 2020 und stellte Graz ein gutes Zeugnis aus.

HANDBALL - EHF EURO 2020, SRB vs CRO
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Der sportliche Erfolg der Heim-Euro steht außer Frage – auch aus steirischer Sicht: Unter Teamchef und Wahlgrazer Ales Pajovic wurde mit Platz acht das beste Ergebnis der Geschichte eingefahren und so das Ticket für die WM 2021 gelöst. Mit Keeper Thomas Eichberger, Daniel Dicker (beide Eisenach) und Raul Santos (Gummersbach) erhielten zudem drei weiß-grüne Handballer im Kielwasser der EM neue Kontrakte in der zweiten deutschen Liga.

So weit so gut, und auch wirtschaftlich gesehen scheint ein großer Wurf gelungen zu sein. Neben Wien wurde in der Grazer Stadthalle gespielt und nun legte der Verband (ÖHB) die Zahlen einer Wirtschaftsstudie des Campus 02 auf den Tisch: Diese ergab für Graz eine Bruttowertschöpfung von 3,83 Millionen Euro (Wien: 18,39), Steuereinnahmen von 1,87 Millionen (Wien: 9,27) sowie 7900 zusätzliche Nächtigungen (Wien: 81.000). Für jeden geförderten Euro kamen somit 2,3 retour (Wien: 2,5).
Weit mehr als die nackten Zahlen freut Landesrat Christopher Drexler, dass "mit einem unglaublichen Handballfest Werbung für den Sport, Graz und die Steiermark gemacht wurde".

Kroaten sorgten für Stimmung

Als Trägerrakete für den Handball bezeichnete Stadtrat Kurt Hohensinner die zweite EM nach 2010: "Jeder Euro war optimal investiert. Die Atmosphäre in der Stadthalle war einmalig." Die Auslastung der Arena lag auch dank der kroatischen Fans bei 94 Prozent und es flammte erneut ein Handballfeuer auf. ÖHB-Marketing-Boss Christoph Joklik erklärte: "In Graz konnten wir eine Hallenauslastung von 94 Prozent erzielen. Beide Spielorte, Wien und Graz zusammengenommen, hatten wir eine Auslastung von 86 Prozent, was einer Zahl von 152.000 Zusehern bei den 24 Spielen der Euro in Österreich entspricht. Unser Plan, Kroatien am Spielort Graz zu setzen, hat sich wie schon 2010 bewährt. Etliche Fans haben ihr Team vor Ort unterstützt."

Die Begeisterung ist – trotz coronabedingter Unterbrechung für den Sport – immer noch deutlich spürbar. Man kann aus Sicht des Sportlandes Steiermark nur eine außerordentlich positive Bilanz über die Handball Euro 2020 ziehen.

Sportlandesrat Christopher Drexler

Jäh von Corona ausgebremst soll die Flughöhe des Handballsports nun durch ein Nachhaltigkeitsprojekt steigen. Landeskoordinator Didi Peißl hat dafür ein Konzept mit 20 Punkten vom Minihandball über Beach- und Streethandball bis zu weiteren Länderspielen im Talon.

Man muss dem gesamten Organisationsteam rund um Frank Dicker und Didi Peissl ein großes Lob aussprechen. Es war nicht nur ein sportliches Fest, die Gäste haben sich wohl gefühlt und wir konnten Graz von seiner besten Seite präsentieren.

Sportstadtrat Kurt Hohensinner

Ausgebremst wurden nicht nur die Ambitionen, sondern auch die Sportler. "Man hat als Teamchef ohnehin immer zu wenig Zeit mit den Spielern", sagt Erfolgscoach Pajovic, "aber nun verlieren wir sieben bis acht Monate." Lehrgänge, Testspiele und auch Bewerbsspiele fielen der Pandemie zum Opfer und "Pajo" wird seine Spieler wohl erst kurz vor dem Start in die EM-Quali (Gruppe mit Deutschland, Bosnien und Estland) sehen. "Anfang Oktober ist ein dreitägiger Trainingslehrgang mit den Spielern aus der heimischen Liga geplant", sagt Sportdirektor Patrick Fölser. Die Legionäre kommen erst zum Heimspiel gegen die Esten Anfang November und das wird der erste Höhepunkt nach der EM. Der steirische Handball-Boss Frank Dicker kündigte dafür an: "Dieses Spiel soll in Graz ausgetragen werden!"

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