Der eine oder andere Zuseher in Kapfenberg hat nach dem dramatischen 63:59-Sieg gegen die Gunners aus Oberwart wohl ein paar graue Haare mehr auf seinem Haupt. „Das sind so Spiele, in denen du als Coach Monate, wenn nicht sogar Jahre liegen lässt. Mit einem positiven Ende lässt sich das aber leichter verkraften“, erklärte Trainer Michael Schrittwieser. Die Bullen erkämpften sich in einem packenden Spiel den Ausgleich in der Serie und können somit weiterhin vom Semifinale träumen. „Mit uns hat niemand mehr gerechnet. Jetzt liegt der Druck bei Oberwart.“

Denn die Wiedergutmachung für die vor allem zu Beginn schwache Leistung bei der 67:82-Niederlage in Spiel eins ist geglückt. Die Bulls zeigten zu Hause ein völlig anderes Gesicht, nahmen den Kampf an und konnten das Tempo der favorisierten Oberwarter mitgehen. Wie ausgeglichen die Partie war, zeigte sich auch am Halbzeitstand von 30:30 und dem Zwischenergebnis von 43:43 vor den finalen zehn Minuten. In diesen ging es Schlag auf Schlag – bis die Kapfenberger wenige Sekunden vor Schluss die Entscheidung erzwangen. „Es war eine famose kämpferische Leistung. Die Mannschaft war eine Einheit und hat nie den Glauben an sich verloren.“ Bereits am Samstag geht es in der „Best-of-Five“-Serie weiter im Kampf um den Finaleinzug. „Wir werden bereit sein“, prophezeite Schrittwieser.

Auch beim UBSC Graz gibt es noch lange keine Entscheidung. Nach dem Heimsieg gegen St. Pölten mussten sich die Grazer auswärts in Niederösterreich relativ klar mit 75:87 (34:38) geschlagen geben. „Es war eine enorm harte Partie, auch wenn in der St. Pöltener Defense sehr viel toleriert wurde“, erklärte Manager Michael Fuchs. Er hofft nun auf viele Fans am Samstag (17.30) im Sportpark, um einen großen Schritt in Sachen Halbfinaleinzug zu machen. „Der Heimvorteil könnte entscheidend sein. Wir brauchen einen echten Hexenkessel, dann ist alles möglich.“