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Handball-LänderspielErster Sieg über Serbien nach 2396 Tagen

Österreichs Herren haben das Testspiel gegen Serbien 32:30 gewonnen. Am Sonntag warten die Niederlande in Graz (18 Uhr).

HANDBALL - AUT vs SRB, friendly match
Fabian Posch zeigte seine Klasse © GEPA pictures
 

Mit dem Testspiel gegen Serbien fand das einwöchige Trainingslager der ÖHB-Auswahl ihren ersten Höhepunkt. Die Mannschaft von Trainer Ales Pajovic feierte gegen das EM-Team vom Balkan (die Serben spielen in der EM-Vorrunde in Graz) einen 32:30 (18:16)-Sieg im Grazer Sportpark. Dabei fehlte Rot-Weiß-Rot vor 1600 Zusehern kurzfristig Alexander Hermann. Der Gummersbach-Legionär blieb krank im Hotel zurück. Ob er am Sonntag im zweiten Testspiel gegen Holland dabei sein kann, ist fraglich. Auch Kapitän Nikola Bylik war angeschlagen, übernahm trotzdem Verantwortung und stand im Startaufgebot. Da war auf der Position des Regisseurs Jakob Jochmann (Krems) zu erblicken. Gerald Zainer saß eine Reihe hinter der Ersatzbank mit bandagiertem Arm. Der Hard-Spieler hat sich den Schleimbeutel nach wochenlangen Problemen entfernen lassen. Bis zur EM sollte aber alles wieder bestens funktionieren. "In vier Wochen sollte ich wieder mit dem Training beginnen können", sagt der Ex-Leobener Zainer. Jochmann zeigte nach anfänglicher Nervosität eine solide Partie und gab eine Empfehlung ab.

Seit dem EM-Qualifiaktionsspiel am 3. April 2013 in der Grazer Stadthalle haben die Österreicher gegen Serbien nicht mehr gewonnen. Das Testspiel in Graz war das insgesamt achte Kräftemessen - in den ersten sieben Duellen behielten die Serben drei Mal die Oberhand, Österreich gewann zwei bei ebenso vielen Remis. 

Angesichts der Ausfälle tat sich Österreich vor allem im Angriff zu Beginn nicht leicht – ein bekanntes Dilemma, das allerdings durch ein paar Einzelaktionen in Schach gehalten wurde. Serbien kämpfte ebenfalls mit Abstimmungsproblemen – gelegentlich schienen Spielzüge nicht klar zu sein. Bitter, dass Österreichs Verteidigung einige Lücken aufwies. Schlussmann Thomas Bauer hatte es nicht leicht, konnte sich aber beweisen. Keine der Mannschaften vermochte es, sich aufgrund zu vieler Eigenfehler abzusetzen. In der 19. Minute bekam Bylik seine erste Pause – für zwei Minuten blieb er auf der Bank. Der Kiel-Spieler ist und bleibt die Schaltzentrale der Mannschaft. Mit ihm ist Österreich im Angriff um ein vielfaches gefährlicher und ideenreicher. Mit der Rückkehr von Zainer könnten die Schultern Bilyks bei der EM diesbezüglich entlastet werden. Bei seinem Arbeitgeber Kiel präsentiert sich der Wiener aktuell auf der Postion des Scharfschützen im linken Rückraum in blendender Form – die unterstrich er auch in Graz.

Posch und Bauer wahre Lichtblicke

Einer der größten Gewinner in der Amtszeit von Ales Pajovic ist wohl Fabian Posch. Der von Ex-Trainer Patrekur Johannesson vergraulte Kreis ist in der Form seines Lebens. Die Zeit, in dem ihm eine gewisse Gemütlichkeit nachgesagt wurde, ist längst Vergangenheit. Auf der Postion des Kreisspielers ist der Kremser alternativlos, wenn es um die erste Wahl geht. Tobias Wagner konnte seine Leistung seit seinem Deutschland-Engagement nicht steigern, und Harder Lukas Herburger bringt für den internationalen Vergleich nicht so viel Erfahrung wie Posch mit. Er absolvierte in Graz sein 100. Länderspiel und wurde dafür vor dem Anwurf geehrt.

Ebenso lang gedient ist Keeper Bauer, der sich in großer Spiellaune zeigte und auch die Zähne zusammengebissen hat. In der ersten Halbzeit verletzte er sich den Zeigefinger der rechten Hand, nach dem Wechsel bekam der Ellbogen einen Schlag ab – er blieb noch im Tor und die knappe Führung hielt. In der 44. Minute machte der Portugal-Legionär dann einem "Hausherren" Platz. Thomas Eichberger von der HSG Graz kam ins Spiel und stellte sich in den Kasten. Doch er blieb nicht lange auf dem Feld - nach einem Siebenmeter durch Nemanja Ilic humpelte er in der 47. Minute wieder vom Feld. Der rechte Oberschenkel wurde auf der Rückseite sofort behandelt und Bauer kam zurück.

Zu diesem Zeitpunkt schien allerdings das gesamte Team an die energetischen Grenzen zu stoßen. Elf Minuten vor dem Ende stand es 24:24, doch das Glück war den Österreichern in dieser Phase hold - vorne und hinten. Pajovic wechselte ein wenig durch, ließ allerdings die Regisseure Bylik und Jochmann auf der Platte. Auch das unterstrich die Wichtigkeit eines Erfolges für das Team. Mit einem erfolgreichen Konter in der 53. Minute baute Kreisspieler Posch die Führung auf drei Tore aus (28:25), die hielt bis zum Ende.

Ales Pajovic im Interview

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