Auf sportlicher Ebene sorgte Rūta Meilutytė als Teenager für Furore: Mit nur 15 Jahren krönte sich die Litauerin, die seit dem Tod ihrer Mutter 2001 in Großbritannien lebte, bei den Sommerspielen in London zur Schwimm-Olympiasiegerin über die 100 Meter. Das jähe Ende ihrer Karriere folgte 2019, als der Weltschwimmverband mitteilte, dass Meilutytė innerhalb eines Jahres dreimal nicht für eine Dopingkontrolle angetroffen wurde. Am 22. Mai desselben Jahres zog sie dann aus persönlichen Gründen einen Schlussstrich.

Drei Jahre später macht Meilutytė nun aber wieder auf sich aufmerksam – und zwar mit einer außergewöhnlichen Aktion: So durchschwamm die 25-Jährige in Vilnius nahe der russischen Botschaft einen blutrot eingefärbten See. Ihre unmissverständliche Botschaft: "Wir alle müssen mehr tun, um das Leiden zu beenden! Schluss mit dem Morden, Schluss mit Folter und Vergewaltigung!"

Die Initiatoren gaben der Kunstaktion passenderweise den Namen "Hindurch schwimmen" und erklärten: "Es ist wichtiger denn je, dass wir durch die Bilder von Massenmorden, die uns erreichen, nicht desensibilisiert werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Grauen vor den russischen Kriegsverbrechen an Kraft verliert. Wir, die freien Menschen in Europa, sind die Hoffnung des ukrainischen Volkes. Da aber Deutschland und andere Länder Geld über Leben stellen und Sanktionen vermeiden, die Russland wirklich schaden würden, fällt es schwer, diese Hoffnung aufrechtzuerhalten."