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HandballLeoben und Graz wollen im Steirer-Derby auftrumpfen

Die HSG Graz kommt heute als Spitzenreiter und Favorit nach Leoben zum Derby. In der zweiten Liga empfängt die HSG Bärnbach/Köflach das Team aus Trofaiach.

HANDBALL - HLA, Graz vs Leoben
© GEPA pictures
 

Schlagerspiele sind Derbys immer. In den vergangenen Jahren waren sie das im steirischen Handball aber meist nicht wegen der Lokalrivalität, sondern wegen ihrer Brisanz im Abstiegskampf. Meist ging es im Tabellenkeller oder gar in der Relegation um Wohl oder Weh. Vor dem heutigen Derby in Donawitz zwischen den ortsansässigen Leobenern und Graz ist das anders. Zumindest für die Gäste – denn die HSG kommt als Spitzenreiter. „Wir haben es ein wenig leichter als zuletzt“, sagt Graz-Boss Michael Schweighofer, „weil wir dieses Mal nicht den Druck haben, gewinnen zu müssen.“ Leoben hat diesen hingegen schon. Mit bisher nur zwei Siegen liegen die Donawitzer nur auf dem neunten und vorletzten Rang.

Die Schärfe eines Derbys bekam Graz-Trainer Ales Pajovic selbst zu spüren. Es war im Aufstiegs-Play-off zur HLA, als ihm am 6. Mai 2011 der Leobener Ivan Ivisic die Nase brach. Pajovic fehlte für zwei Partien, Graz verpasste den Aufstieg. „Ich habe damals mit Ivan gesprochen“, sagt der jetzige Co-Trainer der HSG Goran Pajicic, der damals noch für Leoben spielte: „Er hat mir gesagt: ,Wenn ich wieder gegen ihn spielen muss, bin ich krank.‘ Aber dazu kam es nie.“

Pajicic ist einer von wenigen Akteuren, die schon für den jeweiligen Gegner gespielt haben. „Im Handball kennt man sich ohnehin – und im Derby geht es gegen Freunde“, sagt der ehemalige Kreisläufer. „Man versucht, das auszublenden, und greift deshalb vielleicht noch härter zu.“

Und eine harte Verteidigung, die werden die Leobener heute brauchen. „Wir müssen so stehen, dass sich Graz jedes Tor erarbeiten muss“, sagt Max Maier, der im Sommer seine Kapitänsschleife in Graz ablegte und nach Leoben wechselte. „Ich habe diese Entscheidung kein einziges Mal bereut. Es ist schön, wenn man sich im Herbst seiner Karriere voll und ganz auf das Spiel konzentrieren kann – und Leoben gibt mir ein gutes Gefühl.“

"Der Alltag wird kommen"

Einen emotionalen Frühling erlebt aktuell HSG-Boss Schweighofer, der selbst übrigens fünf Jahre in Leoben unter Vertrag war. „Wir müssen trotz der Tabellenführung demütig bleiben. Es wird nicht leichter, wir dürfen nicht glauben, dass es so weitergeht. Der Alltag wird kommen, die stärkeren Teams werden sich erholen und steigern!“ Er betont, dass bislang alles zugunsten der Grazer gespielt hat: „Wir sind von Verletzungen verschont geblieben und hatten das nötige Quäntchen Glück. Aber wir haben diese Chance genutzt – das haben wir in vielen Saisonen nicht geschafft.“ Wunder erwartet man sich in Graz nicht. „Wir sind nicht so vermessen, dass wir vom Titel reden. Aber das Meister-Play-off ist wesentlich realistischer als vor der Saison.“

Beinahe idente Vorzeichen wie in der obersten Liga herrschen heute im nur wenige Kilometer entfernten Trofaiach in Liga zwei: Das Tabellenschlusslicht bekommt Besuch vom Spitzenreiter (20.15 Uhr) – und es ist ebenfalls ein Steirer-Duell. Die HSG Bärnbach/Köflach hat seit vier Partien nicht verloren und liegt an der Spitze. Was dem Schlusslicht Trofaiach Hoffnung gibt: Die bisher einzige Saisonniederlage kassierten die Weststeirer in einem Derby – daheim gegen Bruch.

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